Region Chemnitz

Fußball | 2. Bundesliga : Aue kann wieder nicht gewinnen

22. Spieltag

Erzgebirge Aue hat den Befreiungsschlag in der 2. Fußball-Bundesliga nicht geschafft. Am Montag gab es nur ein 1:1 gegen Neuling Eintracht Braunschweig. In der Tabelle konnten die Veilchen den Abstand auf die Abstiegsplätze lediglich auf zwei Zähler ausbauen.

Aue schnell in Führung

Thomas Paulus und Damir Vrancic im Zweikampf um den Bal
Thomas Paulus und Damir Vrancic (li.) im Zweikampf um den Ball.

Es dauerte nicht lange und die Partie auf relativ gutem Rasen hatte ihren ersten Höhepunkt: Aue warf auf der linken Seite ein, Braunschweigs Washausen köpfte die Kugel aus Versehen nach hinten, dort ging Savran auf und davon, seine Flanke klärte Torwart Davari genau auf Hochscheidt, der aus sechs Metern einnetzte (7.). Danach hatten die Sachsen das Geschehen im Griff. Die Gäste waren in der Offensive zu zaghaft und zu umständlich. Die Veilchen selbst nahmen immer mal wieder Tempo auf - Kempe tat sich dabei hervor - und waren auf das 2:0 aus. Die riesigen Torgelegenheiten blieben aber lange aus.

Statt 2:0 hieß es plötzlich 1:1

Dann spitzte sich das Geschehen innerhalb von drei Minuten zu: Zunächst köpfte Hensel bei einem Schlitte-Freistoß aus dem Halbfeld Braunschweigs Reinhardt aus kurzer Entfernung an den Kopf, von dort flog der Ball Richtung Tor, Keeper Davari wurde auf dem falschen Fuß erwischt, reagierte aber glänzend und wischte den Ball noch von der Linie (38.). Zwei Minuten später bettelte Aues Verteidiger Paulus gegen Kumbela um einen Freistoß, im zweiten Versuch war er "erfolgreich": Den anschließenden 23-Meter-Freistoß verwandelte Theuerkauf mit schöner Technik in den Winkel, eine Woche zuvor gegen Karlsruhe war so ein Ball noch am Lattenkreuz gelandet. Das 1:1 war für die Niedersachsen aber schmeichelhaft. Aue hatte einfach den besseren Eindruck gemacht. In der Pause wollte FCE-Sportdirektor Steffen Heidrich Trainer Rico Schmitt keinen Persilschein ausstellen und von der Siegvorgabe abrücken.

Spruchband der Auer Fans im Abstiegskampf
Die Ansage der Auer Fans war deutlich.

Aue ließ nach der Pause deutlich nach

Die zweite Hälfte begann aus Sicht der Veilchen geradezu bleiern. Es ging zunächst nichts, die Gäste machten es sich in der Hälfte von Aue bequem. Mehr als einige Fernschussversuche brachten sie aber auch nicht zustande. Trainer Lieberknecht wurde irgendwann sauer, so weit flog das Leder am Ziel vorbei. So wie bei Vrancics Versuch aus 25 Metern, nachdem Männel ihm den Ball vor die Füße gefaustet hatte (70.).  Zuvor hatte König aus der Bedrängnis auf die Latte des Eintracht-Tores geköpft (65.). Viel mehr gab es offensiv aber zumeist nicht von den Hausherren. Die Niedersachsen zeigten mehr Initiative und waren deutlich präsenter. Das FCE-Offensivspiel war gehemmt, das Team agierte nun ängstlich. Die Fans riefen: "Wir wollen Euch kämpfen sehen".

Heidrich versuchte das Thema "Schmitt" zu umschiffen

Steffen Heidrich mit Vereinspräsident Bernd Keller und Cheftrainer Rico Schmitt
Die Zukunft von Trainer Rico Schmitt (li.) hängt von Präsident Bernd Keller (Mi.) und Manager Steffen Heidrich ab. (Archivbild)

Dennoch hatten die Gastgeber den Siegtreffer auf dem Fuß: Nach gekonntem Lupfer des eingewechselten Kern scheiterte Kempe am herausstürzenden Torwart Davari (85.). Zwei Minuten später pfiff der Schiedsrichter den allein auf Männel zulaufenden Braunschweiger Stürmer Kumbela wegen Abseits ab: Der Ex-Erfurter war nach Kopfball des Auer Hensels an den Ball gekommen, Schiedsrichter Siebert sah dabei aber keine neue Spielsituation, deshalb entschied er auf Abseits. Da hatten die Sachsen Glück. Am Ende stand ein Remis, das vor allem den Braunschweigern im Kampf um die 40-Punkte-Marke weiterhilft. Aue wartet seit sechs Spielen auf einen Sieg. Das Thema "Rico Schmitt" umschiffte Sportdirektor Steffen Heidrich im Fernsehen so gut es ging. Einige Fans forderten bereits den Rauswurf des Aufstiegstrainers, der in der letzten Saison noch sensationell die Herbstmeisterschaft erreicht hatte.

Trainerstimmen

Torsten Lieberknecht (Braunschweig): "Es war für uns das erwartet schwere Spiel in Aue. Meine Jungs hielten aber kämpferisch gut dagegen. Mit dem Auswärtspunkt sind wir zufrieden, weil wir damit Mannschaften, die hinter uns stehen, auf Distanz halten können."

Rico Schmitt (Aue): "Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Wir gingen auch früh in Führung, konnten aber das 2:0 nicht nachlegen. Die erste Halbzeit hatte uns viel Kraft gekostet, so dass Braunschweig dann besser ins Spiel kam. Aber König oder Kempe hätten den Siegtreffer schaffen können. Ich muss meine Mannschaft in Schutz nehmen, weil sie über 90 Minuten bravourös gekämpft hat. Ob ich in Cottbus das Team betreue? Das liegt nicht in meiner Hand."

Aktuelle Berichte zur 2. Fußball-Bundesliga

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2012, 12:00 Uhr

5. Auefan aus Dresden:
Ich finde es echt auch einen Skandal, dass der Erfolgstrainer in der ersten Krise so pseudo-professionell gefeuert wird. So einen aus der Region kriegen die nie wieder. Damit werden die Wismut-Tugenden kaputt gemacht. Was haben die Herren Keller und Heidrich da nur angerichtet? Pfui!
21.02.2012
22:24 Uhr
4. giantonce:
Was hat Savran nur geritten nach Aue zu wechseln? Das muss doch richtig weh tun in so einer trostlosen Athmospäre Fußball zu spielen. Wäre er seinerzeit mal lieber in Dresden geblieben,da war er Publikumsliebling und die Fans haben in auf Händen getragen!
21.02.2012
10:47 Uhr
3. Dynamofan:
Warum sollte denn Heidrich schon wieder gehen?! Seid mal froh, so einen zu haben. Und sollte tatsächlich Maucksch Trainer werden, dann nutzt Aue seine einzige Chance! Er wäre genau der, der Euch vorm Absturz bewahren würde!!!
21.02.2012
10:44 Uhr
2. Aue-fan-Dominique:
DIE HABEN DOCH ALLE EINE [...]!! WIESO SOLL SCHMITT RAUS WENN ES EINMAL NICHT SO GUT L�UFT ?! DAS IST EINFACH DUMM!! DER MUSS BLEIBEN !! WELCHEN DEPPEN WOLLEN DIE DENN HOLEN( WENN SCHMITT NICHT DA IST ) ?! [Verletzende Formulierung gel�scht - MDR.DE_Redaktion] PRO SCHMITT UND SKERDILAID CURRI !!!
21.02.2012
10:24 Uhr
1. Auefan:
Die Leute, die Schmitt-Raus fordern, sind keine "Fans". Keller und Heidrich sollten gehen. Eine Trainerdiskussion, durch das eigene Präsidium losgetreten, hat es wohl noch nie in Aue gegeben. Ganz schlimm!
21.02.2012
06:11 Uhr

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