Benjamin Przybylla
Der ehemalige Zwickauer AfD-Direktkandidat Benjamin Przybylla muss sich vor Gericht verantworten. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Amtsgericht Zwickau Ehemaliger AfD-Kandidat wegen Hausfriedensbruchs vor Gericht

Benjamin Przybylla
Der ehemalige Zwickauer AfD-Direktkandidat Benjamin Przybylla muss sich vor Gericht verantworten. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Der ehemalige Zwickauer AfD-Direktkandidat Benjamin Przybylla muss sich seit Donnerstag wegen Hausfriedensbruchs vor Gericht verantworten. Der 37-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft im Januar 2016 gemeinsam mit einem anderen Mann eine Gemeinderatssitzung in Reinsdorf nahe Zwickau gestört haben.

Zwischenrufe, Videos, Saalverbot

Przybylla soll während der Sitzung laut dazwischen gerufen haben, obwohl er kein Rederecht erhalten habe. Ein gegen ihn ausgesprochenes Sitzungsungssaalverbot habe er ignoriert, so ein Gerichtssprechers. Außerdem habe Przybylla die Versammlung widerrechtlich gefilmt und damit gegen Kunst- und Urheberrechte verstoßen.

Zum Prozessauftakt vor dem Amtsgericht Zwickau bestritt der Angeklagte den Videovorwurf. Er habe lediglich sein Recht als Pressevertreter wahrgenommen. Für welches Medium er tätig ist, sagte der selbstständige Gartenbauunternehmer nicht.

Rechte Youtuber
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AfD distanziert sich von Przybylla

Przybylla gilt als Rechtsaußen. Der Zwickauer AfD-Kreisverband ernannte ihn im Vorfeld der Bundestagswahl zu seinem Direktkandidaten. Später entzog ihm der Kreisverband das Vertrauen. Als Grund nannte der Verband Przybyllas Alleingänge sowie seine rechtsextremen Ansichten. Der Kreisverband ging damit in Zwickau ohne eigenen Kandidaten in die Bundestagswahl.

Quelle: dpa/MDR/ms

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.10.2017 | Nachrichten ab 11 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. November 2017, 15:25 Uhr

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7 Kommentare

10.11.2017 17:51 erstaunlich 7

Es gab Veranstaltungen, in denen AfD-Politiker auftraten oder besser gesagt, auftreten wollten, die durch linke Schreihälse so lange gestört wurden, bis die Veranstaltung abgebrochen werden musste.
Wurden diese jemals wegen Hausfriedensbruch belangt?

10.11.2017 14:11 Horst 1 6

die Redaktion hat AFD im Ohr, schon wird aus einer kleinen Mücke ein Elefant gemacht! Lächerlich!

10.11.2017 08:51 @09.11.2017 18:58 jochen 5

Paradebeispiel für Whataboutism. Danke. Sehr anschaulich.

10.11.2017 08:48 Erna 4

Um was für eine "Kunst" geht es in einer Gemeinderatssitzung?

09.11.2017 20:16 hercule 3

@2 ich wusste gar nicht das Zwickau in Sachsen Anhalt liegt also was soll uns ihr Kommentar sagen ?

09.11.2017 18:58 jochen 2

Wie wichtig bitte ist der angebliche "Hausfriedensbruch" eines ehemaligen AFD-Kandidaten gegen das Gemauschel des Finanzministers Schröder und seiner Büroleiterin in Sachsen Anhalt ?
Dagegen ist die CDU in Sachsen Anhalt ist eine schlimme Skandalpartei.

09.11.2017 18:07 Hippiehooligan 1

Die Neu-Rechten können sich einfach nicht benehmen. Das sind also dann die sogenannten Vorzeigedeutschen? Gehört wohl zu dieser "deutschen Kultur" von der man zwar schon viel gehört, aber noch nie etwas gesehen hat...