Nach der Pleite : Erste Plamag-Beschäftigte wechseln in Transfergesellschaft
Beim zahlungsunfähigen Druckmaschinenhersteller Plamag in Plauen ist die Hälfte der 250 Beschäftigten am Montag in eine Transfergesellschaft gewechselt. Dort werden nach Informationen von MDR 1 RADIO SACHSEN für voraussichtlich sechs Monate zunächst 80 Prozent des letzten Nettolohns gezahlt und Weiterbildungen angeboten. Im Werk des früheren Traditionsunternehmens sollen noch die letzten Aufträge der einstigen Schwesterbetriebe in Augsburg und Offenbach abgearbeitet werden. Hoffnung gibt es unterdessen für Lehrlinge: Ein Plauener Glühlampen-Hersteller hat angeboten, vier Auszubildende zu übernehmen.
Schließung kurz vor Weihnachten beschlossen
Die Schließung der Plamag Plauen war kurz vor Weihnachten beschlossen worden. Nach monatelangem Tauziehen hatte ein Sprecher des Insolvenzverwalters damals schließlich mitgeteilt, dass ein letzter potenzieller Investor für das Werk "endgültig abgesprungen" sei. Der Druckmaschinenhersteller Manroland, zu dem Plamag gehört, hatte im November 2011 Insolvenz angemeldet. Während für die Manroland-Werke in Augsburg und Offenbach Käufer gefunden wurden, blieb die Suche nach einem Investor für den sächsischen Standort erfolglos.
Den Grund für das Scheitern der Verkaufsverhandlungen in Plauen sieht der Insolvenzverwalter in der schwachen Auslastung des Werks. Die schlechter werdende Konjunkturlage – insbesondere in der Druckindustrie – habe die Situation weiter verschärft.
Kritik am Insolvenzverwalter
Regionalpolitiker und Gewerkschafter hatten den Insolvenzverwalter kritisiert. Der Landrat des Vogtlandkreises, Tassilo Lenk, erklärte, zum Erhalt der Plamag habe es durchaus Alternativen gegeben. Der CDU-Politker bezweifelte, dass "alle Möglichkeiten ausgereizt" wurden.
Der Bezirksbevollmächtigte der IG Metall für Westsachsen, Stefan Kademann sagte, das Aus des Plauener Werks zeige, dass "Beschäftigte im Osten keine Lobby haben". Kademann warf zudem dem sächsischen Wirtschaftsministerium Untätigkeit vor.

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