Luftaufnahme eines Gärtnereigeländes in Annaberg-Buchholz, auf dem ein riesiges Erdloch verfüllt wird
Bildrechte: Wismut GmbH

Nach vier Jahren Bauzeit Das Große Loch in Annaberg-Buchholz ist geschlossen

 Luftaufnahme eines Gärtnereigeländes in Annaberg-Buchholz, auf dem ein riesiges Erdloch verfüllt wird
Bildrechte: Wismut GmbH

Die Bewohner vom Dörfler Weg in Annaberg-Buchholz haben gut Lachen. Nach vier Jahren Bauzeit können sie endlich wieder unbeschwert ihre kleine Straße benutzen. Denn 2013 tat sich unter ihnen plötzlich die Erde auf - ein sogenannter Tagesbruch. Die Sanierung dauerte vier Jahre, kostete Geduld und verschlang eine Unmenge Beton und Geld.

Plötzlich sackt der Boden weg

Ein Absperrband auf einer kleinen Straße wird von einer Frau und vier Männern durchgeschnitten.
Der Dörfler Weg in Annaberg-Buchholz ist wieder offiziell freigegeben. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

An einem Sonntag im Mai 2013 sackte nach heftigen Regenfällen unter der Gärtnerei und der angrenzenden Straße einfach der Boden weg. Die Experten der Wismut stellten schnell fest, dass der sogenannte Tagesbruch mit einem Durchmesser von anfänglich fünf Metern auf die Bergbautätigkeit der Wismut zurückzuführen ist, die bis Ende der 1950er-Jahre in diesem Gebiet tätig war.

Das sich daraus eines ihrer spektakulärsten Sanierungsobjekte entwickeln würde, konnte zu diesem Zeitpunkt niemand wissen. Manfred Speer, bei der Wismut zuständig für die Sanierung der Altstandorte, ahnte allerdings, dass dieser Tagesbruch kein leichter Sanierungsfall werden würde.

Wir wussten, dass das schon eine größere Maßnahme wird, also nicht mit 100.000 Euro abgetan werden kann. Am Ende sind es vier Millionen Euro geworden.

Manfred Speer Leiter Projektträger Wismut-Altstandorte

Die Sanierung in Zahlen - Baugrube mit 17 Metern Durchmesser und 14 Metern Tiefe
- Bau eines Erkundungsschachtes bis 35 Meter Tiefe
- Horizontaler Streckenausbau auf 135 Metern Länge
- Erkundungsbohrungen mit einer Länge von 1.050 Metern
- Verfüllvolumen: 2.667 Kubikmeter
- Gesamtkosten: 4 Millionen Euro
- Kostenübernahme: je 50 Prozent durch den Bund und das Land Sachsen Quelle: Wismut AG

Ein "Tagebau" entsteht

Auch dass die Bauzeit letztendlich auf vier Jahre anwachsen würde, war zum Beginn der Sanierung noch nicht klar, da mit jedem Meter Tiefe neue Überraschungen zu Tage traten. Viele Kubikmeter lockeres Gestein wurden durch die Bergsicherung Schneeberg abgetragen, bis die Baugrube einen Durchmesser von 17 Metern und eine Tiefe von 14 Metern erreicht hatte. Erst dann wurde der Fels härter, sodass mit der Verfüllung der alten Wismut-Stollen und der Baugrube begonnen werden konnte. Die Anwohner lebten vier Jahre mit einer der Riesenbaustelle direkt vor ihrer Haustür. Sämtliche Abwasserkanäle und Kabel mussten neu verlegt, der Untergrund der Wohnhäuser abgesichert werden.

Blick in eine große Baugrube, die mit Beton ausgekleidet ist.
Bis auf eine Tiefe von 14 Metern wurde die Grube ausgehoben. Bildrechte: Wismut GmbH

Die Anwohner fühlen sich wieder sicher

Nach dem Ende der Sanierung ist nicht nur die Straße schöner als vorher. Auch ein Tagesbruch kann in diesem Bereich nicht mehr auftreten. Mirko Müller, Inhaber der betroffenen Gärtnerei, weiß die Arbeit der Bergbausanierer zu schätzen. "In diesem Bereich ist alles wieder sicher. Wir konnten uns das vor Ort auch anschauen. Und man muss sagen, was dort unten geleistet wurde - Hut ab!"

Eine kleine Laterne steht auf einer Metallabdeckung am Straßenrand.
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Nun fehlen nur noch die Straßenlaternen an der kleinen Straße. Doch Rolf Schmidt, Oberbürgermeister von Annaberg-Buchholz, versicherte den Anwohnern, dass sie schon bald aufgestellt würden. Denn vom Grubenlicht wollen sie so schnell sicher nichts mehr wissen...

Quelle: MDR/tfr

Über dieses Thema berichtet MDR Sachsen auch in Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.09.2017 | 08:30 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 12.09.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2017, 20:47 Uhr

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