Fußball | Oberliga : Nach fremdenfeindlicher Äußerung: Suspendierung in Zwickau
Es geht um die Facebook-Seite des FSV-Stürmers Robin Hölzel: Auf ihr äußerte sich der 18-Jährige fremdenfeindlich über eine schwarze Sängerin. Von seinem Verein wurde der junge Spieler dafür mit einer einmonatigen Sperre bestraft. Doch was bedeutet die Äußerung für den FSV Zwickau? Wollte man doch nach rechtsextremen Fan-Gesängen und Nazi-Sprüchen in der Umkleidekabine eigentlich ein Zeichen gegen Rechts setzen: Seit kurzer Zeit unterstützt der Oberligist die Kampagne "Respekt" - gegen Intoleranz und für Fairness.
Nach Vorwürfen zu rechstradikalen Gesängen im Stadion und Nazi-Parolen in der Umkleidekabine gibt es bei Oberligist FSV Zwickau einen neuen Skandal. Jungspieler Robin Hölzel hat sich auf seiner Facebook-Seite fremdenfeindlich geäußert. Der Verein reagierte mit einer umgehenden Suspendierung des Stürmers. Vier Wochen soll Hölzel pausieren. "Es ist notwendig gewesen, ihm ein Zeichen zu setzen", sagte FSV-Pressesprecher Gerhard Neef dem MDR FERNSEHEN.
FSV-Pressesprecher Neef: "'Es gab ernstes Gespräch"
Hölzel hatte am 10. Februar auf Facebook eine TV-Sendung kommentiert. Dabei ging es laut Pressesprecher Neef um die Gewinnerin der Gesangs-Castingshow "The Voice of Germany". Auf Facebook habe Hölzel geschrieben, dass er nicht einsehe beziehungsweise nicht einverstanden sei, dass eine Nicht-Deutsche den Wettbewerb gewinne.
Danach habe es sofort ein ernstes Gespräch zwischen der Vereinsspitze und dem Spieler gegeben, so Neef. Man habe ihm klar gemacht, dass er Vorbildcharakter für Altersgenossen haben müsse. Darüber müsse er sich im Klaren sein. Zugleich verteidigte Neef den erst 18-Jährigen. Er gehöre auf keinen Fall zu denen, die fremdenfeindliches Gedankengut verkörperten. "Er hat sich in einer ziemlich naiven Art geäußert, womöglich spontan", so Neef. Mittlerweile sei Hölzel das Geschriebene peinlich.
Neef sagte, für ihn gehöre der junge Stürmer nicht zu "den verlorenen Kindern". Man werde ihn nun an die Hand nehmen und ihn dahin bringen, dass er sich solche "Dummheiten" nicht mehr leiste. "Er ist einfach ein junger Mann, der etwas plappert, ohne darüber nachzudenken", versuchte Neef zu begründen.
Dennoch müsse man einiges aufholen, was die Gesellschaft insgesamt womöglich nicht leiste. Um die Kommunikation zu verbessern, wolle man im Verein einmal monatlich ein Forum über gesellschaftliche Fragen abhalten.
Ermittlungen zu rechtsextremen Liedern eingestellt
Der erneute Wirbel erinnert in Zügen an die Ereignisse beim FSV Zwickau im vergangenen Herbst. Damals sollen Fans in der Partie vom 19. November rechtsextreme, antisemitische Lieder gegrölt haben. Ermittlungen diesbezüglich stellte die Staatsanwaltschaft Zwickau aber im Januar ein. Oberstaatsanwalt Holger Illing sagte, man habe die Täter nicht identifizieren können. Weitere Ermittlungen seien deshalb zwecklos. Im Fall um den "Heil"-Ruf in der Umkleidekabine der Spieler gingen die Ermittlungen allerdings weiter. Illing sagte, der Beschuldigte habe sich diesbezüglich aber noch nicht geäußert.
Im November vergangenen Jahres war ein Video aufgetaucht, auf dem die Mannschaft in der Kabine "Sieg" brüllte. Ein einzelner Spieler hatte darauf "Heil" gerufen.
FSV an Kampagne gegen Intoleranz beteiligt
Pikant: Ab sofort nimmt der FSV an der Seite von Volkswagen Sachsen an der Kampagne "Respekt" teil. Schon im nächsten Pokalspiel will Zwickau auf seinen Trikots für Offenheit gegenüber Andersdenkenden werben. Der Nachrichtenagentur dapd sagte FSV-Coach Nico Quade, man beteilige sich an der Kampagne um zu zeigen, "dass wir gegen jede Art von Intoleranz und für Fairness sind."
Vermutungen, der Verein beteilige sich nur wegen der Negativschlagzeilen an der Kampagne, wies Quade zurück. "Wir wollen damit nichts aufpolieren." Pressesprecher Neef stimmte dem FSV-Trainer zu: "Dass sich das zeitlich deckt, ist reiner Zufall." Die Kampagne werde man definitiv fortsetzen.
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