Nach Mordserie von Neonazis : Reservistenverband schließt Rechtsextreme aus
Der Landesverband Sachsen des Reservistenverbandes der Bundeswehr hat nach der mutmaßlich von Neonazis begangenen Mordserie acht Anhängern der rechtsextremen NPD die Mitgliedschaft gekündigt. Wie der Vorstand mitteilte, ist das Gedankengut der Betroffenen mit den Grundsätzen des Verbandes nicht vereinbar. Die Ausgeschlossenen dürften ab sofort auch nicht als Gäste an Schießübungen oder an militärischen Ausbildungen des Reservistenverbandes teilnehmen.
NPD-Leute gelangen an Waffenbesitzkarten
Anfang Oktober war bekannt geworden, dass mehrere sächsische NPD-Kader, darunter auch der Landtagsabgeordnete Jürgen Petzold, über die Mitgliedschaft im Reservistenverband der Bundeswehr an Waffenbesitzkarten gelangt sind. Verbands-Vizepräsident Michael Sauer hatte dies gegenüber dem MDR bestätigt. Nach Angaben von Sauer wird eine Mitgliedschaft im Reservistenverband bei den für die Ausstellung der Waffenbesitzkarten zuständigen Ordnungsbehörden "als Zertifikat der Zuverlässigkeit" betrachtet. Sauer hatte zudem erklärt, dass ein Rauswurf der NPD-Leute sehr schwierig sei. Die Möglichkeit bestehe eigentlich nur, wenn den Betroffenen Straftaten nachgewiesen würden. Dies war nach Angaben von Sauer jedoch nicht der Fall.
Rechtsextreme horten offenbar Waffen
Nach Angaben des sächsischen Innenministeriums besitzen im Freistaat 38 Personen mit rechtsextremer Gesinnung inzwischen 150 legal bei den Behörden gemeldete Schusswaffen. Laut der Antwort des Ministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Abgeordneten Kerstin Köditz handelt es sich dabei um 51 Pistolen und 105 sogenannte Langwaffen. Dazu gehören alle Schusswaffen, die länger als 30 Zentimeter sind, also etwa Gewehre, Büchsen oder Flinten.

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