Besucher klatschen im Kinosaal.
Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Mit Zuschauerrekord 22. "Schlingel" in Chemnitz ist beendet

Besucher klatschen im Kinosaal.
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Das 22. Internationale Filmfestival für Kinder und Junges Publikum "Schlingel" ist am Sonntag in Chemnitz zu Ende gegangen. Etwa 24.000 Besucher sahen in der vergangenen Woche die 159 Festivalbeiträge. Die Juroren vergaben in 14 Kategorien Preise für die Produktionen aus 51 Ländern.
"Das Kino kann noch zaubern." Das meint Festivalleiter Michael Harbauer. Und er spielt damit nicht nur auf die Qualität der Produktionen an, die diesmal über die Leinwand flimmerten. "Gerade der Kinderfilm zeigt, dass man junge Leute noch ins Kino locken kann. Das haben wir in der letzten Woche erleben können. Wenn man 21.000 Besucher hat und dazu etwa 3.000 in der Stadt Zwickau, dann macht uns das ziemlich glücklich."

Hauptpreis geht nach Spanien

Eine Kinofilmrolle hängt aus einer Filmdose heraus.
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Der Streifen "Zip & Zap und die Kapitänsinsel" des spanischen Regisseurs Oskar Santos erhielt den mit 12.500 Euro dotierten Europäischen Kinderfilmpreis. Die märchenhafte Geschichte handelt von den frechen Zwillingen Zip und Zap, die von ihren Eltern auf einer geheimnisvollen Insel in einem prunkvollen Landsitz zurückgelassen werden. Sie erwartet dort ein Leben ohne Regeln, Grenzen und Eltern - ein Paradies für Kinder, aber nur scheinbar.

Über den mit 10.000 Euro dotierten Preis der Sächsischen Landesmedienanstalt konnte sich die britische Regisseurin Rebekah Fortune für ihren Film "Einfach Charlie" freuen. Festivalleiter Harbauer kann die Entscheidung der Jury für diesen Film sehr gut verstehen. "Die Geschichte ist so rührend, dass sie nicht nur den Juroren gefallen hat, sondern dass auch mancher Zuschauer schluchzend aus dem Kino kam." Im Mittelpunkt dieses Films steht ein Junge, der sich eigentlich als Mädchen fühlt und erleben kann, dass er von den Eltern geliebt und unterstützt wird und von seinem Umfeld toleriert und akzeptiert wird.

Der Preis der Stadt Chemnitz in Höhe von 5.000 Euro ging an die französisch-belgische Koproduktion "Kleiner Schlingel Spirou" (Regie: Nicolas Bary). Erzählt wird die Geschichte des Jungen Spirou, der die Schule wechseln soll, um Hotelpage zu werden. Er und seine Freunde finden diesen langweiligen Plan alles andere als toll. Mit einer Weltreise will er allen beweisen, dass er das Zeug zum Abenteurer hat.

Kinder sitzen in einem Kinosaal.
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Insgesamt wurden mehr als 50.000 Euro Preisgelder vergeben. Geld spielt laut Harbauer für das Festival eine nicht unerhebliche Rolle, denn es soll den Filmproduktionen den Sprung auf die Leinwände der Kinos erleichtern. Allein die Synchronisation eines Kinderfilms könne schnell 25.000 Euro verschlingen. "Das sieht man nicht. Aber dafür muss man kämpfen, dass die Filme auch ihr wirkliches Zuhause hier finden können." Und auch das Festival selbst und die Mitarbeiter, die jährlich das umfangreiche Programm auf die Beine stellen, bräuchten eine angemessene finanzielle Entschädigung. Doch bei allen finanziellen Fragen bleibt eins auch im kommenden Jahr beim "Schlingel" das Wichtigste: das Leuchten der Kinderaugen im Kinosaal.

Quelle: MDR/tfr

Die Preisträger des 22. Kinderfilmfestivals "Schlingel" Europäischer Kinderfilmpreis der sächsischen Kunstministerin
ZIP & ZAP UND DIE KAPITÄNSINSEL | Spanien 2016 | Regie: Oskar Santos

Hauptpreis der Sächsischen Landesmedienanstalt SLM
EINFACH CHARLIE | Großbritannien 2016 | Regie: Rebekah Fortune

Preis der Stadt Chemnitz
KLEINER SCHLINGEL SPIROU | Frankreich 2017 | Regie: Nicolas Bary

Sonderpreis des MDR
HERZ ÜBER KOPF – DIE MELODIE IHRES LEBENS | FRA 2016 | Regie: Michel Boujenah

Preis für den besten Kinderdarsteller
JULIAN RAS (Hotel the Big L) | NL, DE 2017 | Regie: Ineke Houtman

Filmpreis der Juniorjury
EINFACH CHARLIE | Großbritannien 2016 | Regie: Rebekah Fortune

Filmpreis der Jugendjury
EIN MEER AUS SALZ UND BLÜTEN | Südkorea 2016 | Regie: Chang

Förderpreis der DEFA-Stiftung
AXOLOTL OVERKILL | Deutschland 2017 | Regie: Helene Hegemann

Jugend- und Kinderfilmpreis des Goethe-Instituts
TIMM THALER ODER DAS VERKAUFTE LACHEN | DE 2016 | Regie: Andreas Dresen

Animationsfilmpreis
DER SCHLAUE URFIN UND SEINE HOLZSOLDATEN | RUS 2017
Regie: Fjdor Dmitriew, Darina Schmidt, Wladimir Toroptschin

Preis der Europäischen Kinderfilmvereinigung ECFA
AMELIE RENNT | Deutschland, Italien 2017 | Regie: Tobias Wiemann

Preis der FIPRESCI-Jury:
FARBEN DER UNSCHULD | Indien 2016 | Regie: Manas Mukul Pal

Preis der Ökumenischen Jury:
AUF RÄDERN | Brasilien 2017 | Regie: Mauro D’Addio

Lichtenauer Publikumspreis:
Die blaue Tür | Polen 2016 | Regie: Mariusz Palej

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHEN - Das Sachsenradio | 02.10.2017 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2017, 18:25 Uhr

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