Blick ins Lernlabor Cybersicherheit
Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Digitale Angriffe Mittweida bekommt Labor für Cybersicherheit

Die Internetkriminalität ist ein explosionsartig wachsendes Gewerbe. Vor allem Industrie und Behörden sind in den vergangenen Jahren immer stärker Angriffen aus dem Netz, der sogenannten Cyberkriminalität, ausgesetzt. Dabei werden Daten ausspioniert oder Firmen und Privatleute erpresst. Um dieser Entwicklung wirksam zu begegnen, bedarf es gut geschulter Spezialisten in Unternehmen und bei staatlichen Behörden.

Blick ins Lernlabor Cybersicherheit
Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Einen großen Schritt, um Daten besser zu schützen und Internetkriminellen das Leben schwer zu machen, hat am Mittwoch die Hochschule Mittweida gemacht. Im Beisein von Politprominenz und hochkarätigen Wissenschaftlern wurde ein "Lernlabor Cybersicherheit" eröffnet. Die Hochschule arbeitet dabei eng mit dem Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT in Darmstadt zusammen.

Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil

Dirk Labudde Hochschule Mittweida, Raoul Klinger Forschungsdirektor
Dirk Labudde, Hochschule Mittweida, Raoul Klingner Forschungsdirektor Fraunhofer-Gesellschaft und Michael Waidner Institutsleiter SIT (v.l.) stellten das Projekt der Öffentlichkeit vor. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

SIT-Chef Michael Waidner sagte zur Vorstellung des gemeinsamen Projekts: "Die IT-Forensik wird immer wichtiger und wir haben in der Hochschule Mittweida einen Partner gefunden, der auf diesem Gebiet einen sehr guten Ruf hat und hier ergänzen wir uns hervorragend." Auch Dirk Labudde, Projektleiter und Professor für Forensik in Mittweida freut sich über die Zusammenarbeit: "Es war ein schwieriger aber schöner Weg, diese Zusammenarbeit auf die Beine zu stellen. Wir werden in Zukunft ein zuverlässiger Partner für Behörden und Industrie sein."

Was ist das effektive Krisenmanagement bei einem Cyberangriff und wie muss ich mich verhalten?

Prof. Dirk Labudde Hochschule Mittweida

Die Zusammenarbeit der Hochschule Mittweida mit der Fraunhofer-Institut SIT hat eine Laufzeit von zunächst drei Jahren. Für das Projekt bekommt die Hochschule etwa eine Million Euro vom Bund. Auch die Arbeit des SIT wird aus Bundesmitteln mitfinanziert. Das Lernlabor Cybersicherheit wird IT-Kurse in Mittweida, bei Unternehmen und Behörden oder auch über Online-Seminare anbieten. Mit dem neuen Lernlabor in Mittweida gibt es nun bundesweit sechs solcher Einrichtungen, bei denen die Fraunhofer-Gesellschaft mit Hochschulen zusammenarbeitet.

Unternehmen und Behörden besser schützen

Dozent Tommy Bergmann sitz vor einem Computer
Tommy Bergmann ist einer der Spezialisten vom Lernlabor Cybersicherheit. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Das Lernlabor soll IT-Spezialisten und andere Mitarbeiter schulen, um Cyberangriffe zu verhindern. Behörden wie der Polizei würden Werkzeuge zur Verfügung gestellt, um Internetkriminalität effektiver zu bekämpfen und zu verfolgen, erklärt Henrik Hohenlohe, Leiter des Cybercrime Competence Centers beim LKA Sachsen. So gehe es im Bereich der Polizeiarbeit vor allem um die Zusammenfassung von kriminalistischer und IT-Kompetenz. Im Bereich der Cyberkriminalität müssten beispielsweise gewaltige Datenmengen ausgewertet werden. Dafür brauche es geschulte Mitarbeiter und modernste Software.

So werden Unternehmen und Behörden im Umgang mit Online-Tools und digitaler Open Source Intelligence (OSINT) geschult. "Das sind Informationen aus frei verfügbaren Quellen wie sozialen Netzwerken, mit denen die Unternehmen und Behörden Cyberkriminalität erkennen und verhindern können", sagt Tommy Bergmann, einer der Dozenten des Lernlabors. Der 29-Jährige hat in Mittweida studiert und wird in Zukunft "IT-Schüler" betreuen.

Quelle: MDR/PM/mwa

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 20.09.2017 | Regionalnachrichten Chemnitz 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2017, 20:05 Uhr

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