Region Chemnitz

Landgericht Zwickau : Prozess wegen Drogenhandels eingestellt

Das Amtsgericht Zwickau hat das Verfahren gegen ein Ehepaar aus Reinsdorf wegen Drogenhandels im großen Stil noch am ersten Prozesstag wegen der zu geringen Schuld der Angeklagten eingestellt. Wie ein Gerichtssprecher mitteilte, haben sich die die 53 und 59 Jahre alten Eheleute im Gegenzug bereit erklärt, die von der Polizei beschlagnahmten Verkaufserlöse an die Staatskasse abzutreten. Über die Höhe des Geldbetrages machte der Sprecher keine Angaben.

Die Staatsanwaltschaft Zwickau hatte dem Paar Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz in mehr als 280 Fällen vorgeworfen. Sie sollen im Jahr 2009 über das Internet rund 40 Kilogramm synthetisches Haschisch an Shops und Privatkunden in Deutschland und Österreich verkauft haben. Die Ware wurde als Waldhumus verkauft. Nach Angaben der Anklage habe der Stoff die Rauschwirkung von normalem Cannabis übertroffen.

Angeklagte geben sich ahnungslos

Cannabispflanze
Was das Ehepaar da verkauft hat, war in seiner Wirkung fast so gut wie Cannabis.

Die Eheleute wiesen jede Schuld von sich. Sie erklärten, dass es sich bei den von ihnen im Internet vertriebenen Substanzen lediglich um harmlose Kräutermischungen gehandelt habe, die keinerlei Rauschwirkung verursacht hätten. Sie seien davon ausgegangen, Waldkräuter zu verkaufen, die zur Herstellung von Raumdüften und Räucherstäbchen benötigt würden. Auch über den Wirkstoff cwh-073, der im vermeintlichen Waldhumus enthalten war, wollen die Angeklagten nichts gewusst haben.

Insgesamt setzte das Paar binnen weniger Monate rund 220.000 Euro um. Bei einer Razzia in der Wohnung der Eheleute im September 2009 hatte die Polizei einen hohen Geldbetrag beschlagnahmt. Dieser fließt nun in die Staatskasse.

Zuletzt aktualisiert: 26. Januar 2012, 18:44 Uhr

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