Mehrere Personen sitzen sich in einem Verhandlungssaal gegenüber.
Prozessauftakt gegen einen 32-jährigen Mann aus Pakistan (4.v.l.) Bildrechte: MDR/Harry Härtel

Landgericht Chemnitz Mutmaßlicher Sexualtäter angeklagt

Am Landgericht Chemnitz ist am Montag der Prozess gegen einen 31-jährigen Mann eröffnet worden. Er soll in zwei Fällen Frauen mit einem Messer angegriffen haben. Beide mussten im Krankenhaus behandelt werden. Eine von ihnen überlebte die Attacke nur knapp.

Mehrere Personen sitzen sich in einem Verhandlungssaal gegenüber.
Prozessauftakt gegen einen 32-jährigen Mann aus Pakistan (4.v.l.) Bildrechte: MDR/Harry Härtel

Beim ersten Vorfall im Juni 2016 soll der Angeklagte eine Zeitungszustellerin nachts gegen 3:45 Uhr angegriffen haben. In diesem Fall wird ihm neben schwerem Raub auch sexuelle Nötigung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft hat der aus Pakistan stammende Mann die 52-Jährige ins Gebüsch gezerrt und versucht, ihr die Hose auszuziehen, um sich sexuell an ihr zu vergehen. Damit sie nicht schreit, habe er ihr einen spitzen Gegenstand an den Hals gedrückt und im weiteren Verlauf mehrere Schnittverletzungen zugeführt. Zudem soll er ihr das Handy aus der Hosentasche geklaut haben. Als ein Auto vorbeifuhr, ließ er von seinem Opfer ab und floh. Eine Polizeistreife wurde kurz danach auf die Frau aufmerksam. Die 52-Jährige befindet sich noch immer in psychologischer Behandlung: "Ich gehe anders durch die Welt. Ich fühle micht nicht mehr so frei wie früher, denn die Angst geht immer mit."

Joggerin im Park überfallen

Rund einen Monat später hat es eine damals 21-jährige Studentin getroffen. Sie ging in Joggingkleidung gegen 22 Uhr durch den Stadtpark Chemnitz an dem dunkelhäutigen Mann vorbei. Vor Gericht berichtete sie am Montag, völlig aufgelöst unter Tränen, wie er sie von hinten gepackt und ins Gebüsch geworfen habe. Mit einem Klappmesser habe er dann acht oder neun Mal auf sie eingestochen. Laut Anklageschrift waren auch lebenswichtige Organe betroffen. Sie sei mehrere Stunden notoperiert und anschließend in ein künstliches Koma versetzt worden. Noch immer würden sie ihre Verletzungen körperlich beeinträchtigen, sagte die Studentin. Sie tritt in dem Prozess, wie das andere Opfer auch, als Nebenklägerin auf. Auch sie habe seitdem Angst, alleine auf die Straße zu gehen, berichtete sie dem Gericht.

Angeklagter gesteht die Angriffe

Sein Pflichtverteidiger Uwe Lang teilte am Montag dem MDR mit, der Angeklagte wolle mit den Taten abschließen. Er bereue sie, könne sie jedoch nicht rückgängig machen. Daher sei er geständig und werde mit den Konsequenzen leben. Allerdings hatte der 32-Jährige am ersten Verhandlungstag angegeben, dass er bei beiden Vorfällen so stark betrunken gewesen sei, dass er sich kaum noch an Details erinnern könne. Im Laufe von fünf weiteren Verhandlungstagen soll unter anderem ein psychiatrisches Gutachten seine Schuldfähigkeit klären.

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2017, 22:33 Uhr

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4 Kommentare

24.01.2017 10:49 D.o.M. 4

Warum steht eigentlich hier noch "mutmaßlich", wenn berichtet wird, dass der Knabe ein Geständnis abgelegt hat ?

24.01.2017 10:41 D.o.M. 3

Ist in Pakistan irgendwie Krieg ? Oder worauf begründet der "Schutzsuchende" sein Recht, noch hier sein zu dürfen ? Ausweis verloren ? Fußpilz ?

24.01.2017 09:35 jochen 2

Schon wieder ein auffälliger gewordener Gast der Merkel.
Es ist unsicher geworden in unserem Land.

23.01.2017 21:58 Rico 1

Zitat "Allerdings hatte der 32-Jährige am ersten Verhandlungstag angegeben, dass er bei beiden Vorfällen so stark betrunken gewesen sei, dass er sich kaum noch an Details erinnern könne." Klasse Herr Verteidiger, haben sie dem Angeklagten toll beigebracht! Wieso gibt es im 2.Fall eigentlich keine Mordanklage?