Region Chemnitz

Erfolgreiche Sonderausstellung : Russische Realisten verabschieden sich aus Chemnitz

In den Kunstsammlungen der Stadt Chemnitz ist am Montagabend die Sonderausstellung "Die Peredwischniki. Maler des russischen Realismus" nach drei Monaten zu Ende gegangen. Wegen des großen Publikumandrangs hatte das Museum zu Pfingsten noch einmal die Öffnungszeiten bis auf 21 Uhr verlängert. Ausgestellt worden waren 90 Werke von insgesamt 21 Künstlern. Insgesamt seien mehrere Zehntausend Besucher gekommen, heißt es in einer Mitteilung.

Deutschlandweit einmalige Schau

Zu den bekanntesten der gezeigten Werke gehören "Die Wolgatreidler" und "Die Saporoscher Kosaken schreiben dem türkischen Sultan einen Brief" des Malers Ilja Repin, einem Mitglied der "Peredwischniki". Die offiziell als "Gesellschaft für Wanderausstellungen" firmierende Künstlerbewegung bestand von 1870 bis 1923. In den Chemnitzer Kunstsammlungen wurde ihr Schaffen bundesweit erstmals mit einer eigenen, umfangreichen Schau gewürdigt. Die Leihgaben für die dreimonatige Sonderausstellung wurden von Museen in St. Petersburg und Moskau bereitgestellt.

Landschaften und Menschen hautnah

Im Gegensatz zu ihren Zeitgenossen gestalteten die "Peredwischniki"-Maler ihre Bilder in helleren Farben und einer freieren Malweise. Die Gruppe ging für und mit ihren Bildern auf Wanderschaft. Sie nahm sich gesellschaftlicher Themen wie Armut und Leibeigenschaft, aber auch Nationalstolz und Heimatliebe an. Eine wertvolle Hinterlassenschaft sind ihre zahlreichen Porträts einfacher Menschen, aber auch der damaligen kulturellen und intellektuellen Elite Russlands. Zu ihr zählten der Schriftsteller Lew Tolstoi, aber auch "Peredwischniki"-Mitglieder wie Isaak Lewitan, Ilja Repin und Iwan Schischkin selbst.

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2012, 15:21 Uhr

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