Bänke zum NSU-Gedenken in Zwickau
In der Nacht zum Dienstag sind zwei der ursprünglich elf Bänke verschwunden. Bildrechte: MDR/Gert Friedrich

Zwickau Unbekannte stehlen Bänke des NSU-Mahnmals

Am vergangenen Freitag waren in Zwickau elf Bänke aufgestellt worden - in Erinnerung an die Opfer des Terror-Netzwerkes NSU. Keine 24 Stunden später wurde das Denkmal beschädigt und beschmiert. Doch damit nicht genug.

Bänke zum NSU-Gedenken in Zwickau
In der Nacht zum Dienstag sind zwei der ursprünglich elf Bänke verschwunden. Bildrechte: MDR/Gert Friedrich

Unbekannte haben in Zwickau erneut das NSU-Mahnmal auf dem Schumannplatz beschädigt. Wie die Polizeidirektion Zwickau am Dienstag mitteilte, sind in der Nacht zum Dienstag zwei der insgesamt elf Bänke gestohlen worden. Erst am Wochenende waren die Bänke beschädigt worden. Eine Holzlatte wurde in Mitleidenschaft gezogen, außerdem wurden sieben Bänke mit Farbe beschmiert.

Jede Bank trägt Namen eines Opfers

Die Holzbänke waren erst am vergangenen Freitag aufgestellt worden. Jede Bank trägt den Namen eines der vom NSU getöteten Opfer. Die elfte Bank ist "den vielen anderen Betroffenen" gewidmet, wie die Initiative "Sternendekorateure Zwickau" mitteilte, die die Kunstaktion ins Leben gerufen hatte. Die Initiative zeigte sich am Dienstag entsetzt: "Da ging man mit krimineller Energie vor, denn wir hatte alles ordentlich verkabelt und verschraubt", heißt es in ihrem Internetblog.

Es ist traurig, es ist empörend und sagt leider so viel aus, ZWICKAU!!!!!!!!

Initiative Sternendekorateure Zwickau

Beschmierte Bank in Zwickau
Spuren des Vandalismus: weiße Farbe auf einer Bank. Bildrechte: MDR/Gert Friedrich

OB Findeiß: "Wir sollten alle in uns gehen"

Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß verurteilte am Dienstag die Angriffe:

Es gibt hier ein Netzwerk, das Aktivitäten in Richtung Gedenken an die Opfer des NSU zerstören und beleidigen will und damit die Opfer noch im Nachhinein schändet. Das macht mich sehr traurig. Und da sollten auch alle mal in sich gehen, wir wir gemeinsam uns solchen Straftaten entgegenstellen können. Das ist ein Problem von Zwickau, von Sachsen ganz besonders, aber auch von Deutschland.

Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau

Zuletzt aktualisiert: 09. November 2016, 10:00 Uhr

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28 Kommentare

10.11.2016 19:48 Horst 28

an @27: was Sie vermuten ist Ihre persönliche Sache! Ich kann ja auch behaupten,dass Sie eine Bank überfallen haben, weil es gut klingt! Für mich ist nur ein Täter, der überführt worden ist und nicht weil es mir in den Kram passt. Bitte erst denken und dann reden!

10.11.2016 18:56 Mediator an Horst (26) 27

Nun ja es ist schon eine wohlbegründete Vermutung, dass ein Mahnmal das an Straftaten von Rechtsextremisten erinnern soll, vermutlich von dieser Gruppe oder ihren Sympathisanten beschädigt wird.

Selbstverständlich können es auch Marsmännchen gewesen sein, aber diese Hypothese ist doch eher unwahrscheinlich, wenn auch nicht ganz ausgeschlossen.

Üben Sie sich doch einfach mal in Sätzen wie,
<Ich finde es bedauerlich, dass ein Mahnmal, dass an die schrecklichen Verbrechen von Rechtsextremisten errinnern soll beschädigt wurde>, statt sinngemäß auszudrücken, dass doch gar nicht bewiesen ist, dass es Rechte waren.

Sie haben nicht zufällig ein persönliches Interesse sich für diese Leute einzusetzen?

10.11.2016 12:14 Horst 26

es steht im Artikel ,dass unbekannte diese Bänke beschädigt und beschmiert haben! Schon kommen wieder Kommentare, dass es nur braune rechte gewesen sein können! Wenn es umgekehrt wäre, käme ein großer Aufschrei von unseren bekannten Gutmenschen. Es heißt aber nicht, dass ich diese Vorgehensweise für gut befinde!

10.11.2016 11:27 Mareike H 25

Man muss wahrlich nicht links sein, um von so einer Tat angewidert zu sein. Mir fällt auch ehrlich gesagt kein Grund ein, gegen so ein Mahnmal zu sein. Es schadet doch keinem und ist zumindest eine Geste in Richtung der Opfer und Hinterbliebenen, denen dieses Land wirklich mehr als Übel mitgespielt hat. Wem das ein Dorn im Auge ist, der sympathisiert wohl mit den Tätern (Hallo "Jochen"!) und der sollte sich nicht über mangelnde Integration von Ausländern beklagen, wenn er offensichtlich selbst als Deutscher nicht in der Lage ist, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Diese steht nämlich für freiheitliche Werte, nicht für ethnische Verfolgung. Traurig, das man das manchen hier erklären muss.

09.11.2016 20:18 Shazia Celik 24

Angesichts des erklärten Willens des Verfassungsschutzes die Aufklärung der NSU-Morde weiter zu verhindern, dürfte auch diese armselige Mahnmal-Schändung seitens unserer braunen Demokratiefreunde die Demütigung der Hinterbliebenen der Opfer kaum vergrößern können. An Menschen, die eine solche Aktion relativieren oder sich von ihr amüsiert fühlen zu appelieren, spare ich mir.

09.11.2016 17:41 Uwe Malkar. 23

Das ist also die "Meinungsfreiheit", die den Rechten immer so wichtig ist.

Da stellt jemand unliebsame Gedenk-Bänke auf, die an den NSU-Terror erinnern.

Und schon denken sich irgendwelche intoleranten Idioten: Geht ja gar nicht. Die Gedenk-Bänke machen wir jetzt kaputt. Oder klauen sie gleich.

Damit stellen sich die Täter selber ein Armutszeugnis aus:

Sie sind intolerant, gewalttätig und kriminell. Und solche Typen wollen, dass man ihnen hinterher läuft? Schön blöd!

09.11.2016 14:53 Detektor 22

@'Gerhard Apfelbach' (#9, 08.11.16 21:30)

zu "...diesem Gedenkterror in Deutschland überdrüssig..."

Wahrscheinlich haben Sie zuviel 'Dr. Marbuse' gelesen / gesehen, um Ihre abstruse Verschwörungstheorie als Entschuldigung für diese typisch 'braunrechte' / 'rechtsbraune' Tat zu entwickeln.
Und bevor jemand nörgelt: Auch ich kenne den / die Täter nicht; können auch linksgerichtete Marsmenschen gewesen sein...

09.11.2016 13:46 Nachdenklich 21

@grünes schleimiges Monster (hat es sich wohl ein wenig braun verfärbt?),

wir leben (noch) in einem freien Land - auch die Freiheit der Kunst ist geschützt. Sie können also ohne Probleme ein eigens Werk in Gedenken an XY schaffen. Machen Sie es doch einfach, statt hier im KOntext des NSU von Opfern 2. Klasse zu fabulieren (!!!) By the way: Die Opfer des NSU wurden von unserem Staat über mehr als 10 Jahre nicht als solche anerkannt; das ist die Inetion dieses Kunstwerkes - gefällt im Osten wohl nicht jedem...

09.11.2016 12:50 Torsten B. 20

Natürlich ist eine solche Tat zu verurteilen, auch insbesondere vor dem Hintergrund des NSU. Es ist einfach traurig. Allerdings wissen hier einige schon im Chat, wer es war. Woher diese Weisheit kommt weiß ich nicht. Traurig ist aber genauso, dass hier ein paar Billigbänke aus dem Baumarkt als ehrendes Gedenken herhalten müssen. Wer schon mal auf solch einer Friesenbank im Wert von 15 Euro saß, weiß, die hält nicht lange. Vielleicht waren die zwei Bänke auch einfach nur morsch.

09.11.2016 12:48 jochen 19

Und in China fiel ein Sack Reis um.