Ein Auto brennt.
Bildrechte: MDR/Harry Härtel

Autobrände in Chemnitz Polizei fasst Tatverdächtigen

Die Chemnitzer Polizei hat einen Mann ermittelt, der für die Serie von in Brand gesteckten Autos verantwortlich sein könnte. Der 40-Jährige war bei einer Straßenkontrolle in den Fokus der Ermittler geraten.

Ein Auto brennt.
Bildrechte: MDR/Harry Härtel

Bei den Ermittlungen zu den Autobränden und dem Brand eines Containers in Chemnitz ist ein 40-jähriger Mann in den Blick der Polizei geraten. Der Mann war am Montag von Wachpolizisten im Bereich der Zschopauer Straße kontrolliert worden. Er wurde vorläufig festgenommen und befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam. Die Ermittlungen des Fachkommissariats der Chemnitzer Kriminalpolizei einschließlich kriminaltechnischer Untersuchungen dauern an.

Verbrannter Lack um den Tankstutzen eines Kombis.
Der Nachweis der Täterschaft ist bei Autobränden besonders schwer. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Ein Sprecher der Chemnitzer Polizei sagte, die Überführung von Tatverdächtigen in solchen Fällen gestalte sich äußerst schwierig. Für eine Verurteilung reiche kein Verdacht, sondern die Tat müsse dem Verdächtigen zweifelsfrei nachgewiesen werden. Bei Brandstiftungen, wie in diesem Fall, sei die Beweisführung besonders schwer.

Anwohner hilflos

Bei den Anwohnern im betroffenen Stadtteil Gablenz herrscht schon seit einigen Wochen Unruhe. "Alle haben Angst", sagt Wolfgang Schädlich. Der 72-Jährige wohnt in Sichtweite des Parkplatzes, auf dem am frühen Montagmorgen ein abgestellter Mazda komplett ausbrannte.

Zur Hälfte verbrannter PKW.
Dieser Mazda wurde am Montag kurz nach Mitternacht auf dem Parkplatz vor einem Chemnitzer Baumarkt in Brand gesteckt Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Die "Einschläge" kämen langsam näher, glaubt der Rentner, der schon seit Anfang der 1970er Jahre in Gablenz wohnt. Eines macht ihn besonders unruhig. "Es ist kein System erkennbar, alle Autos werden abgefackelt, egal welche Marke, welches Alter oder welche Preisklasse. Das müssen Verrückte sein!" Schädlich setzt auf die Ermittlungen der Polizei hat aber wenig Hoffnung, denn dort werde ja auch nur Personal abgebaut." Früher sind die wenigstens hier regelmäßig Streife gelaufen. Jetzt fahren sie hin und wieder mit dem Auto vorbei."

Haftpflichtversicherung zahlt nichts

Bei der Schadensregulierung haben Autofahrer, die lediglich eine Haftpflichtversicherung haben, schlechte Karten. Sie bleiben auf dem Schaden sitzen, können sich aber im Falle, dass der Täter ermittelt wird, an diesen halten. Oft sind die Täter allerdings nicht in der Lage, den Schaden ersetzen zu können. Bei Autohaltern mit Teilkasko-Versicherung wird der Zeitwert des Autos erstattet. Dinge, die nicht unmittelbar zum Auto gehörten, wie Laptop, Navigationsgeräte oder der Inhalt von Taschen oder Koffern, würden nicht ersetzt, sagte ein Sprecher des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft MDR SACHSEN. Diese Gegenstände werden nur von der Vollkasko-Versicherung ersetzt. Allerdings muss man damit rechnen, dass danach die Beiträge erhöht werden. Nutzungsausfälle oder die Kosten eines Mietwagens werden ebenfalls nicht erstattet.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 14.08.2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2017, 11:40 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

15 Kommentare

15.08.2017 22:12 Mediator an Hercule (8) 15

Es geht doch nicht darum, wie ich einen Täter gerne bestrafen würde, sondern darum, was unsere Gesetze für eine bestimmte Straftat für einen Strafrahmen vorsehen.

Die Zivilrechtlichen Ansprüche gegen solch einen vorsätzlichen Täter bestehen ja neben den strafrechtlichen Ansprüchen ebenso. Diese werden nach § 302 InsO auch nicht von einer Restschuldbefreiung berührt.

Dass man einem Schuldner jedoch das definierte Lebensminimum lassen muss, dass versteht sich von selbst. Das so ein Mensch vermutlich nie mehr Vermögen ansammeln kann, dass ist vermutlich eine Gewissheit.

15.08.2017 19:46 Torsten 14

Nu Guck...
Jetzt isser wech...
Is aber auch blöd wenn nicht PC vorhersagen wahr werden.

15.08.2017 17:57 Mittelsachse 13

@Torsten: Dein Betrag war womöglich nicht PC. Deshalb können wir dir leider nicht folgen.

15.08.2017 15:56 Torsten 12

@MuellerF
Ließ dir mal durch was ich vorhergesagt habe. Ich pöser !!
Hahaha....

15.08.2017 15:18 MuellerF 11

Nach Informationen der FreienPresse ist der Tatverdächtige mangels bestätigten Tatverdachts inzwischen wieder frei.

15.08.2017 14:45 winkler 10

Vermutlich war er scho als Intensivtäter bekannt und stand bisher unter besonderem Polizeischutz. Die Hilfssheriffs, auch Wachpolizisten genannt, waren bloß noch nicht richtig informiert und haben ihn sinnloserweise festgenommen.

15.08.2017 11:25 MuellerF 9

Es wäre mal interessant zu erfahren, WIE / WODURCH der Verdächtige >>bei einer Straßenkontrolle in den Fokus der Ermittler geraten<< war. Roch er nach Brandbeschleuniger, Spiritus, Benzin o.ä.? Hörte/ sang er "Fire" von Deep Purple ? Oder gab es bei früheren Brandfällen Hinweise auf seinen Wagen?

15.08.2017 11:07 Hercule 8

@ Mediator
diesmal bin ich nicht Ihrer Meinung. Man muss auch bedenken dieser Mann sollte er schuldig sein hat eben nicht nur 1 Auto abgefackelt sonder viele mindestens 5 wenn das reicht ! Und mal ehrlich warum sollte er nicht mit seiner Arbeitskraft dafür aufkommen ? Den er hat ja schließlich auch die Autos zerstört und damit ist das keine Zwangsarbeit mehr.
Wie würden sie den Täter bestrafen ?

15.08.2017 11:06 Torsten 7

[Wegen des Verstoßes gegen unsere Richtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) wurde dieser Kommentar entfernt. Die MDR.de-Redaktion]

15.08.2017 10:02 Enrico Pelocke 6

Es gibt zuviele Autos. Deshalb müssen sie reduziert werden. Abfackeln ist aber die falsche Lösung, weil giftige umweltschädliche Gase entstehen und die Brände übergreifen können auf Bäume, Häuser uva. Außerdem kaufen sich die Besitzer dann neue Autos, was nur den Umsatz der Autoindustrie erhöht. Da hilft nur ein besseres Angebot bei Bus+Bahn. Klar, das Abbrennen von Autos ist krank. Aber wenn man zu oft und zu lange dem Gehupe und auf Geh/Radwegen falsch parkenden Autos, den Lärm+Abgasen ausgesetzt ist, kann man mal durchdrehen. Durchgedrehte machen selten gutes und richtiges.