Thomas Stebich, Dr. Eva-Maria Stange und Pia Findeis präsentieren einen Förderbescheid
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

500.000 Euro Zuschuss vom Freistaat Museumslücke im Horch-Museum wird geschlossen

Eigentlich war die sächsische Kunstministerin Eva-Maria Stange am Montag ins Zwickauer August-Horch-Museum gekommen, um einen Scheck der Landesregierung in Höhe von 500.000 Euro zu übergeben. Mit dem Geld soll die Zwickauer Sonderausstellung "Schauplatz Automobil" für die 4. Sächsische Landesausstellung in drei Jahren unterstützt werden. Gleichzeitig konnte sie schon einen Blick in die geplante Dauerausstellung werfen, die sich an historischem Ort dem legendären Trabi widmen wird.

Thomas Stebich, Dr. Eva-Maria Stange und Pia Findeis präsentieren einen Förderbescheid
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Der Trabi und eine typische DDR-Datsche bildeten daher auch den sehenswerten Rahmen für die Scheckübergabe. Denn die 4. Sächsische Landesausstellung 2020 wird sich der Industriekultur widmen und das Zwickauer August-Horch-Museum mit seiner Leitausstellung unter dem Titel "Schauplatz Automobil" die Geschichte des Fahrzeugbaus in Sachsen zeigen. Der Besucher werde einen Überblick über regionale Schwerpunkte und Verflechtungen mit anderen Branchen erhalten, unterstrich die Ministerin. "Denn in Sachsen wurden und werden nicht nur Fahrzeuge produziert. An drei Universitäten, fünf Hochschulen und mehr als 50 Forschungsinstituten wird nach neuen Ideen und Technologien für das Automobil der Zukunft gesucht." Diese Verknüpfung von Tradition und Moderne sei gelebte Industriekultur.

Pkw Trabant 600 mit Anhänger steht vor Landschaftstapete
Zehn Jahre muss man nicht mehr warten auf den Trabi. Noch in diesem Jahr sollen er und viele andere "Rennpappen" in Zwickau wieder zu sehen sein. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

4. Sächsische Landesausstellung Die 4. Sächsische Landesausstellung zur Industriekultur im Freistaat wird 2020 an sieben Orten gezeigt. Neben der Leitausstellung im Zwickauer Audi-Bau wird sie von sechs Satellitenschauen ergänzt, die in bereits vorhandenen branchenspezifischen Museen Einblicke in spezielle Aspekte der Industriekultur geben werden. Diese Orte sind:

- August-Horch-Museum Zwickau: Automobilbau
- Industriemuseum Chemnitz: Maschinenbau
- Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf: Eisenbahn, Gütertransport
- Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau: Textilindustrie
- Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge: Steinkohlenbergbau
- Himmelfahrt Fundgrube Freiberg: Erzbergbau, Ressourcentechnologien Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst


Trabi kommt 2017 wieder zu musealen Ehren

Dr. Eva-Maria Stange und Thomas Stebich vor einer großen Maschine
Der Anfang aller Trabis: Ministerin Stange lässt sich die Fertigungsanlage für die Herstellung von Duroplast für den Trabant erläutern. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Bereits in diesem Jahr wird der Trabi zu neuen Ehren im Museum kommen. In einer aufwendig restaurierten Halle, die bis in die jüngste Vergangenheit überwiegend dem Automobilbau diente, stehen dann rund 3.500 Quadratmeter zusätzliche Ausstellungsfläche zur Verfügung. Die weltweit einzig verbliebene Fertigungsanlage für die Herstellung von Duroplast für den Trabant wird im neuen Erweiterungsbau ebenso gezeigt werden wie Fahrzeug-Prototypen, die während der DDR-Zeit entwickelt, aber nie gebaut werden durften. Neben dem Besuch der originalgetreu eingerichteten Datsche sollen die Besucher dann - zumindest virtuell - einen Trabi tunen und auf den Zuschauerrängen bei einem Rennen der legendären Silberpfeile Platz nehmen können.

In diesem Jahr noch sollen sich die Türen für den Erweiterungsbau öffnen. Wann genau der erweiterte Blick in die automobile Vergangenheit der Region allerdings für die Besucher möglich sein wird, ließ man offen. Aber Wartezeiten aufs Auto sind gelernte DDR-Bürger ja gewohnt.

In einem nierenförmigen Außenspiegel spiegelt sich eine Wiese.
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Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.08.2017 | 06:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2017, 18:26 Uhr