Zwei Pinguine schwimmen nebeneinander.
Sind sie ein Paar oder nicht? Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Tierpark Limbach-Oberfrohna Partnervermittlung für Pinguine

Seit fast einem Jahr hat der Amerika-Tierpark in Limbach-Oberfrohna mit dem Pinguin-Land eine neue Besucherattraktion. Während sich die Besucherzahlen seit der Eröffnung fast verdoppelt haben, tun sich die Pinguine damit schwer. Kein Wunder, denn auf der Anlage tummeln sich im Moment sechs Männchen und nur zwei Weibchen.

Zwei Pinguine schwimmen nebeneinander.
Sind sie ein Paar oder nicht? Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Dabei war alles ganz anders geplant. Zehn Bruthöhlen gibt es im neuen Pinguinland. Dort könnten auch zehn Paare einziehen. Die vorerst sechs männlichen Pinguine, die aus Halle kamen, sollten schon zur Eröffnung der Anlage Gesellschaft von sechs Damen aus Jaderberg bekommen. Allerdings starben fünf der norddeutschen Pinguine an der Vogel-Malaria, mit der sie bereits vorher infiziert waren. Kurzfristige Hilfe kam noch vom Zoo aus Bernburg, der ein Weibchen abgeben konnte. Damit leben nun wenigstens zwei Pärchen in Limbach-Oberfrohna.

Hinter einem Teich steht ein künstlicher Felsen, vor dem Pinguine sitzen
Die Wohnungen sind schon lange bezugsfertig, nur die Pinguin-Damen lassen noch etwas auf sich warten. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Die restlichen Herren schauen allerdings vorerst in die Röhre oder müssen mit einem anderen Männchen ein Paar bilden. Für Professor Klaus Eulenberger, der viele Jahre Cheftierarzt im Leipziger Zoo war und nun "nur" noch dem Förderverein des Amerika-Tierparks vorsteht, ist das allerdings kein Problem. "Ich kann mich daran erinnern, dass wir auch in Leipzig ein solches Paar von zwei Männchen hatten. Es gab auch dort zeitweise einen Überschuss an Männchen. Wenn man es vermeiden kann, sollte man es vermeiden. Wenn nicht, ist es aber kein allzu großer Beinbruch." Gesetzlich sei das ja mittlerweile auch gestattet, fügt er augenzwinkernd hinzu.

Neue Pinguin-Damen werden erwartet

Ein Pinguin steht aufrecht auf einer Kiesfläche.
Bald hat das Warten auf weibliche Gesellschaft ein Ende. Versprochen! Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Nach dem Abschluss der Brutsaison in diesem Jahr soll der Bestand an Weibchen aufgestockt werden. Angebote gäbe es von den Tierparks in Halle, Dortmund Bernburg und sogar aus Pilsen, freut sich Eulenberger. "Wir werden natürlich die Pinguine nehmen, bei denen es mit dem Transport am besten klappt. Und wir werden den Tierparks helfen, die es auch am nötigsten haben, ihre Gruppe etwas zu verkleinern." Man(n) kann also aufatmen, eine Lösung für die Pinguine in Limbach-Oberfrohna ist in Sicht.

Der Humboldt-Pinguin Der Humboldt-Pinguin (lat.: Spheniscus humboldti) lebt an der Pazifikküste Nordchiles und Perus. Er wird zwischen 60 und 70 Zentimeter groß, wiegt etwa vier Kilogramm und kann bis zu 30 Jahre alt werden. Seine Nahrung besteht hauptsächliche aus Fisch (Sardellen und Makrelen). Die Humboldt-Pinguine leben paarweise in großen Gruppen, die Paare bleiben lebenslang zusammen. Gebrütet wird in natürlichen oder selbst gegrabenen Höhlen, die Brutzeit für die zwei Eier liegt zwischen 36 und 50 Tagen.

Ein Professor im (Un)ruhestand

Professor Klaus Eulenberger
Professor Klaus Eulenberger kann zuversichtlich in die Zukunft schauen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Klaus Eulenberger, nach eigener Aussage Professor im (Un)ruhestand und Heiratsvermittler der Pinguine, hat als gebürtiger Limbacher eine ganz besondere Beziehung zu "seinem" Tierpark. Er hat das Konzept des Parks nachhaltig mitentwickelt, kann auf Kontakte in alle Welt verweisen und hat auch noch so einige Ideen für die Zukunft. Bis jetzt kann er schon auf Zahlen verweisen, die niemand von so einer so kleinen Anlage erwartet hatte: Allein seit der Eröffnung des neuen Pinguinlands haben sich die Besucherzahlen im Amerika-Tierpark Limbach-Oberfrohna beinahe verdoppelt. Und in diesem Jahr werden erstmals 100.000 Besucher erwartet.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch in Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.07.2017 | 17:50 Uhr
MDR Sachsenspiegel | 20.07.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2017, 20:38 Uhr

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