Gelenau Erzgebirgische Medaillenhoffnungen für London

Der LV 90 Erzgebirge hat am Dienstag auf den Thumer Werfertag am 18. August vorausgeblickt. Eines der größten "Zugpferde" der Veranstaltung, der Kugelstoßer David Storl, ist heute zunächst für die WM in London offiziell verabschiedet worden. Ebenso wie Sprinterin Rebekka Haase vom Verein LV 90 Erzgebirge.

An einem Podium sitzen fünf Personen, darunter ganz links der Kugelstoßer David Storl. Im Hintergrund steht als Überschrift  - Thumer Werfertage.
Pressekonferenz am Dienstag in Gelenau Bildrechte: MDR/Nora Kilényi

"21,53 Meter in Biberach! Endlich ein Ergebnis, was sich lohnt zu filmen!" Das postete David Storl am Montagabend auf seiner Facebook-Seite. Noch drei Tage zuvor stand er in Erfurt ziemlich zerknirscht auf dem Siegertreppchen. Zwar wurde er zum siebten Mal hintereinander Deutscher Meister. Doch kam er damals noch nicht mal an die 21-Meter-Marke heran.

Kugelstoßer David Storl stößt bei der Hallen EM 2017 in Belgrad.
David Storl bei der Hallen EM 2017 in Belgrad. Bildrechte: IMAGO

"Da muss ich noch ein bisschen was drauf packen. Der Kampf um Gold wird ein sehr schwerer werden - mit 22,65 Meter als Vorleistung von einem Amerikaner - das ist schon mal eine ganz andere Liga. Da tut sich die ganze Welt schwer, hinterher zu kommen. Aber ein realistisches Ziel für London ist eine Medaille. Und mit einer '21,50' ist das der Bereich, wo man anfängt."

Auch so freut sich der 26-Jährige auf London. Hier hat er 2012 seine erste olympische Medaille feiern können. 2015 und 2016 hat der zweifache Weltmeister in London jeweils Bestleistungen erzielt. "Ich freue mich auf den Ring, ich freue mich auf die Wettkämpfe in London."

Sprinterin Rebekka Haase will durchstarten

Eine junge Frau sitzt an einem Podium bei einer Pressekonferenz. Im Hintergrund eine Tafel mit Sponsorenlogos, im Vordergrund ist der Auschnitt eines kleinen Plakates mit der Überschrift "Thumer Werfertage" zu sehen.
Rebekka Haase Bildrechte: MDR/Nora Kilényi

Auch Sprinterin Rebekka Haase vom LV 90 Erzgebirge hat sich viel vorgenommen. Die 100 Meter will sie so gut wie möglich absolvieren. Aber noch mehr will sie sich auf die Staffel konzentrieren. Da sollte es schon eine Medaille werden, sagt die 24-Jährige. "Wir reisen als Staffel-Weltmeister an, und ich glaube, da brauchen wir uns wirklich nicht mehr verstecken. Wir werden auch wahrgenommen als wirklich ernstzunehmende Konkurrenz und das werden wir dort auch beweisen können." Mit dem vorigen Weltmeistertitel meint sie die inoffizielle dritte Staffel-Weltmeisterschaft "IAAF World Relays" auf den Bahamas, wo sie mit ihren drei Mitstreiterinnen in der 4 x 100 Meter Staffel Gold erreichte. "Da sind wirklich die besten Nationen der Welt in den Staffelwettbewerben angetreten. Wir haben uns gegen den Rest der Welt durchgesetzt." In London wollen sie noch einmal eine Schippe drauflegen, weil sie in Bestbesetzung laufen werden, so Haase.

Mentale Vorbereitung

Während David Storl einen neuen Mental-Coach an seiner Seite hat, der ihn zusammen mit Bundestrainer Sven Lang nun optimal auf London vorbereiten will, könnte Rebekka Haase sich mental theoretisch selbst coachen. Denn sie studiert Psychologie an der TU Chemnitz. "Man versteht besser die Vorgänge, die in einem passieren, aber man braucht trotzdem noch jemanden anderen, mit dem man das beleuchtet." Haase meint, es sei nicht so einfach, sich permanent selbst zu reflektieren, weil man sich selbst dabei auch viel schön reden würde. "Das ist im Sport ein ganz großes Problem, wenn man sich an den Start stellt und der Überzeugung ist, Weltrekord laufen zu können, und steht dann auf der Bahn, und weiß gar nicht mehr, was passiert." Das gehe so nicht, daher habe sie eine Vertraute, die mit ihr schon seit 2010 arbeite, das funktioniere ganz gut, so Haase.

14. Thumer Werfertag am 18. August

Beim Thumer Werfertag wird das gesamte nationale Who is Who der Kugelstoß-, Speerwerf- und Diskuswerf-Riege am Start sein, darunter auch viele Deutsche Meister, Europameister und auch Weltmeister und Olympiasieger. Dazu kämen noch internationale Top-Athleten, um für die deutschen Sportler eine Konkurrenz-Situation herstellen zu können, meint Gastgeber Sven Lang vom LV 90 Erzgebirge. Es gebe immer viel mehr Anmeldungen, als sie finanzieren könnten. "Der Thumer Werfertag hat inzwischen eine Lukrativität erreicht", so Lang. Die Athleten kämen wegen der Publikumsnähe hierher: "Die Zuschauer stehen drei Meter neben dem Kugelstoßring. Die Speerwerfer laufen durch eine Gasse von 1.000 Leuten". Das sei unwahrscheinlich motivierend für die Sportler.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.07.2017 | 16:30 Uhr in den Nachrichten aus dem Chemnitzer Regionalstudio
MDR SACHSENSPIEGEL | 11.07.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2017, 20:28 Uhr

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