In einer Halle stehen viele historische Autos der Marke Trabant.
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Inter Trab muss ausziehen Trabant-Register verabschiedet sich aus Zwickau

In einer Halle stehen viele historische Autos der Marke Trabant.
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Es ist ein Abschied auf Zeit: Zum letzten Mal konnten am Sonntag in Zwickau die Duroplast-Bomber "Trabant" und ihre Geschwister bewundert werden. Der Verein des Internationalen Trabant-Registers hatte in den vergangenen Jahren alles zusammengetragen, was bei Sachsenring Zwickau von den Bändern gerollt ist.

Ein Trabant, der wie ein Westauto mit Steilheck aussieht.
Der P 610, ein Prototyp von 1979, der gemeinsam mit Skoda entwickelt wurde. Auf Beschluss des Ministerrates ging er nie in Serie. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Zu sehen waren unter anderem ein F 8 Cabrio, ein P 70 Coupé 1958, der legendäre Sachsenring P240, ein Prototyp des Trabant P610 mit Skoda Motor, der Diesel Trabant und der Rallyetrabant 800 RS. Damit waren in dieser einmaligen Ausstellung neben den bekannten Trabis aller Baujahre auch Modelle zu bestaunen, die der Planwirtschaft zum Opfer fielen und nie über das Stadium des Prototyps hinauskamen.

Aber auch auf den ersten Blick unscheinbare Schätze haben die Museumsgründer zusammengetragen. So findet man zum Beispiel den allerletzten Zweitakt-Trabantmotor, der je produziert wurde. Er steht noch auf seinem Transportgestell, so wie er aus Karl-Marx-Stadt nach Zwickau kam. Nun wartet er in der Ausstellung auf seinen Einbau.

Ein Motorblock liegt neben einem ausgestellten Pkw.
Der allerletzte seiner Art: Der letzte Zweitaktmotor, der je für den Trabi produziert wurde. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Nur ein Automobilmuseum in Zwickau

Vereinschef Wolfgang Kießling vom Inter Trab e.V. zu den Gründen für die Schließung des Museums: "Es gibt eine Abmachung mit dem August-Horch-Museum, dass es nur noch ein Automobilmuseum in Zwickau gibt. Als das August-Horch-Museum in den vergangenen Jahren erweitert wurde, konnten wir das Thema Trabant zeigen. Nun öffnet das neue Museum am 10. November und unsere Ausstellung wird geschlossen."

Neue Ausstellung in Meerane geplant

Ein großer Oldtimer mit offener Motorhaube in der Ausstellungshalle.
Auch ein "Trabant" - der legendäre "Sachsenring" P 240 mit 2,4 Litern Hubraum von 1957. Damaliger Preis: 27.000 Mark. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Aber da der Trabi schon sinnbildlich für das Sprichwort steht, dass Totgesagte länger leben, hat Wolfgang Kießling noch ein Ass im Ärmel: "Mit einem lachenden Auge freuen wir uns zwar, dass ein Teil der Fahrzeuge von uns auch im August-Horch-Museum stehen. Aber natürlich haben wir noch viel mehr zu zeigen. Es gibt die Idee, die Ausstellung in Meerane in zwei Jahren wieder neu zu eröffnen."

Dort könnte dann auf einer 3.000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche noch viel mehr gezeigt werden. Nicht nur zur Geschichte der Trabis, sondern auch zu den Lebensumständen in der DDR, merkt Matthias Dehmer an, der sich als Beisitzer ebenfalls beim InterTrab e.V. engagiert: "Wir haben genügend Exponate, um eine ganze Werkstattszenerie darzustellen. Außerdem wäre es schön, auch die vielen Zulieferbetriebe in die neue Ausstellung einzubeziehen. Und der Trabant-Rallye-Sport könnte ebenfalls umfassend gezeigt werden."

Das Internationale Trabant Register lockte seit 2002 jährlich 5.000 Besucher an.
Die Neueröffnung der Ausstellung in Meerane, wo immerhin die Karosserien für den Kombi und den Kübel-Trabant gebaut wurden, könnte bereits in zwei Jahren stattfinden.

Ein runder Trabant 600 steht glänzend in der Halle.
Rund und schön - der 600er Trabant, der vielleicht auch bald in Meerane zu sehen sein wird. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Quelle: MDR/tfr

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.10.2017 | 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2017, 19:40 Uhr

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