Die "Königin der Früchte" kehrt zurück : Schlossgärtnerei in Bad Muskau wiedereröffnet
Im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau ist die Schlossgärtnerei am Freitag wiedereröffnet worden. Der Komplex war seit 2009 umfangreich saniert worden. Nach Angaben des sächsischen Finanzministeriums wurden in die Instandsetzung der Gewächshäuser, des Schaugartens und der Außenflächen rund 3,5 Millionen Euro von Bund und Land investiert. Die Gärtnerei, in der lange Zeit auch eine Ananas-Zucht betrieben wurde, war 2008 wegen Baufälligkeit geschlossen worden.
Pücklers Traum von einem schönen Garten
Mit der Wiedereröffnung der Gärtnerei wurde eine Sonderausstellung eröffnet. Unter dem Titel "Ananas! Die Königin der Früchte im Muskauer Park" können sich die Besucher bis Ende Oktober über die Tradition der Ananaszucht in Bad Muskau informieren. Der Gewächshaus-Komplex der Schlossgärtnerei war ein seit den 1830er- Jahren gewachsenes Ensemble. Pückler träumte als junger Fürst von einer prächtigen Gärtnerei mit Orangerien, Wintergärten und Treibhäusern. In seinen "Andeutungen über Landschaftsgärtnerei" schwärmte er vom Idealbild eines Küchengartens, in welchem man sich im Herbst "von Bäumen und Sträuchern, die frischen und ausgesuchtesten Früchte selbst abpflückt". Pücklers Gärtner zogen Kräuter, Obst und Gemüse, ganzjährig wurden Erdbeeren und Ananas geerntet. Die Ananaszucht wurde bis in die 1920er- Jahre betrieben. Diese Frucht galt als exklusiv und Zeugnis höfischer Kultur. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gärtnerei vorrangig als Tropenhaus genutzt.
Seit kurzem wachsen in dem nach historischen Vorgaben sanierten Komplex wieder exotische Pflanzen wie einst zu Pücklers Zeiten. An das Gewächshaus mit dem Ananas-Fruchthaus schließt sich ein orangerieartiger Bau an, der in der ursprünglichen Kubatur von 1920 errichtet wurde. Er wird zukünftig als Pflanzensalon genutzt und steht auch für öffentliche Veranstaltungen und private Vermietungen zur Verfügung. Um den Komplex führt eine sogenannte Talutmauer mit Obstspalieren auf historisch überlieferten Fundamenten.
2013 Abschluss der Sanierungsarbeiten
Der an der Neiße gelegene Pückler-Park gilt als schönster und größter Landschaftspark Zentraleuropas im englischen Stil. Er wurde zwischen 1815 und 1845 unter Hermann Fürst von Pückler-Muskau als Gartenkunstwerk angelegt. Der Park ist seit 2004 UNESCO-Welterbestätte. Die Restaurierung erfolgt grenzübergreifend mit Polen. Zwischen 1993 und 2011 wurden von deutscher Seite aus rund 42 Millionen Euro in den Wiederaufbau des Parks investiert.
Bis 2013 werden innerhalb des "Investitionsprogramms Nationale UNESCO-Welterbestätten" zusätzlich acht Millionen Euro seitens des Bundes und des Freistaates eingesetzt. Der Wiederaufbau der Hauptgebäude soll nach derzeitigen Plänen 2013 abgeschlossen sein. Saniert werden Fassade, Festsaal und Westflügel des Neuen Schlosses. Hinzu kommt die äußere Sanierung des Kavalierhauses.
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