Sachsen

Mitteldeutsche Grundschüler : Im Rechnen und Lesen spitze - Probleme beim Zuhören

Grundschüler aus Mitteldeutschland können bundesweit mit am besten lesen und rechnen. Beim Zuhören und Verstehen allerdings haben sie Probleme. Das geht aus einem neuen Bundesvergleich hervor, der von der Kultusministerkonferenz offiziell vorgestellt wurde.

Der Süden vorn, Stadtstaaten hinten

Schüler schreiben
Mädchen können besser lesen und schreiben, Jungs besser rechnen.

Danach liegen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beim Lesen auf den Plätzen zwei bis vier. Im Rechnen teilen sich Sachsen und Sachsen-Anhalt den zweiten Platz. Thüringen ist hinter Baden-Württemberg Fünfter. Den Spitzenplatz in beiden Fächern halten die Bayern. Schlusslichter sind jeweils Berlin, Hamburg und Bremen. Sie liegen beide Male unter dem Bundesdurchschnitt.

Anders sieht es beim Zuhören aus. Während die Schüler aus Mitteldeutschland beim Lesen und Rechnen über dem Bundesdurchschnitt liegen, schafften das beim verstehenden Hören nur die Thüringer Schüler. Sie erreichten hier den fünften und damit besten Platz der mitteldeutschen Schüler. Die sächsischen Schüler folgen einen Platz dahinter, die aus Sachsen-Anhalt auf dem elften. Spitze ist erneut Bayern vor Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Schlusslichter sind wieder Berlin und Bremen.

Soziale Herkunft bestimmt Kompetenz

Für den Präsidenten der Kultusministerkonferenz Ties Rabe belegt die Studie einen hohen Leistungsstandard der Grundschüler. Sie würden zu einem überwiegenden Teil die für die Grundschule gesetzten Erwartungen erfüllen oder übertreffen. Er wies aber auch daraufhin, dass es in jedem Land große Gruppen an Schülern gibt, die eine gezielte Förderung benötigen.

So wiesen die Bildungsforscher erneut einen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Lernkompetenzen nach. Je niedriger der soziale Status der Eltern sei, desto schwächer ausgeprägt seien die Kompetenzen der Kinder. Deutlich werde das bei Kindern, deren Eltern im Ausland geboren wurde. Bei ihnen spielt außerdem eine Rolle, ob in den Familien deutsch gesprochen wird.

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Jungs besser in Mathe, Mädchen beim Lesen

Der Test bestätigt zudem Erkenntnisse, wonach Jungen besser rechnen und Mädchen besser lesen und schreiben können. Deutlich wird das vor allem bei der Rechtschreibung. Hier schnitten die Mädchen deutlich besser ab als die Jungen.

Test aus neuen Bildungsstandards entwickelt

Für den ersten rein innerdeutschen Leistungsvergleich an Grundschulen wurden im vergangenen Jahr mehr als 30.000 Viertklässler an über 1.300 Grund- und Förderschulen getestet. Anders als bei den internationalen Schulstudien wurden die Testaufgaben allein aus den von den Kultusministern verabredeten neuen bundesweiten Bildungsstandards entwickelt. Sie beschreiben, was ein Schüler am Ende der jeweiligen Jahrgangsstufe können soll.

GEW zweifelt an Sinn der Studie

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft bezweifelt den Sinn des neuen Schulvergleichs. GEW-Vizechefin Marianne Demmer sagte, bei solchen Tests würden immer die gleichen Länder an der Spitze und am Ende stehen. Aber kein Test würde nach den Gründen forschen und beleuchten, was man ändern müsse. Demmer forderte deshalb einen neuen Ansatz in der Bildungsforschung. Sie hält es für sinnvoller, nicht komplette Bundesländer, sondern wirtschaftlich und soziokulturell ähnliche Regionen miteinander zu vergleichen.

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2012, 21:37 Uhr

7. MDR.DE-Readktion:
@Eddy: Lieber User, Kommentare werden dann von uns freigegeben, wenn sie unseren Kommentarrichtlinien entsprechen. Vorurteile, diskriminierende Äußerungen und themenferne Beschimpfungen gehören da nun einmal nicht dazu ... Mit besten Grüßen, MDR.DE-Redaktion
07.10.2012
12:34 Uhr
6. Eddy:
Ist schon beschämend wenn Mdr mein Kommentar nicht veröffentlicht...Das zeigt das weder Meinungsfreiheit noch Gesetztliche werte und Wahrheit berücksichtigt werden..Ich würd mich schämen an eurer STelle!!!!!!!
07.10.2012
12:17 Uhr
5. Eddy:
Ich Stimme den kommentar von "sachse" zu...mangelnde Integration..und fehlende Durchsetztungskraft von Politik und Schulen lassen gewisse Inkompetenz zu..außerdem könnt ihr sowieso hier alle zufrieden sein im Osten. * * Ideologisch gefärbte Vorurteile gelöscht - MDR.DE-Redaktion
07.10.2012
12:03 Uhr
4. Dresdner:
Hier sind aber wieder zwei mit einer Weltanschauung unterwegs ,die aus einer zeit vor 1945 stammt und durch "gewisse Kreise " weiter am köcheln gehalten wird.
06.10.2012
15:56 Uhr
3. Reiner Arndt:
@Sachse: Ja, und am "wohlsten" fühlen die sich dann wahrscheinlich im "roten" Berlin, wo jahrelang ein Senator Sarrazin ihre Herzen erfreute, gell?
05.10.2012
18:15 Uhr
2. Sachse:
@Reiner: Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass sich die Migranten so gern in den roten Bundesländern niederlassen. Dort läßt man sie einfach schön in Ruhe.
05.10.2012
16:08 Uhr
1. Reiner Arndt:
Aus eigener beruflicher Erfahrung weiß ich, dass selbst Sachsen Mittelschulabsolventen erhebliche Defizite im richtigen Lesen und Schreiben aufweisen. Entsprechend gravierender dürfte es in der Grundschule sein. Nun erfahre ich, dass die sächsischen Kinder damit immer noch zu den "einäugigen Königen" ganz Deutschlands zählen! Wie schlecht muss es da erst anderswo bestellt sein? Wie wenig muss man lesen oder schreiben können, um die letzten Plätze zu belegen? Sind derartige minimale Kompetenzen überhaupt noch messbar? Oder wurden die berühmten Äpfel mit Birnen verglichen? Ist es für eine seriöse Forschung vielleicht egal, ob der Anteil an Migrantenkindern bei teilweise > 50% liegt (wie's "zufällig" in Berlin ist), oder bei < 10% (z.B. Sachsen)? Also, was beweist dann so eine Studie???
05.10.2012
10:16 Uhr

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