12.000 Unterschriften übergeben : Zittauer Theater bangt ums Überleben
Das seit 15 Jahren chronisch unterfinanzierte Gerhart-Hauptmann-Theater in Zittau steht offenbar vor seiner schwersten Existenzkrise. Nur zwei Jahre nach der Fusion von Zittauer Schauspiel und Görlitzer Musiktheater droht der gemeinsamen GmbH erneut ein jährliches Defizit von etwa 1,15 Millionen Euro. Auch der geschlossene Haustarifvertrag, mit dem die Mitarbeiter auf bis zu 25 Prozent ihres Einkommens verzichtet haben, hat daran nichts geändert.
12.000 Unterschriften übergeben
Das Haushaltsloch soll nun offenbar mit einem harten Sparprogramm gestopft werden. Das von den Gesellschaftern erarbeitete Konzept sieht unter anderem den Abbau von 30 Stellen vor, 24 davon allein in Zittau. Damit würde dort ein Sprechtheater mit einem Ensemble von gerade mal neun Schauspielern übrig bleiben. Gegen diese Pläne laufen Mitglieder und Freunde des Zittauer Theaters seit Monaten Sturm. Sie befürchten, genauso wie Intendant Carsten Knödler, das dem Haus damit ein "Tod auf Raten" droht. In den vergangenen Wochen haben sie knapp 12.000 Unterschriften gesammelt, um für den Erhalt der Zittauer Spielstätte zu kämpfen. Sie wurden am Montag dem Görlitzer Landrat Bernd Lange übergeben.
Rund die Hälfte der Unterschriften wurden über eine Online-Petition eingeholt, die die Initiative "Die Retter" verfasst hat. Zu ihr gehört auch Schauspielerin Anneke Klara Pogarell. Sie sieht die Lebensqualität in der strukturschwachen ostsächsischen Region in Gefahr, sollte die Arbeit in dem Zittauer Haus wie geplant eingestampft werden. "Zittau würde mit dem Theater erheblich an Attraktivität verlieren", heißt es in dem Aufruf. "Mit dem Stellenabbau würden auch das Weihnachtsmärchen, die Kinder- und Jugendarbeit und die Hälfte der Vorstellungen wegfallen." Statt zehn könnte das Hauptmann-Theater nur noch vier Neuinszenierungen pro Spielzeit anbieten. Beim Musiktheater in Görlitz blieben von sieben ebenfalls nur noch vier Produktionen übrig, im Tanz lediglich zwei von fünf. Ziel der Einschnitte ist eine Stabilisierung aller Sparten bis 2016 sowie die Annäherung an einen Lohn für das Personal von "nur" zehn Prozent unter dem Tarif. Landrat Bernd Lange sagte in einem Interview mit der "Sächsischen Zeitung", das sei noch diskussionsbedürftig. Und auch nach seiner Umsetzung werde es noch große Inszenierungen in Zittau zu sehen geben. Bis März soll das Konsolidierungskonzept abschließend beraten werden. Dann solle auch, endlich, Zittaus Intendant Knödler einbezogen werden.
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