Wolkenstein/Schönbrunn : Viel Lärm um "Little Buddy"
Wenn sich Esel "Little Buddy" mit seinem Pony-Kumpel "Sunny" auf der Weide am Ambross-Gut tummelt, ergibt das ein friedliches Bild. Aber wehe, der Esel lässt sein typisches "I-A" ertönen. Etwa 20 Mal am Tag schreit "Little Buddy" - auch des Nachts durchschallt sein Rufen den gesamten Ort. Dann ist Schluss mit der ländlichen Idylle. Zumindest für einige Schönbrunner.
Gegen den schreienden Esel wurde jetzt eine Unterschriftensammlung gestartet. 60 Anwohner sollen schon unterschrieben haben, wollen eine Lärmmessung beantragen. Allerdings gibt es auch Esel-Sympathisanten im Ort. "Mich stört das 'I-A' nicht. Im Kuhstall ist es laut, im Schweinestall auch", sagt eine Anwohnerin.
Bald soll in Schönbrunn ein Landwirtschaftsmuseum eröffnet werden und weil Tiere und Landwirtschaft zusammengehören, kauften die Hermanns den kleinen Esel. Zum Streicheln für die Kinder und weil ein Esel nun mal zum Dorf gehört. Esel-Mutter Nancy Hermann findet das Esel-Geschrei nicht schlimm: "Er begrüßt die Besucher am Zaun halt auf seine Weise. Das hier ist ein Dorf, es gibt hier auch Gänse, die Kirchenglocken läuten, das stört ja auch niemanden."
Ramona Demmler vom Tierpark Hirschfeld erklärt das Geschrei mit der arttypischen Suche nach Gesellschaft: "Die Esel schreien kräftig, weil sie einen Partner suchen. Das kann schon ziemlich laut sein." Damit das Langohr nicht mehr allein ist und sich langweilt, wurde ihm ein Shetlandpony zur Seite gestellt. Seitdem erklingt das "I-A" seltener. Die Schönbrunner hoffen, dass der Eselei damit Einhalt geboten wurde.
