Region Chemnitz

Solarkrise : Solarworld in Freiberg schickt 350 Beschäftigte in Kurzarbeit

Die Beschäftigten der Solartechnologie-Branche leiden weiter unter der Krise der deutschen Solarindustrie. Beim Hersteller Solarworld im sächsischen Freiberg sind seit Montag 350 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Wie Konzernsprecher Milan Nitzschke MDR INFO bestätigte, sollen sie bis Ende April 30 Prozent weniger arbeiten. "Ziel ist es, den Standort und alle Arbeitsplätze zu erhalten. Allerdings geht die aktuelle Marktlage auch an Solarworld nicht spurlos vorbei."

Gewerkschaft zeigt sich optimistisch

Die Matrix-Unit verbindet die Strings zu einer Matrix, einer Fläche aus 60 Solarzellen. Im weiteren Verlauf entsteht ein Sandwich aus Solarglas, 3 Folien und den Solarzellen.
MDR INFO

Solarworld beruhigt: Kurzarbeit nur vorübergehend

14.01.2013, 11:50 Uhr | 03:39 min

Ab dem zweiten Quartal will das Unternehmen laut Nitzschke wieder voll durchstarten. "Eine Verlängerung der Kurzarbeit ist nicht geplant. Ich gehe davon aus, dass sich der Markt erholen wird. Außerdem erwarte ich eine Entscheidung der EU-Kommission gegen chinesische Dumpingangebote. Strafzölle sollen verhindern, dass die Chinesen ihre Produkte unter den Herstellungskosten anbieten können."

Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie unterstützt die Kurzarbeit. Bezirkschef Voigt sagte MDR INFO: "Kurzarbeit ist ein bewährtes Mittel, um über die Krise zu kommen. Es zeigt auch, dass Solarworld die Mitarbeiter auf Dauer an Bord halten will." Voigt sei sich sicher, dass die Arbeitsplätze auch benötigt werden. Solarworld habe ein starkes Produkt. Es komme nun darauf an, welche Rahmenbedingungen die Politik schafft.

Der Freiberger Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm sieht in der Kurzarbeit bei Solarworld ein Zeichen für die Zukunft. Schramm sagte MDR INFO: "Aus meiner Sicht ist die Kurzarbeit ein Zeichen für Zukunft. Sicher wird es nicht auf gewohntem Niveau weitergehen, aber weitergehen wird es auf jeden Fall." Wenn ein deutsches Solar-Unternehmen in Deutschland Zukunft habe, dann sei es Solarworld. Freiberg bezeichnete Schramm als den Europa-Standort für Solarworld. 

Solarwatt-Chef: Branche erlebt weitere Insolvenzwelle

Ein Mann arbeitet an einer Fertigungslinie für Module
Die Solarwatt aus Dresden glaubt mit der Umstrukturierung die Wende geschafft zu haben.

Erst im Dezember letzten Jahres hatte der Chef der Dresdner Firma Solarwatt der Branche eine düstere Zukunft vorausgesagt. Detlef Neuhaus sagte der "Wirtschaftswoche": "2013 wird die Branche eine neue Insolvenzwelle erleben." Solarwatt war im Sommer vergangenen Jahres zahlungsunfähig und wurde saniert. Die Zukunft des eigenen Unternehmen sieht Neuhaus im Zuge der Neuausrichtung vom bloßen Solarmodul- zum Systemhersteller hingegen optimistisch: "Wir werden dann wettbewerbsfähig und gewappnet sein." Solarwatt hatte Ende Oktober 2012 das Insolvenzverfahren in Eigenregie beendet.

MDR-Themenseite: Hat Solarstrom Zukunft?

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Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2013, 15:44 Uhr

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