Sachsen

Bildungsmonitor : Sachsen und Thüringen dominieren Bildungsstudie

Ein Lehrer vor einer Schulklasse

Sachsen hat weiterhin das leistungsfähigste Bildungssystem in Deutschland. Das ergab eine Studie des Instituts für Deutsche Wirtschaft im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative "Neue Soziale Marktwirtschaft". Darin konnte Thüringen vor Baden-Württemberg und Bayern Platz zwei behaupten, Sachsen-Anhalt landete auf Platz sechs.

Sachsen: Bestes Ganztagesangebot

Gelobt wurde vor allem die Bildungsinfrastruktur in Sachsen. Sie biete gute Bedingungen für eine individuelle Förderung, heißt es in der Studie. Bildungsarmut werde effektiv bekämpft, zudem böte Sachsen einen breiten Zugang zu akademischen Abschlüssen, vor allem in naturwissenschaftlich-technischen Fächern. Auch im Bereich Betreuung und Schulqualität - also dem Ganztagsangebot, den Klassengrößen und der Qualifikation von Lehrern und Betreuern - liegt Sachsen vorn. Gelobt wurden weiter die Kooperationen mit Hochschulen im Ausland und der Fremdsprachenunterricht. Sachsen verteidigte damit bereits zum siebten Mal in Folge seinen Spitzenplatz im Monitor.

Ministerium fühlt sich bestätigt - Grüne sehen unzulässige Vermengung

Die sächsische Kultusministerin Brunhild Kurth zeigte sich über das Ergebnis der Studie erfreut. Das sei ein starkes Zeugnis für Lehrer und Erzieher, aber auch für die Schüler, die mit ihren guten Leistungen im bundesweiten Vergleich bestochen hätten. Dennoch sei nicht alles rosig. Der wachsende Lehrerbedarf und die weiterhin hohe Zahl von Schülern ohne Abschluss seien Herausforderungen, die angegangen werden müssten.

Kritisch äußerten sich dagegen die sächsischen Grünen. Angesichts der Realität an den sächsischen Schulen kann man über diese Studie bloß den Kopf schütteln, sagte die bildungspolitische Sprecherin Annekathrin Giegengack. Die Bildungsministerin solle nicht so sehr auf diese Studie "schielen". Dort würden die Ergebnisse zu einem Ranking der Gesamtqualität aufgebauscht, obwohl nur die Wachstumswirkung unterschiedlicher Bildungspolitik untersucht werde. Die Aussagekraft sei sehr begrenzt, wenn Ergebnisse aus dem Hochschul- und Wissenschaftsbereich mit Daten aus der frühkindlichen und schulischen Bildung sowie Maßnahmen der Wirtschaft (z.B. Ausbildungsplätze) verrechnet würden.

Thüringen: Breiter Zugang zu Studienabschlüssen

Das Thüringer Bildungssystem wurde vor allem dafür gelobt, dass der Zugang zu akademischen Abschlüssen einer breiten Bevölkerungsschicht geboten wird. Zudem habe das Land die besten Betreuungsbedingungen im Ländervergleich und gebe im Verhältnis so viel Geld für Bildung aus, wie kein anderes Land. Allerdings schnitt Thüringen bei der Effizienz der eingesetzten Mittel und bei der Forschungsorientierung eher schlecht ab.

Bildungsminister Christoph Matschie sagte, die Studie zeige, dass die eingeleiteten Reformen wirkten. Das Kita-Angebot sei verbessert und die individuelle Förderung als wichtigstes Lernprinzip verankert worden. Die Linke erklärte dagegen, der Spitzenplatz bei dem Betreuungsverhältnis existiere nur auf dem Papier.

Sachsen-Anhalt: Kleinere Klassen als im Durchschnitt

Ein Lehrer vor einer Schulklasse
Die Klassen in Sachsen-Anhalt sind kleiner als im Bundesdurchschnitt

Sachsen-Anhalt landete in dem Ranking auf Platz sechs. Gelobt wurde die hohe Zahl an Studenten in Mathematik, Informatik, Technik und Naturwissenschaften, zudem sind die Klassen in den Grundschulen und bis zu Klasse zehn kleiner als im Bundesdurchschnitt. Auch die Infrastruktur bei der Kinderbetreuung wurde ausgezeichnet, Kritik gab es an dem zu hohen Altersdurchschnitt der Lehrer und der zu geringen Quote von Studienberechtigten. Damit hat sich Sachsen-Anhalt seit 2004 von Platz 16 auf Platz 6 der Untersuchung verbessert.

Studie umstritten

Auch bundesweit wurden die Fortschritte der Länder gelobt. So stieg die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren in den vergangenen fünf Jahren von 13,6 auf 25,2 Prozent. Dies sei allerdings immer noch zu langsam, um die Ausbauziele der Regierung zu erreichen, erklärten die Autoren der Studie. Auch bei den Ganztagesschulen gab es Fortschritte. 23 Prozent der Grundschüler besuchten eine solche Einrichtung, vor zehn Jahren waren es lediglich vier Prozent.

Der Bildungsmonitor stellt die Rangliste anhand eines eigenen Punktesystems mit 110 Indikatoren auf. Im Kern wird untersucht, inwieweit ein Land die Bildungsinfrastruktur verbessert hat, die Chancen auf Teilhabe sichert und Wachstumskräfte auf diesem Feld stärken kann. Die Studie gilt jedoch als umstritten. Kritiker bemängeln den wirtschaftlichen Fokus der Untersuchung.

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2012, 20:22 Uhr

5. Sachse:
Hallo Herr "Uwe "Eintrag 2. aus ihrer "Meinung" lässt sich natürlich ihre "Parteinähe" sofort erkennen.Diese Worte haben doch schon einge Politiker aus der CDU/FDP Regierung Sachsen gebraucht.Also hier sollt nicht die Unfähigkeit seiner Regierung verteidigt werden sondern "Volkesstimme" Gehör finden.Da ich kein Links-Grüner Weltverbesserer bin sondern mit offen Augen und Ohren die realen Zustände an Sachsen Schulen verfolge, kann ich die "Bewertung" nicht nachvollziehen.Leider ist es so, das die Auftraggeber der Studie in einem guten Licht da stehen wollen.Und wer hat die Studie in Auftrag gegeben??Man sollte die tatsächlichen Mängel und Mißstände(wird ja gemacht) benennen und beseitigen,dann geht es unseren Kindern an den Schulen besser.Dieses unsägliche Parteiengezänk (speziell agressiv in Sachsen) ist zum ko...en.Und der Wähler hat ein gutes Gedächtnis.
17.08.2012
10:43 Uhr
4. Harz:
Aus eigenener Erfahrung können wir berichten, dass Thürigen gegenüber Sachsen-Anhalt nicht nur Aufholbedarf hat, sondern absolut Gas geben muß im internationalen Vergleich. Thüringen lebt leider das Mittelalter im Schulwesen und Sachsen-Anhalt lebt bereits die Gegenwart. Wir haben 2 Kinder in beiden Schulsystemen gehabt und sprechen aus Erfahrung. Thüringen läuft der Welt um mind. 1 Jahrhundert der Realität hinterher. Unser Dank gilt dem Kultusministerium aus Magdeburg und dem design. Arterner Schulamtleiter. Danke für diese positive Erfahrung, wenn auch widerwillig!
15.08.2012
21:32 Uhr
3. Heinz:
Habe heute unter MDR info das Interview mit Frau Kurth gehört. Soviel Selbsüberschätzung und Realitätsverlust ist unerträglich. Allein die Antwort auf die Frage wie man junge Lehrer in Sachsen halten will, mit der Antwort und dem Verweis auf gute Bedingungen im Umfeld war voll daneben. Frau Kurth, durch die Leuchtturmpolitik hat man Sachsen total runtergewirtschaftet. Außer in DD und L fährt ja in Sachsen kaum noch ein Zug usw. usw. Und das soll junge Lehrer anlocken.
15.08.2012
18:31 Uhr
2. Uwe:
Dass Sachsen in dieser Studie auf Platz 1 in Deutschland steht, sehen natürlich alle Grünen und Linken Weltverbesserer kritisch. Das kann doch nicht war sein, dass die linksgrünen Einheitsschulmodelle schlechter abschneiden als die Schulen im CDU/CSU-regierten Teil Deutschlands.
15.08.2012
16:20 Uhr
1. Heinz Faßbender:
Dem Auftraggeber der Studie "Neue Soziale Marktwirtschaft" traue ich kein Wort. Dort vertritt man nur seine eigenen politischen Interessen.
15.08.2012
15:18 Uhr

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Überblick über die Ergebnisse in Sachsen und Thüringen

Sachsen und Thüringen schneiden in den meisten der 13 untersuchten
Handlungsfelder sehr gut ab. Thüringen weist Bildung im öffentlichen
Ausgabeverhalten die höchste Priorität aller Bundesländer zu (Platz 1),
Sachsen erreicht hier den 2. Rang. Ferner zeichnen sich Thüringen und
Sachsen durch die besten Betreuungsbedingungen (Thüringen Platz 1,
Sachsen Platz 2), die am stärksten ausgebaute Förderinfrastruktur
(Sachsen Platz 1, Thüringen Platz 2) sowie ein hohes Gewicht der
MINT-Fächer (Thüringen Platz 2, Sachsen Platz 4) aus. Daneben ist
auch die Schulqualität hoch (Sachsen Platz 2, Thüringen Platz 5). Verbesserungsbedarf
besteht bei der Effizienz der eingesetzten Mittel und
bei der Zeiteffizienz. Hier liegen beide Länder unter dem Bundesdurchschnitt.

Quelle: Bildungsmonitor

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