Ausstellung : Historische Chronik gibt Einblick in Bautzens Geschichte
Die Techell-Chronik aus dem frühen 19. Jahrhundert ist in Bautzen erstmals öffentlich zu sehen. Der Archivverbund Bautzen und die Volksbank Bautzen zeigen die historischen Aufzeichnungen seit Dienstagabend. Die Chronik umfasst insgesamt 14 Bände. Der Bautzener Kunstschmied und Stadtverordnete Karl Friedrich Techell ferigte die Aufzeichnungen zwischen 1818 und 1845 an, im Alter von 59 bis 87 Jahren. Die Chronik galt lange Zeit als verschollen.
Auf Berliner Dachboden gefunden
Von Forschern seiner Zeit noch stark genutzt und als wertvoll geschätzt, verlor sich die Spur der Bücher um 1876 mit dem Tod von Techell-Sohn Karl Ernst. Erst 2006 tauchte die Chronik in einer Berliner Auktion wieder auf. Archivverbund-Leiterin Grit Richter-Laugwitz sagte, es sei bisher unbekannt, wo die Bände in der Zwischenzeit waren. Klar sei nur, zuletzt habe das Konvolut auf einem Berliner Dachboden gelegen.
Die Chronik enthält nach Angaben aus dem Rathaus regionale und überregionale Informationen und Überlieferungen, die bis in das Jahr 800 zurückreichen und mit detailreichen Illustrationen versehen sind. Techell schrieb seine Texte auf sogenanntes Foliopapier, die Seiten wurden erst im Nachgang zusammengebunden. Inhaltlich entwickelte er erst bei den letzten Bänden eine gewisse Struktur zwischen Aufzeichnungen aus Bautzen, der Oberlausitz, Deutschland und auch aus dem Ausland. Er selbst benannte diese Rubriken Budissin, Vaterland, Städte und Ortschaften.
Persönliche Steuerbescheide und Zeichnungen
Die Bände haben jeweils zwischen 900 und 1.300 Seiten. Neben den Aufzeichnungen enthalten sie eine Vielzahl an Druckschriften, Kupfer- und Stahlstichen, Lithographien sowie Porträts, die Techell über lange Jahre leidenschaftlich gesammelt hatte. Unter anderem hat er seine eigenen Steuerbescheide und auch Flugschriften des Rates in die Chronik eingefügt.
In einigen Bänden befinden sich Zeichnungen, die mit hoher fachlicher Qualität ausgeführt sind. Nach bisherigen Erkenntnissen stammen mindestens die Zeichnungen vom Rathaus, von der Mönchskirche und vom Dom St. Petri aus der Feder seines jüngsten Sohnes, Heinrich Friedrich, der sich bereits im Alter von 17 Jahren an der Akademie der Bildenden Künste München in das Fach "Baukunst" eingeschrieben hatte. Später lebte er als königlich-sächsischer Architekt in Dresden.
Die restaurierte Chronik wird bis 25. Januar in der Volksbank gezeigt. Nach Ausstellungsende kommt die inzwischen restaurierte und auch digitalisierte Chronik ins Stadtarchiv. So hatte es Verfasser Techell ursprünglich per Testament bestimmt.
Öffnungszeiten der Volksbank
Die Techell-Chronik ist vom 9. bis 25. Januar in der Bautzner Volksbank-Filiale, Goschwitzstraße 25, jeweils während der Öffnungszeiten zwischen 9:00 und 18:00 Uhr zu sehen.




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