Fabrikneue VW Golf und Passat stehen am 05.10.2015 auf Transportzügen vor dem Werk Mosel in Zwickau (Sachsen)
In Mosel liefen im vergangenen Jahr 300.000 Autos vom Band. 600 Leiharbeitern nützt das nichts, ihre Verträge laufen aus. Bildrechte: dpa

Bilanz bei VW Sachsen Weniger Beschäftigte trotz Produktionsrekord

Fabrikneue VW Golf und Passat stehen am 05.10.2015 auf Transportzügen vor dem Werk Mosel in Zwickau (Sachsen)
In Mosel liefen im vergangenen Jahr 300.000 Autos vom Band. 600 Leiharbeitern nützt das nichts, ihre Verträge laufen aus. Bildrechte: dpa

Im Volkswagen-Werk im Zwickauer Stadtteil Mosel sind im vergangenen Jahr erstmals mehr als 300.000 Golf- und Passat-Modelle vom Band gelaufen. Das Unternehmen teilte mit, dies entspreche einer Steigerung von 20 Prozent binnen Jahresfrist. Spitzenreiter mit 135.000 Autos war der Golf Variant, der ausschließlich in Mosel gefertigt wird. Einen Produktionsrekord vermeldet VW auch für die Motorenfertigung in Chemnitz. Fast 777.000 Antriebe wurden dort montiert sowie weitere Module, die in Motoren verbaut werden.

VW investiert, aber baut Leiharbeiter ab

Rund 200 Millionen Euro hat der Konzern nach eigenen Angaben in die beiden Werke investiert. Die hydraulische Pressen-Straße in Zwickau wurde erweitert, in Chemnitz wurden die Anlagen auf eine neue Motorenbaureihe umgerüstet. Volkswagen beschäftigt in Chemnitz und Zwickau mehr als 9.600 feste Mitarbeiter. Damit blieb die Stammbelegschaft unverändert.

Am Abbau der 600 Leiharbeiter in Sachsen halte man trotz der Erfolgsmeldungen fest. Das sagte ein Unternehmenssprecher MDR SACHSEN. In zwei Stufen sollen die befristeten Beschäftigungsverhältnisse auslaufen, wobei VW sich auch um alternative Jobs für die teilweise langjährigen Aushilfen bemühe. Als Grund für die Personalkürzung wird insbesondere die Umstrukturierung im Luxussegment angegeben. Vermutlich spielt aber auch der Abgasskandal eine gewichtige Rolle.

Luxuswagen: Gäste gucken, aber kaufen nicht

Karosserien der Marke Phaeton stehen in Dresden in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen zur Montage bereit.
Der Absatz der Luxusautos sinkt, die Besucherzahlen bleiben konstant. Bildrechte: dpa

Bei den Modellen Phaeton und Bentley läuft es weit weniger rund als bei Golf und Passat. So wurden vom einstigen Vorzeigemodell Phaeton im vergangenen Jahr nur noch 3.000 Exemplare montiert, 1.000 weniger als im Jahr zuvor. VW hat sich deshalb dazu entschlossen, im März die Phaeton-Produktion in der Gläsernen Manufaktur komplett einzustellen. Die Fabrik soll für alternative Fertigungskonzepte umgebaut werden. Die 500 festangestellten Mitarbeiter sollen an andere Standorte wechseln, unter anderem nach Zwickau. Wie viele Beschäftigte das Angebot annehmen werden, konnte der VW-Sprecher noch nicht sagen. Zur Zeit gebe es eine Jobbörse im Unternehmen.

Ungeachtet des schleppenden Absatzes des Luxuskarossen erfreute sich die Gläserne Manufaktur 2015 als Ausflugsziel großer Beliebtheit. 140.000 Besucher wurden durch die Autofabrik geführt. Ein Drittel davon waren ausländische Gäste und damit knapp 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2016, 13:55 Uhr

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3 Kommentare

21.01.2016 21:15 Renate 3

Zitat:
"Zur Zeit gebe es eine Jobbörse im Unternehmen".

Das kenne ich.

Das werden leider nur wieder Leiharbeiter-Vermieter sein. Die sind da wie die Fliegen und beschwatzen einen aufdringlichst.

21.01.2016 19:56 neugieriger 2

Jochen, die Meldung stimmt. Diese Fahrzeuge wurden tatsächlich produziert und stehen jetzt bei den Händlern als sofort verfügbare Neuwagen (Lagerfahrzeuge). Die Händler haben mit den Herstellern (nicht nur VW) fest vereinbarte Abnahmequoten. Damit lassen sich Marktrisiken vom Hersteller auf die Händler verlagern. Sie belasten deren Liquidität und führen im Endeffekt zu ausufernden Rabattaktionen, wie wir Sie aktuell im Markt europaweit erleben. Schafft ein Händler das nicht, dann geht er eben über den... , Marktbereinigung nennt man das. Wird es regional für die entsprechende Marke mal ganz eng, gibt es eine Lösung: Retail Gesellschaft gründen.

21.01.2016 19:29 jochen 1

Produktionsrekord ?
Ich weiß nicht - die Meldung erscheint mit doch sehr krass.
Glaube ich nicht.