Michelle mit dem Youtuber Julien Bam
Selfie vom Treffen: Michelle mit dem Youtuber Julien Bam Bildrechte: Michelle Klawitter

Erfüllter Herzenswunsch Michelle aus Zschopau trifft Youtube-Star "Ju" Julien Bam

Michelle aus Zschopau ist Fan von Julien Bam, einem der Superstars unter den Youtubern. Anfang Juni hat sie "Ju" in Düsseldorf getroffen. Der Verein Kinderträume erfüllte der 14-Jährigen damit einen Herzenswunsch.

von Jacqueline Hene

Michelle mit dem Youtuber Julien Bam
Selfie vom Treffen: Michelle mit dem Youtuber Julien Bam Bildrechte: Michelle Klawitter

Michelle hat dichte, braune Locken, trägt Sweatshirt und Turnschuhe, lacht gern. Kaum vorstellbar, dass das Mädchen bis vor kurzem gegen eine lebensbedrohliche Krankheit gekämpft hat, den Lymphdrüsenkrebs. Die Chemotherapie habe ihr zugesetzt, erinnert sich Michelle: "Ich habe schnell abgebaut, elf Kilo abgenommen, mir sind die Haare ausgegangen, mir war ständig übel und es ging mir auch seelisch schlecht."

Während der Klinikaufenthalte schaut sich Michelle auf Youtube fast täglich Clips von Julien Bam an. Er habe es geschafft, sie immer wieder zum Lachen zu bringen, sagt Michelle und fügt ernst hinzu: "Jus Videos haben mir geholfen, die Chemo durchzustehen." Dafür wollte Michelle ihrem Idol gerne persönlich danken. Sie schreibt einen Brief an den Verein "Kinderträume" und wünscht sich, Julien Bam zu treffen.

"Was ein Kind sich wünscht, ist uns Gesetz."

Michelles Brief ist einer von Tausenden, die seit 20 Jahren auf dem Berliner Schreibtisch von Vereinschefin Maria Kohl landen. Zusammen mit ihrem Team erfüllt sie schwerkranken Kindern und Jugendlichen Wünsche. Ehrenamtlich. "Allein die Aussicht auf etwas Schönes bringt den Kindern Freude und hilft ihnen durchzuhalten", erklärt Kohl ihre Motivation.

Maria Kohl, Vorsitzende des Vereins
Maria Kohl, Vorsitzende des Vereins "Kinderträume" Bildrechte: Kinderträume e.V.

Auf der Hitliste der Wünsche weit oben stehen Besuche im Lego- oder Disneyland. Teenager wollten oft etwas Bleibendes, wie einen neuen Computer oder ein eigenes Schlagzeug. Wenn sich ein Zehnjähriger eine Exkursion durch die Kanalisation von Berlin wünscht, macht Maria Kohl auch das möglich, leistet auf Ämtern Überzeugungsarbeit, holt Genehmigungen ein. "Was ein Kind sich wünscht, ist uns Gesetz", bringt sie es auf den Punkt. Dafür scheut sie keine Mühen, telefoniert mit dem Management von Zauberer David Copperfield oder mit den Backstreetboys. Und wenn es sein muss, auch mit dem Vatikan, weil ein kranker Junge vom Papst gesegnet werden möchte.

Kindern eine Freude zu bereiten, ist das Schönste was es gibt!

Maria Kohl, Verein Kinderträume

Michelles Wunsch ist einer von rund 130, die der Verein "Kinderträume" jedes Jahr erfüllen kann. Neben dem guten Willen aller Beteiligten kostet das viel Geld. Dafür ist der Verein auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen. Die einzuwerben wird Maria Kohl nicht müde, denn sie weiß um "die heilende Kraft der Freude".

Michelle schwebt auf Wolke sieben

Michelle Klawitter
Auch nach dem Treffen bleiben Julien Bam und Michelle im Kontakt. Bildrechte: MDR/Jaqueline Hene

Bei Michelle geht das Konzept auf. "Ich hab' zwar gezittert vor Aufregung, aber es war so cool, Ju zu treffen", erzählt sie begeistert. "Ich werde das nie vergessen." Und dann sprudelt es nur so aus ihr hervor, wie er sie begrüßt und umarmt hat, wie er ihr seine gesamte Crew bei einem Mittagessen vorgestellt hat und wie sie zusammen mit einer Freundin am Abend die Webvideo Awards in Düsseldorf life miterleben konnte. "Ju war dreimal nominiert und hat dreimal gewonnen. Ich bin auf meinem Platz regelrecht ausgerastet!"

Auch Wochen nach dem Treffen ist der Kontakt nicht abgebrochen. Julien Bam schickt bis heute kleine Nachrichten auf Michelles Handy, erkundigt sich, wie es ihr geht. Und erzählt, wie stolz es ihn mache, dass ausgerechnet seine Videos Michelle geholfen haben, die Krankheit zu besiegen. Sie sei eben ein Mädchen, dass sich nicht unterkriegen lasse.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.06.2017 | 07:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2017, 19:00 Uhr

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