Drei Teilnehmer wechseln gleichzeitig zwei große Vorderräder eines Traktors.
Ein Hauch von Formel 1: Eine der Wettbewerbsdiziplinen ist das Wechseln von Traktorreifen in möglichst kurzer Zeit. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Junge Landwirte im Wettstreit Olympiastadt Burgstädt

Drei Teilnehmer wechseln gleichzeitig zwei große Vorderräder eines Traktors.
Ein Hauch von Formel 1: Eine der Wettbewerbsdiziplinen ist das Wechseln von Traktorreifen in möglichst kurzer Zeit. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Burgstädt reiht sich seit Freitag in die Reihe der Olympiastädte ein. Denn die Stadt war Austragungsort der "2. AgrOlympics", einem europäischen Berufswettbewerb zwischen angehenden Landwirten. Mehr als 100 Teilnehmer aus 18 europäischen Ländern haben sich bei diesem zweitägigen Wettbewerb in ebenso vielen Disziplinen gemessen. Dazu gehörten neben der Beherrschung der modernen Landtechnik auch ganz traditionelle Fertigkeiten wie das Stapeln von Strohballen oder das Handmelken.

Angehender Landwirt mit Leidenschaft

Oskar Zschaage, Teilnehmer an den Agrolympics, steht neben einem Traktor.
Angehender Landwirt mit Leidenschaft: Oskar Zschaage Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Einer der Teilnehmer, der 20-Jährige Oskar Zschaage, ist damit groß geworden. Er ist auf einem Bauernhof in Nauhain aufgewachsen. Seit zwei Jahren absolviert er im Fachschulzentrums Freiberg-Zug eine Ausbildung zum Landbautechniker. Später einmal will er den elterlichen Betrieb übernehmen und hat große Freude am durchaus harten Job des Landwirts. "Das Faszinierende ist auf jeden Fall die Abwechslung im Alltag. Der Zusammenhalt unter den Leuten ist in der Landwirtschaft sehr wichtig. Das prägt einen jeden Tag." Die liebsten Tätigkeiten seien ihm die an der frischen Luft und die Arbeit mit Tieren.
Dass es in Burgstädt kein leichter Wettkampf wird gegen die vielen anderen Nationen, wusste er aber auch schon vor Beginn der "AgrOlympics". "Bei den technischen Disziplinen rechne ich mir für unser Team gute Chancen aus, aber es gibt ja noch eine Menge anderer Sachen, bei denen man schnell mal danebenliegen kann."

Burgstädt - der ideale Ort für die AgrOlympics

Ein Traktor stellt einen runden Heuballen auf einen Baumstumpf.
Präzision ist gefragt beim Arbeiten mit den tonnenschweren Maschinen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Gerd Alscher, Schulleiter des Fachschulzentrums Freiberg-Zug, hat gemeinsam mit seinen Azubis viel Zeit und Kraft in die Vorbereitung der Meisterschaften gesteckt. "Und Burgstädt als Ausrichter des Landeserntedankfestes war natürlich der ideale Ort für die Austragung der AgrOlympics." Zu sehen bekäme man bei diesem Wettkampf eine Mischung aus historischen und aktuellen Tätigkeiten aus der Landwirtschaft. Bei den Teilnehmern sei Geschick gefragt, Köpfchen und auch ein gutes Händchen. "Wir haben zwei Mannschaften ins Rennen geschickt. Ein sächsisches Team aus den Schulen in Freiberg und Döbeln und eine gesamtdeutsche Mannschaft mit Fachschülern aus Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern."

Ins Leben gerufen hat den Wettbewerb der Verband "Europea", der sich für die Entwicklung der beruflichen Bildung in den Bereichen Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft stark macht. Derzeit organisiert der Verband 25 nationale Europea-Netzwerke, in denen mehr als 1.000 Berufsschulen und Institutionen in ganz Europa vertreten sind.

Die Disziplinen der AgrOlympics - Ladewagen rückwärts einparken
- Holz spalten
- Traktor-Geschicklichkeitsfahren
- Kartoffelkisten stapeln
- große Strohballen stapeln/ausbalancieren (mit Traktor)
- Weidezaun bauen
- Apfelsaft pressen
- Grubberschare wechseln
- Heuballenwurf auf eine Strohmiete
- kleine Strohballen stapeln
- Drillmaschine abdrehen
- Reifenwechsel am Traktor
- Wasserleitung bauen
- Handmelken
- Ziegelmauer bauen
- Dünger streuen
- Rasenmähermotor zusammenbauen
- Gewichte schätzen

Die Wettkämpfe dauerten noch bis zum späten Sonnabendnachmittag.
Am Ende setzte sich schweizer Präzision durch. Gewinner der AgrOlympics 2017 wurde das Team der Eidgenossen. Die Mannschaft aus Estland belegte den zweiten Platz. Das Sächsische Team mit Oskar Zschaage konnte sich vor heimischer Kulisse über den dritten Platz freuen.

Blick auf das Gelände mit einer Traktorenausstellung und Teilnehmern im Vordergrund.
Zwei Tage kämpften die angehenden Landwirte in Burgstädt um den Sieg. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Quelle: MDR/tfr

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.09.2017 | 18:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2017, 18:14 Uhr

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