Nach Solarworld-Insolvenz Jobbörse für Freiberger Solarwerker

Nach der Solarworldpleite sind Hunderte ehemalige Freiberger Beschäftigte in einer Transfergesellschaft aufgefangen worden. Für sie haben Arbeitsagentur und Transfergesellschaft nun eine zweitägige Jobbörse organisiert.

Ehemalige Solarwordbeschäftigte auf der Jobbörse im Freiberger Rathaus
Reger Andrang herrschte am ersten Tag der Jobbörse im Festsaal des Freiberger Ratskellers. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Eine Jobbörse soll den ehemaligen Beschäftigten des Freiberger Solarworld-Werkes neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnen. Etwa 50 Betriebe präsentieren sich am Mittwoch und Donnerstag im Festsaal des Freiberger Ratskellers, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Die Jobbörse haben die Freiberger Arbeitsagentur und die Transfergesellschaft auf die Beine gestellt. In die Transfergesellschaft waren nach der Pleite von Solarworld 630 Beschäftigte des Freiberger Standortes übernommen worden.

Jobbörse bringt Interessenten zusammen

"Wir versuchen für alle ehemaligen Solarworld-Beschäftigten schnellstmöglich wieder neue Stellen zu finden", sagt Transfergesellschaft-Geschäftsführer Bernd Nickolay MDR SACHSEN. Einer dieser Wege seien Aktionen wie diese, bei denen Firmen und Jobsuchende auf unkomplizierte Art und Weise zusammenkommen könnten. "Ich komme aus Chemnitz und schaue mich hier um, ob es auch Angebot aus der Nähe gibt", sagt einer der Besucher der Jobbörse, der 15 Jahre als Ingenieur bei Solarworld beschäftigt war. Vielleicht finde er sogar eine Stelle mit einem kürzeren Arbeitsweg als in den Jahren zuvor. "Mit zwei Firmen habe ich hier schon gesprochen und bei denen werde ich mich bewerben."

40 Prozent haben schon wieder einen Job

Von den ursprünglich 630 Beschäftigten in der Transfergesellschaft haben laut Nickolay etwa 40 Prozent schon wieder neue Stellen gefunden. "Entweder konnten sie durch die Arbeitsagentur vermittelt werden oder sie haben selbst etwas gefunden", sagt er. Nickolay begleitet schon seit über 20 Jahren Umstrukturierungen nach Pleiten und Firmeninsolvenzen. Bei solch großen Unternehmen wie Solarworld seien die Herausforderungen um einiges größer, als wenn nur ein Unternehmenszweig einer Firma geschlossen wird, weiß er aus Erfahrung. Dennoch sieht Nickolay für die ehemaligen Solarworldmitarbeiter gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, da es sich um gut qualifizierte Fachkräfte handelt. "Deshalb haben sich bei unserer Jobbörse nicht nur regionale Firmen sondern auch überregionale IT-Unternehmen wie Infineon angemeldet."

Quelle: MDR/mwa

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 04.10.2017 | 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz
MDR SACHSENSPIEGEL| 04.10.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Oktober 2017, 19:40 Uhr

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