Der neue Generaldirektor der Kunstsammlungen Chemnitz, Frédéric Bußmann, läuft am Eingang des Museums am Theaterplatz vorbei
Diesen Weg wird Frédéric Bußmann bald regelmäßig gehen. Am Mittwoch hat er sich die Kunstsammlungen Chemnitz schon mal von außen angeschaut. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Generationswechsel Frédéric Bußmann übernimmt Kunstsammlungen Chemnitz

Wer soll diese Frau beerben? Die Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz, Ingrid Mössinger, hat ihr Haus zu Weltruf geführt. Sie arrangierte spektakuläre Sonderausstellungen mit Werken von Pablo Picasso, Andy Warhol oder Bob Dylan, die zehntausende Besucher anzogen und ein riesiges Presseecho auslösten. Nun ist ein Nachfolger bestimmt, mit dem gleichzeitig ein Generationswechsel am Museum eingeleitet wird.

Der neue Generaldirektor der Kunstsammlungen Chemnitz, Frédéric Bußmann, läuft am Eingang des Museums am Theaterplatz vorbei
Diesen Weg wird Frédéric Bußmann bald regelmäßig gehen. Am Mittwoch hat er sich die Kunstsammlungen Chemnitz schon mal von außen angeschaut. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Der promovierte Frédéric Bußmann aus Leipzig wird neuer Generaldirektor der Chemnitzer Kunstsammlungen. Das hat der Stadtrat Chemnitz am Mittwochabend im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung entschieden. Der 43-Jährige übernimmt den Posten im Frühsommer 2018.

Weltgewandter Kunstkenner

Frédéric Bußmann hat eine spannende Biografie: Er wurde in Frankreich geboren und wuchs in Münster auf. In Berlin und Rom studierte er Kunstgeschichte und promovierte über die Kunstsammlungen des Prince de Conti in Paris. Seine ersten Arbeitsstationen waren das deutsche Forum für Kunstgeschichte in Paris und die bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München. Seit 2011 ist er Kurator am Museum für Bildende Künste in Leipzig, zuständig hier für Malerei und Plastik vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Der 43-Jährige mit der schwarzen Hornbrille tritt selbstbewusst auf. Er vermag aber mit ruhiger Stimme und Redegeschick die Kunst wunderbar zu erklären und auf den Punkt zu bringen.

Eigene Wege gehen

Als künftiger Generaldirektor tritt Frédéric Bußmann ein gewaltiges Erbe an. Dessen ist sich der Kunsthistoriker und Philosoph bewusst: "Der Respekt gilt Frau Mössinger. Sie hat eine riesige Arbeit geleistet! Sie hat in Chemnitz eine national und international anerkannte Kunstsammlung geschaffen."

Bußmann ist aber überzeugt von seinen eigenen Stärken. Immerhin hat er bereits Ausstellungen konzipiert, darunter eine Schau zur Kunst der DDR. Als Kurator betreute er zuletzt die Retrospektive des Leipziger Künstlers Sighard Gille, der unter anderem das Deckengemälde im Leipziger Gewandhaus geschaffen hat. "Ich bin jünger und in manchen Dingen auch anders aufgestellt. Ich werde es nicht so machen wie Frau Mössinger – das kann ich auch gar nicht. Und ich glaube, das ist auch nicht der Anspruch der Stadt Chemnitz. Sonst hätten die mich nicht gewählt."

Frédéric Bußmann
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Fußstapfen sind sehr groß, sie beeindrucken mich trotzdem nicht.

Frédéric Bußmann

Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig verteilte bereits Vorschuss-Lorbeeren: "Dr. Bußmann hat mit fachlichen Qualifikationen, Netzwerken und frischen Ideen überzeugt. Wir freuen uns, dass wir mit ihm einen Museumsexperten gewinnen konnten, der die notwendige Expertise ebenso mitbringt wie die Lust auf eine wirklich besondere Aufgabe."

Frédéric Bußmann tritt den Posten als Generaldirektor der Kunstsammlungen Chemnitz am 1. Mai 2018 an.

Quelle: MDR/Pressemitteilung/nk/mv

Über dieses Thema berichtete MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN – Das Sachsenradio | 06.12.2017 | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz ab 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2017, 09:46 Uhr

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1 Kommentar

07.12.2017 18:38 Atze 1

Herzlichen Glückwunsch Herr Bussmann.
Willkommen in Chemnitz!
Es wäre schön, wenn Sie sich auf die DDR- Kultur "stürzen" würden.
In Dresden hat man ja im Albertinum Tabula rasa gemacht. Unsere Identität ist uns wichtig. Danke.
Viel Erfolg und Glück auch nach der wundervollen Frau Mössinger! Wir haben ihre Ausstellungen mit der ganzen Familie genossen.