MDR 1 RADIO SACHSEN | Exklusiv : De Maiziére will Kurs der Bundeswehrreform nicht ändern
Ungeachtet heftiger Kritik aus der Truppe lehnt Verteidigungsminister Thomas de Maizière Korrekturen an der Bundeswehrreform ab. Der CDU-Politiker sagte MDR 1 RADIO SACHSEN, "jetzt den Kurs zu wechseln, sich etwas Neues auszudenken, das wäre sicher ganz falsch". Vielmehr bräuchten die Soldaten und Zivilbeschäftigten Sicherheit. Sie müssten wissen: "Wo ist demnächst mein Arbeitsplatz, gibt es einen Arbeitsplatz für mich? Wird meine Beförderungschance verringert oder erhöht?"
Minister: Müssen Reform besser kommunizieren
De Maizière reagierte damit erstmals auf Befragungen in der Bundeswehr. Dabei hatte sich bei Offizieren und Soldaten deutliche Unzufriedenheit mit dem Verlauf der Reform gezeigt. De Maiziére räumte ein: "Die beiden Studien sind realistisch. Ich will nichts beschönigen". Da jeder Mitarbeiter von der Reform in irgendeiner Weise betroffen sei, könne er die Unsicherheit über die Folgen verstehen. Der Minister zeigte Verständnis für die Verunsicherung und den Frust: "Mich besorgt das auch".
Zugleich verwies de Maiziére darauf, dass zwei Drittel der Soldaten das Anliegen der Neuausrichtung als richtig bewerteten. Nach Worten des Ministers sollen bei einer Bundeswehrtagung im Oktober die Reformziele noch eimal verdeutlicht werden.
