Radibor : In sorbische Schule zieht wieder Leben ein
Sachsens Kultusminister Roland Wöller hat am Montag die sanierte Grund- und Mittelschule "Dr. Maria Grollmus" in Radibor offiziell übergeben. Die Gemeinde hatte das Gebäude für 1,7 Millionen Euro um- und ausbauen lassen. Mehr als die Hälfte der Kosten übernahmen der Freistaat und die Europäische Union. Dafür wurden unter anderem zusätzliche Unterrichtsräume geschaffen, spezielle Sicherheitstechnik eingebaut, der Brandschutz verbessert und die Fachkabinette neu ausgestattet.
Drei Monate Bauverzug
Die im März 2011 gestarteten Bauarbeiten sollten ursprünglich nur acht Monate dauern, zogen sich aber bis Anfang dieses Jahres hin. In den vergangenen Jahren sind bereits 2,5 Millionen Euro in die Doppelschule geflossen. Dafür wurde eine neue Sporthalle gebaut sowie Dach, Fenster, Türen und Sanitäranlagen erneuert. In Radibor werden 225 Schüler von 30 Lehrern unterrichtet. Die beiden Einrichtungen sind zwei von insgesamt 15 sächsischen Schulen, an denen zweisprachig, also auf sorbisch und deutsch, unterrichtet wird.
Verfassungsrecht auf Sorbisch
In Deutschland leben rund 60.000 Sorben, zwei Drittel von ihnen in der Oberlausitz. Als anerkannte nationale Minderheit haben sie neben einer eigenen Sprache und Kultur auch eine offizielle Flagge und Hymne. Ihre Interessenvertretung Domowina schätzt, dass knapp die Hälfte der Sorben ihre Muttersprache noch im Alltag nutzt. Per Verfassung ist gewährleistet, dass die sorbische Sprache in den Heimatkreisen der slawischen Minderheit in Sachsen und Brandenburg unterrichtet wird. Außerdem haben die Sorben das Recht, sich beispielsweise bei Gerichtsverhandlungen in ihrer Muttersprache zu äußern.
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