Ein Auto fährt am Werk der insolventen Harmona Akkordeon GmbH in Klingenthal (Sachsen) vorbei.
Von Klingenthal in die Welt: Das Werk der "Weltmeister Akkordeon Manufaktur". Bildrechte: dpa

Neustart am alten Standort Harmonische Klänge bei Harmona in Klingenthal

Ein Auto fährt am Werk der insolventen Harmona Akkordeon GmbH in Klingenthal (Sachsen) vorbei.
Von Klingenthal in die Welt: Das Werk der "Weltmeister Akkordeon Manufaktur". Bildrechte: dpa

Der Akkordeon-Hersteller Harmona aus Klingenthal ist gerettet. Ab 1. Oktober wird die Produktion unter dem neuen Namen "Weltmeister Akkordeon Manufaktur" weitergeführt. Das teilten Insolvenzverwalter Helgi Heumann und Interims-Manager Rainer J. Burken auf einer am Freitag extra in Chemnitz einberufenen Pressekonferenz mit.

Helgi Heumann und Rainer J. Burken auf der Pressekonferenz zur Harmona-Zukunft
Helgi Heumann und Rainer J. Burken Bildrechte: MDR/Nora Kilényi

Dort hieß es, der Investor habe bereits vor einiger Zeit das Produktionsgebäude ersteigert, zunächst nur mit der Absicht, die Immobilie zu sanieren. Nun habe er die Rolle des Investors übernommen. Die Wortmarke "Weltmeister" erwarb der Investor vom langjährigen Harmona-Geschäftsführer Dieter Fröhlich. Alle 46 Mitarbeiter sollen in die neue Gesellschaft übernommen werden. Bis zum Jahresende sollen noch drei weitere Stellen hinzukommen. Zudem sollen in Zukunft bis zu fünf Handzuginstrumentenmacher ausgebildet werden.

Geschichte Der Tischler Adolph Herold brachte 1852 ein Akkordeon nach Klingenthal mit und baute es nach. Viele Mundharmonikahersteller des Ortes bauten die Intrumente nach. Zehn Jahre später gab es in Klingenthal und Umgebung 20 Fabriken mit 334 Arbeitern.
Nach dem 2. Weltkrieg wurden die meisten Firmen zum "VEB Klingenthaler Harmonikawerke" zusammengeschlossen. Im Jahr 1973 wuchs dadurch die Mitarbeiterzahl auf bis zu 3.500. Nach der Wiedervereinigung wurde die Betriebsteile wieder ausgegliedert. 1992 entstand so auch die "Harmona Akkordeon GmbH", aus der nun die "Weltmeister Akkordeon Manufaktur" hervorgegangen ist.

In diesem Jahr will die Manufaktur etwa 1.600 Instrumente verkaufen. Bereits im kommenden Jahr soll die Absatzzahl auf 2.400 Akkordeons steigen. Hauptabnehmer sind Händler in Mexiko und Südkorea.

Quelle: MDR/tfr

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.09.2017 | 00:01 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2017, 17:04 Uhr

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