Anti-Terroreinsatz IS-Verdacht in Chemnitz

SEK-Einsatz Chemnitz
Bildrechte: MDR/Harry Härtel

Nach einem Anti-Terroreinsatz der Polizei in Chemnitz hat sich der Verdacht des Sprengstoffbesitzes gegen ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" nicht bestätigt. Die Bundesanwaltschaft teilte auf MDR-Anfrage mit, entsprechende Hinweise seien Anlass der Durchsuchungen gewesen. Der Syrer werde jedoch weiterhin verdächtigt, Gelder an den IS überwiesen zu haben. Zudem sei er an illegalen Einreisen beteiligt gewesen. Festnahmen habe es keine gegeben. Ein Zusammenhang zum Fall Dschaber al-Bakr bestehe nicht.

Razzia mit Maschinenpistolen und Atemschutzmasken

SEK-Einsatz Chemnitz
Der erste Einsatz fand am Montagnachmittag auf der Augustusburger Straße statt, zwischen Yorckstrasse und Clausstrasse. Bildrechte: MDR/Harry Härtel

Spezialeinsatzkräfte des Landeskriminalamtes und der Polizei hatten am Montag mehrere Wohnungen gestürmt, zunächst im Stadtteil Gablenz. Wie Bilder eines Fotoreporters zeigen, durchsuchten Polizisten mit Maschinenpistolen und Atemschutzmasken gegen Abend ein Wohnhaus. Elite-Polizisten waren mit einem Spezialfahrzeug zur Terrorbekämpfung und einem Sprengstoff-Hund angerückt.

Einen weiteren Einsatz gab es am Montagabend im Chemnitzer Fritz-Heckert-Gebiet. Eine Anwohnerin sagte dem MDR, sie habe gegen 19:30 Uhr zwei Einsatzwagen der Polizei bemerkt. Rund eineinhalb Stunden später seien zwei weitere Fahrzeuge vorgefahren, in denen die Beamten Dokumente ausgewertet hätten. Gegen 22 Uhr sei dann ein Mann von den Einsatzkräften abgeführt worden.

Polizisten führen einen Mann aus einem Haus ab.
Ein Mann wurde vorübergehend in Gewahrsam genommen. Bildrechte: MDR/Harry Härtel

Nicht der erste Anti-Terroreinsatz in Chemnitz

In Chemnitz war im vergangenen Jahr die Festnahme des mutmaßlichen Terroristen Dschaber al-Bakr missglückt. Der Syrer konnte sich trotz eines großen Polizeiaufgebotes in der Stadt nach Leipzig absetzen. Dort wurde er von Landsleuten überwältigt. Später erhängte er sich in seiner Zelle in der JVA Leipzig.

Der Polizeieinsatz im Oktober 2016 hatte große Kritik ausgelöst. Im Januar stellte eine Expertenkommission ihren Bericht vor und attestierte den Ermittlungsbehörden erhebliche Defizite in der Kommunikation.

Über dieses Thema berichtete MDR SACHSEN auch im Radio: MDR 1 RADIO SACHSEN | 14.02.2017 | stündlich in den Nachrichten

MDR SACHSENSPIEGEL | 14.02.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2017, 20:23 Uhr

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40 Kommentare

16.02.2017 11:03 Chemnitzer 40

@ Kommentar 35:
Wer angeblich so viel Wert auf die Wahrheit legt, der sollte einfach einmal die Aussagen der bayerischen Polizei akzeptieren. Wollen Sie etwa behaupten, dass diese lügt wenn sie die Tat von München als Amoklauf mit rechtsextremistischen Hintergrund einstuft?
Nichts anderes hat der {Mediator} behauptet, als er {Radebeuler} darauf hingewiesen hat, dass dieser die Tat von München [bewusst] falsch zugeordnet hat. Nicht jede Straftat eines Menschen mit vagem muslimischen Hintergrund ist zwangsläufig islamistisch motiviert und Rechtsextremismus gibt es nicht nur in Deutschland. Der Täter von München wurde hier geboren, ging hier zur Schule und hatte unsere Staatsbürgerschaft. Vermutlich waren Sie dem Iran im Urlaub schon deutlich näher als dieser Mann es geografisch jemals gewesen ist. Fakt ist doch, dass wir bzw. unsere Kinder mit diesem Mann sehr viel gemeinsam haben, da wir im gleichen Land sozialisiert wurden.

16.02.2017 07:06 Mediator @37 39

Sorry, dieser Mann war nach dem Gesetz DEUTSCHER so wie Sie DEUTSCHER sind, er wurde in diesem Land geboren und ist hier aufgewachsen, so wie Sie hier geboren und aufgewachsen sind und er hing rechtsextremistischen Ideologien und Vorbildern nach, wie es auch deutsche Rechtsextremisten tun.

Es ist schon erstaunlich, wie Sie den Schwerpunkt der kulturellen Prägung bei diesem jungen Mann auf den IRAN legen wollen, wenn er nie in diesem Land gewesen ist und lediglich über seine Eltern eine Staatsangehörigkeit dieses Staates hatte.

Es ist bezeichnend, welche vereinfachten Reflexe alleine der Name dieses Mannes bei manchen Menschen hervorruft.

Rechtsextremisten gibt es überall auf der Welt. Dazu braucht es keine Deutschen oder Bezug zum Dritten Reich. Glauben Sie die sehen alle so aus und streben ein Aussehen an, wie es sich der Geflügelzüchter Himmler in seinen Rasseträumen vorgestellt hat?

15.02.2017 23:01 Günter 38

@Bingo
„Jede Woche ein Anti-Terroreinsatz in Deutschland, ist das die Bereicherung die man uns versprochen hat?“
Eine Frage. Was meinen sie wie viele Anti-Terroreinsätze pro Woche gibt es in Belgien oder in Frankreich? Ich denke die Wahrheit sieht etwas anders aus als sie es gerne hätten. Die Terrorgefahr in Frankreich, Belgien, Deutschland usw. hat nichts mit der Anzahl der Flüchtlinge im Land zu tun. Da gibt es ganz andere Zusammenhänge. Aber wenn jemand ständig auf der Suche ist Grüne zu finden um gegen Kriegsflüchtlinge zu hetzen.

15.02.2017 21:24 @ Mediator 35 37

Abgesehen von Ihrem üblichen Ablenkungsmanöver mangels klarer Argumentation, soll Ihnen deutlich gesagt werden: Bleiben Sie bitte bei der Wahrheit!

Es hat nichts mit " irgendwelche rasseideologischen Vorstellungen" zu tun, wenn darauf hingewiesen wird, dass Sie sich Ihre Wahrheit zurechtbiegen.

Sie schreiben, er sei ein Deutscher, er ist aber auch ein Iraner (deutsche UND iranische Staatsangehörigkeit!!) was Sie mit Absicht verschweigen!

Zu Ihren Auswürfen bezüglich DDR-Bürger sei erwähnt, selbstverständlich war ein DDR- Bürger ein Deutscher, dazu benötigte es nicht einmal eine "Staatsbürgerschaft der BRD".

Man ist von Ihnen ja schon viel Unsinniges gewohnt, aber eine Obergrenze scheint es bei Ihnen diesbezüglich nicht zu geben.

Auch Ihre Äußerung "Rechtsextremismus ist eine Ideologie und kein Verein von Menschen mit kreisrundem Haarausfall." stellt geringe Argumentationsfähigkeit unter Beweis.

Andere als Hassprediger bezeichnen, selbst aber genau das praktizieren!

15.02.2017 18:21 Ex-Ossi 36

@Erwin,

es scheint einen gewissen Aktionismus in Sachsen diesbezüglich zu geben - denke ich schon - ja ...

15.02.2017 17:43 Mediator 35

@31/32: Was soll den bitte ein Passdeutscher sein? Ist das so etwas wie jemand, der in einer sozialistischen Diktatur gelebt hat und im Zuge deren Insolvenz dann die bundesdeutsche Staatsbürgerschaft erhalten hat? Sicher erklären Sie mir jetzt, dass DDR Bürger schon immer per Gesetz und Verfassung der BRD deren Staatsbürgerschaft erhalten konnten, so sie es über dne Zaun schafften. Es ist doch ein wneig verlogen, wenn Sie sich auf unsere Gesetze berufen und so tun, als wären andere Menschen Deutsch zweiter Klasse!

Wer Deutscher ist, das bestimmen unsere Gesetze und nicht irgendwelche rasseideologischen Vorstellungen, die in manchen Köpfen noch so herumgeistern mögen.

Glauben Sie wirklich, es ist ein Kriterium für Rechtsextremismus und Rassismus, dass einen sächsische Neonazis als Kumpel anerkennen? Die Wissenschaft kennt da schon deutlich klarere Unterscheidungsmerkmale.

Rechtsextremismus ist eine Ideologie und kein Verein von Menschen mit kreisrundem Haarausfall.

15.02.2017 16:53 Radebeuler 34

@ 27 Im Artikel steht: "Der Syrer werde jedoch weiterhin verdächtigt, Gelder an den IS überwiesen zu haben. Zudem sei er an illegalen Einreisen beteiligt gewesen." Heißt auf deutsch: Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung und Menschenhandel! Beides Verbrechenstatbestände! Nach den Erfahrungen mit dem Attentäter von Berlin kann selbstverständlich die Fluchtgefahr als Haftgrund absolut ausgeschlossen werden. Müssen wir erst wieder warten, bis es den nächsten Anschlag gab? Übrigens : "...wechseln Sie die Straßenseite wenn Sie einen sehen." Bei einem sicher nicht, ich bin in der Lage mich zu verteidigen. Bei 4 oder 5 sieht das sicher schon anders aus. "Sündenböcke haben die dumme Eigenschaft, dass man an ihnen nur seine Wut abreagieren kann" - Ich habe keine Wut, die ich an irgend jemand auslassen muss. Ich blicke nur etwas realistischer in die 'Welt, als Sie.

15.02.2017 15:31 Erwin 33

Ex-Ossi 28:
Es gibt doch konkrete Verdachtsmomente, auch wenn sie sich inzwischen nicht erhärten konnten.
Wollen Sie etwa behaupten, man hat diesen Einsatz aus purem Aktionismus gestartet?

15.02.2017 15:25 @ Mediator 30 32

Wollen wir mal bei der ganzen Wahrheit bleiben und nichts so hindrehen, wie es Ihnen für Ihre Kommentare paßt.
Der Täter David S. wurde in Deutschland geboren, seine Eltern waren Ende der 1990er Jahre als Asylbewerber aus dem Iran nach Deutschland gekommen.
Er besaß die deutsche und die iranische Staatsbürgerschaft.
Die von Ihnen erwähnte "Nähe zu rechtsextremistischen Ideologien" bestand darin, dass er Hass auf Ausländer empfand, weil ihn Mitschüler mit Migrationshintergrund in der Schule
gemobbt haben sollen.

15.02.2017 14:33 Anonymous 31

30......es handelt sich um einen Passdeutschen mit iranischen Wurzeln und moslemischen Glauben. Rechtsradikal?? Ob solche in der rechten Szene "aufsteigen" muss doch sehr bezweifelt werden. Man kann natürlich alles hinstellen wie man braucht. Schön wenn es die Einfältigen auch noch glauben