Region Chemnitz

Chemnitz : Eine Unternehmervilla als Museum

Die 1903 vom belgischen Künstler Henry van de Velde im Auftrag von Unternehmer Herbert Eugen Esche erbaute Villa in der Parkstraße ist ein Museum der besonderen Art. Das Baudenkmal beherbergt nach aufwendiger Renovierung heute Deutschlands erstes van-de-Velde-Museum.

Munch porträtierte Fabrikantenfamilie

Kunstsammlungen Chemnitz
Die Villa Esche beherbergt das erste Henry van de Velde-Museum in Deutschland.

Die Exponate sind Eigentum der Kunstsammlungen, im Erdgeschoss vermitteln das ehemalige Speisezimmer und der Musiksalon weitgehend original möbliert einen Eindruck des ursprünglichen Ambientes. Im Obergeschoss der Villa Esche gib eine Dauerausstellung in den ehemaligen Schlafräumen und im Badezimmer Einblicke in das weit gefächerte Gesamtschaffen des Künstlers.

Die Villa in der Chemnitzer Parkstraße war das erste architektonische Auftragswerk des belgischen Künstlers. Esche ließ seinem Architekten viel Freiraum, sodass ein Gebäude in geradliniger und funktionaler Gestaltung entstand. Mit Gebäude, Raumanordnung, Einrichtung und Gartengestaltung schuf van de Velde ein Gesamtkunstwerk.

Kunstsinniger Strumpffabrikant

Der Grundstein für das Firmenimperium der Unternehmerfamilie Esche wurde im 17. Jahrhundert im nahen Limbach gelegt. Dort entwickelte das Unternehmen den ersten funktionstüchtigen Strumpfwirkstuhl. Ab 1870 entstand in Chemnitz die seinerzeit größte Strumpffabrikation Deutschlands. Die Familie galt als politisch und gesellschaftlich aktiv, zudem als kunstsinnig. So weilte beispielsweise 1905 der norwegische Maler Edvard Munch auf Einladung in der Villa Esche, um die Familienmitglieder zu porträtieren.

Die Geschichte der Villa Esche
1902/03 Entwurf und Bau der Villa durch Henry van de Velde
1945-47 Sitz der Sowjetischen Militärkommandantur
1947-52 Wohnhaus, genutzt von Hans Herbert Esche, dem Sohn des Bauherrn
1952-64 Nutzung durch die Staatssicherheit
1964-89 Bildungsstätte der Handwerkskammer
1989-98 Leerstand und Verfall
1998-2001 Kauf durch ein kommunales Grundstücks- und Wohnungsunternehmen mit anschließender Sanierung als Baudenkmal
ab 2001 Nutzung als Henry van de Velde - Museum

Das Chemnitzer Museum ist eine Station der europäischen Henry van de Velde-Route.

Zuletzt aktualisiert: 19. Januar 2012, 13:32 Uhr

Öffnungszeiten

Das Henry van de Velde-Museum, auch als Esche-Villa bekannt, hat mittwochs sowie freitags bis sonntags jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet drei Euro, Kinder bis 18 Jahre und Schüler frei.

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben freien Eintritt. Für den Besucher mehrerer Museen der Chemnitzer Kunstsammlungen gibt es Kombitickets.

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