Brüllende Demonstranten "empfangen" die Flüchtlinge
Flüchtlinge in Clausnitz sitzen im Bus fest. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Clausnitz Bruder des Heimleiters war Mitorganisator der Proteste

Brüllende Demonstranten "empfangen" die Flüchtlinge
Flüchtlinge in Clausnitz sitzen im Bus fest. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die aggressiven Proteste gegen Asylbewerber am Donnerstag im sächsischen Clausnitz sind vom Bruder des Leiters der Flüchtlingsunterkunft mitorganisiert worden. Das haben Recherchen des MDR-Magazins "Exakt" ergeben.

In einem Interview drückte Karsten H. gegenüber den "Exakt"-Reportern sein Bedauern über den Ablauf des Abends aus. Man habe nur eine ruhige Demonstration gewollt und zum Ausdruck bringen wollen, dass man nicht mit der Asylpolitik in Deutschland einverstanden sei. Dass die Situation so eskaliert sei, habe man nicht gewollt und nicht verhindern können.

Demonstranten blockierten Zugang zu Unterkunft

Bei der Ankunft des Busses skandieren die etwa 100 Demonstranten "Wir sind das Volk" und "weg mit euch". Sie blockierten die Zufahrt so, dass die Flüchtlinge zunächst mehrere Stunden im Bus ausharren mussten. Die Flüchtlinge im Bus wirkten verängstigt. Ein Video zeigt, wie ein Polizist anschließend einen offenbar verängstigten Jungen gewaltsam aus dem Fahrzeug zerrt und in das Haus bringt. Ein weiterer Junge verlässt weinend den Bus.

Menschenmenge in der Nacht mit Redner
Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2016, 17:16 Uhr

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106 Kommentare

22.02.2016 22:14 Richard 106

@ 104. Michele Was soll denn das sein "Volk"? Was sind denn "unsere etablierten Politiker"? In Ihrem Verständnis bin ich "Teil des Volkes", bin da in der Nähe von Clausnitz aufgewachsen. Ihnen aber würde wahrscheinlich begrifflich nur einfallen, dass ich ein Volks-Verräter bin, wenn ich sage, dass es zwar verschiedene Menschen, mit aber überwiegend ähnlichen Bedürfnissen gibt. Wenn einer, der vom "Volk" spricht, in einem Atemzug von "Kulturkreisen" schwadroniert, dann weiß ich, dass der nicht denken will. Angesichts der wirklich schwierigen Lage für die Flüchtlinge, muss man über Geld nachdenken, über Schulen, über Sprache, über Ausbildung, über Kultur, über Gesundheit, über Arbeit für alle die da in Clausnitz wohnen. Aber und da wird es für so jemanden wie Sie schwierig...die Interessen sind ganz verschieden und den Ausgleich muss man erkämpfen und erringen - aber eben nicht mit "Volk" und ähnlichem Stumpfsinn.

22.02.2016 21:59 Richard 105

@ 103. Angelo Wenn sich jemand vor Ihr Auto stellt und Sie nicht wegfahren lässt, ist das eine Nötigung. wenn dieser Jemand sie anbrüllt und beschimpft ist das eine Beleidigung. Wenn er das tut, weil ihm Ihre sächsische Mundart nicht passt, ist das diskriminierend und menschenverachtend. Dagegen haben Sie das Recht, sich mit allen juristischen Mitteln zur Wehr zu setzen. Mehr ist das tatsächlich auch in Clausnitz nicht. Nur die sächsische Polizei und die Staatsanwaltschaft unternimmt nichts, um die Nötiger, Beleidiger und Menschenverachter dingfest zu machen. Herr Tillich beschimpft die Leute von Clausnitz zwar verbal als "Verbrecher und nicht Menschen", aber seine Polizei und Justiz lässt er nicht ermitteln.

22.02.2016 19:42 Michele 104

@Angelo Das schreckliche an den Protesten von Clausnitz aus Sicht unserer etablierten Politiker ist, dass sich hier Teile des Volkes zu Wehr gesetz haben. Dass sie nicht länger passiv alles über sich ergehen lassen, Dass sie einfach zusehen, wie massenhaft muslimische Migranten, in ihren Heimatort vollkommen angesiedelt werden - Migranten aus Kulturkreisen, deren Integration in ganz Europa in entsetzlichen Maße gescheitert ist, die uns die etablierten Parteien dreist als "Flüchtlinge" verklären, obwohl sie auf ihrem Weg nach Deutschland 4, 5 oder noch mehr sichere Drittstaaten durchqueren.

22.02.2016 18:50 Angelo 103

Wie kann man das ganze mediale Theater um diese Ereignisse rational verstehen? Was ist denn so schreckliches vorgefallen? Anwohner haben friedlich demonstiert. Sie haben einen Bus blockiert – das war tatsächlich fragwürdig vermutlich auch nicht legal. Aber das war auch schon das Extremste an den Ereignissen. Niemand wurde verletzt, niemand wurde angegriffen?

22.02.2016 17:27 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 102

@ 100. Du Esel: Lerne richtig zu lesen und richtig zu zitieren, dann muß ich Dir auch nicht vorwerfen, daß Du gar nicht begriffen hast, daß es hier um das Kopieren meines Nutzernamens ging, mit dem eine andere Meinung als die meine ausgedrückt wurde! Man kann gern die Sinnhaftigkeit meiner Aussagen in Frage stellen oder mich beleidigen etc. pp.: alles nicht die feinste Art und Weise, aber ich bediene mich selbst manchmal solcher 'Rhetorik'. Wenn mir (mit 'meinem' Nutzernamen') Aussagen 'untergeschoben' werden, die ich nicht getätigt habe, dann ist das schon ein Angriff auf meine Person, indem mir die Hoheit über meine Äußerungen genommen wird. Und das Ergebnis war in #80 und #83 zu lesen!! Von daher nochmal meinen persönlichen Dank an #72!!! Wenn das mitteldeutsche Diskussionskultur ist, kann man sich mit Mitteldeutschen einfach sehen lassen.

22.02.2016 17:19 Thomas 101

@97. Frank: "Die als Flüchtlinge bezeichneten Personen haben mit ihren Gesten ihr wahres Gesicht gezeigt." Woher wissen Sie das, waren Sie dabei? Nachdem Video und den Berichten waren die Gesten die Reaktion von einer Flüchtlingsperson auf die "Un-Willkommenskultur" der Einheimischen vor Ort. "Friedlicher Protest"? Leipzig 1989 sah anders aus. Nur mal so als "Beispiel", und "keine Gewalt". Vielleicht erinnern Sie das, falls Sie alt genug dafür sind.

22.02.2016 17:09 Ich der Esel... 100

@95 Krause: alle meine (durchaus beleidigenden) Beiträge bezogen sich nur auf [...] alles offenbar im Rahmen der Richtlinien, sonst wäre es ja nicht veröffentlicht worden. [... Bezug auf fremde Beiträge ...] Das ist nicht mal unterste Schublade der Diskussionskultur, das ist nur kulturlos und widerlich unerträglich! Daß die MDR-Red. zu lange brauchte, um das abzuändern oder gar zu verhindern, liegt vllt. auch an fehlender Personaldecke, ist aber nicht ursächlich für diesen Shice!" --- Merken Sie was? Einmal ist Ihr Beitrag "offensichtlich" in Ordnung, da nicht wegmoderiert. Im selben Atemzug sind die Beiträge anderer Schreiber nicht in Ordnung und der MDR war nur zu langsam / überlastet, um da einzugreifen. Ihre Standards sind reine Willkür und das völlig unabhängig von den Inhalten der verschiedenen Kommentare, auf die Sie sich beziehen. So funktioniert keine Diskussion.

22.02.2016 16:16 Patricia 99

Ich finde das schade für den Osten, dass es eine (vermutlich doch überschaubare?) Gruppe schafft, eine ganze Region zu diffamieren. Wobei mir als NRWlerin natürlich schon auffällt, dass es dort doch weniger Menschen mit Migrationshintergrund gibt, als bei uns, sich aber Leute in irgendeinem Dorf am Ende der Welt tierisch aufregen, wenn da ein Bus voll Leutchen kommt. Ich weiß, es ist flapsig aber: die werden euch nicht islamisieren. Das ist ja auch hier bei uns nicht passiert ;-). Übrigens bin ich Islamwissenschaftlerin und arbeite mit dem Thema Islam in Deutschland schon länger. Also, wenn irgendeiner hier geschrieben hat: "Oh Gott, meine arme Mutter, jetzt muss sie im nächsten (totalitären) System zurechtkommen. Nein, alles ganz easy, Muttchen muss nicht morgen das Kopftuch aufziehen.

22.02.2016 16:06 Richard 98

@ 91. Charles: Mal abgesehen davon, dass Sie mit dem Schwadronieren über Ost/West ohnehin vollkommen daneben liegen - es handelt sich um ein politisches Problem und keines von irgendwelchen Landsmannschaften. Wenn wir aber schon über Ost/ West reden: Faschistische oder "rechte" Parteien gab es vor dem Mauerbau nur im "Westen": REP, NPD, Wehrsportgruppe Hoffmann. Diese ganze braune Soße schwappte nach dem Fall der Mauer vom Westen in den Osten. Hohe Beamte aus dem Westen in den jeweiligen LKA, der Polizei, dem Landesverfassungschutz und in der Justiz bekämpften diese rechten Parteien nicht nur nicht entschlossen, sondern sahen weg und leisteten in Einzelfällen regelrecht Schützenhilfe. Ich erinnere nur an an Herrn Helmut Roewer vom Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz, dessen Rolle beim Aufbau der NSU weiterhin nicht geklärt ist.

22.02.2016 16:04 Frank 97

Die als Flüchtlinge bezeichneten Personen haben mit ihren Gesten ihr wahres Gesicht gezeigt. Deshalb sind auch zukünftig friedliche Proteste gegen diese Politik notwendig.