Das Hörsaalgebäude der TU Chemnitz in der Reichenhainer Straße
Bildrechte: TU Chemnitz/Dirk Hanus

"Europa für alle" EU-Bürger-Experiment in Chemnitz

Das Hörsaalgebäude der TU Chemnitz in der Reichenhainer Straße
Bildrechte: TU Chemnitz/Dirk Hanus

Die TU Chemnitz startet ein politikwissenschaftliches Großprojekt zur Zukunft der Europäischen Union. "Heute treffen sich bei einer ersten Informationsveranstaltung Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger, die mit uns gemeinsam an einem demokratischen Experiment teilnehmen wollen", sagt Matthias Niedobitek, Direktor des Institutes für Europäische Studien an der TU Chemnitz. Das "demokratische Experiment" hat den Titel "Europa für alle" und soll herausfinden, was die Chemnitzer von der EU halten. Er sei sehr gespannt auf die Diskussion und das Ergebnis.

Manifest für die Politik

Ziel des Uni-Projektes ist es, die Bürger über die EU zu informieren und deren Vor- und Nachteile herauszuarbeiten. Höhepunkt soll dann im Mai 2018 eine dreitägige Abschlussveranstaltung im Chemnitzer Rathaus sein, bei der die Teilnehmer einen "Forderungskatalog", wie Niedobitek sagt, erarbeiten werden.  

Der Politikwissenschaftler Matthias Niedobitek in seinem Büro
Matthias Niedobitek ist Chef des Institutes für Europäische Studien und Leiter des EU-Bürger-Projektes "Europa für alle". Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

"Ein solches Manifest könnte zehn Punkte enthalten und wird dann Politikern aller Ebenen, von der Kommune bis zum EU-Parlament übergeben. Diese Politiker sollen als Multiplikatoren der Chemnitzer Forderungen fungieren", erklärt der Politikwissenschaftler. Im Kern der Debatte steht laut Aussage des Wissenschaftlers die Frage nach der Zukunft der EU und welche konkreten Einfluss sie auf kommunaler Ebene hat.

Wichtig ist uns, dass ergebnisoffen diskutiert wird.

Matthias Niedobitek Direktor des Instituts für Europäische Studien

Wie viele Chemnitzer am Ende teilnehmen, werden ist noch nicht sicher. Insgesamt wurden 1.000 zufällig ausgewählte Bürger der Stadt angeschrieben und um ihre Mitarbeit gebeten. "Bisher haben wir nur etwas mehr als 40 Absagen, aber ob der Rest zur heutigen ersten Veranstaltung kommen wird, wissen wir noch nicht", so der Projektchef. Er wäre schon zufrieden, wenn sich am Ende etwa 50 Leute aktiv beteiligen würden.

Was klappt, was muss besser werden?

In den letzten Monaten erarbeiteten Studenten des Institutes für Europäische Studien Informationsbriefe, die von Januar bis März kommenden Jahres in den Briefkästen der Teilnehmer landen werden. In diesen Papieren werden solche Fragen erklärt wie "Weshalb wurde die EU gegründet?" , "Wer entscheidet wie in der EU?" oder "Was spricht für oder gegen die EU?". Eine Herausforderung ist es laut Niedobitek, die zum Teil sehr komplexen Zusammenhänge möglichst einfach zu erklären. Über die Themen sollen dann bei einem monatlichen Treffen alle Teilnehmer diskutieren. Der Chemnitzer Wissenschaftler hofft, dass durch das Projekt "Europa für alle" Bürgerinnen und Bürger der Stadt die Möglichkeit nutzen, sich Gehör zu verschaffen und aktiv am politischen Dialog und an der politischen Problemlösung teilzunehmen.

Quelle: TU Chemnitz/MDR/mwa

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.11.2017 | 18:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2017, 05:00 Uhr

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4 Kommentare

16.11.2017 11:29 Janes 4

Manch einer von heute, scheint immer noch zu glauben, dass eine Diktatur ala DDR oder NS Zeiten, geiler ist, als wir heute leben. Das kann manch einer denken. Es wäre mir allerdings lieber, wenn die ihre Meinung für sich behalten. Ich bin sehr froh im heute hier und jetzt zu leben.

16.11.2017 11:05 Mike Richter 3

Wo kann man hier mitmachen? Wohin muss man sich das wenden?

15.11.2017 23:55 Schmachulke 2

Früher war sowieso alles besser. Da hieß der Packt ja auch noch Pakt.

15.11.2017 15:33 Atheist - aus Mangel an Beweisen 1

Vom Regen in die Traufe.
Erst der Warschauer Packt und nun die EU
Im Warschauer Packt konnte die DDR wenigstens noch ihre eigenen Gesetze verabschieden heute muss alles und jedes Ding EU Konform sein - ich könnte heulen das die Wende für die Katz war.