Tillich und Köpping treffen 350 Bürger Erstes "Dialogforum: "Wir müssen reden"

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping zog nach Abschluss des ersten Dialogforums ein selbstkritisches Fazit: "Das, was wir bisher gemacht haben, reicht nicht aus", sagte sie MDR 1 RADIO SACHSEN. "Wir müssen miteinander und nicht übereinander reden." Aus den Gesprächen nehme sie mit, dass Pegida einen ganzen Fächer an Problemen in der Bevölkerung darstelle. Diese müssten in die Politik einfließen.

Tillich sieht eine Spaltung der Gesellschaft

Ministerpräsident Stanislaw Tillich betonte die Wichtigkeit des Zusammentreffens: "Man kann anderer Meinung sein, muss aber miteinander reden können, ansonsten kann die Spaltung, die scheinbar stattfindet nicht überwinden." Der erste Bürgermeister von Dresden Dirk Hilbert sagte MDR 1 RADIO SACHSEN: "Ich nehme mit, dass es viel angestauten Unmut und Unzufriedenheit in den verschiedensten Themenfeldern gibt. Eine Reihe von Menschen fühlen sich nicht mehr mitgenommen." Niedrige Wahlbeteiligungen spiegelten das wider.

Auch ausländische Mitbürger zugegen

Am Dialogforum beteiligt waren neben Tillich und Köpping zwei Dresdner Bürgermeister und Dutzende andere Regierungs-, Verwaltungs- und Kirchenvertreter. Die 350 anwesenden Bürger wurden per Los ausgewählt, 470 Bewerber hatte es gegeben. Darunter befanden sich entgegen anderer Mediendarstellungen auch rund ein Dutzend Mitbürger ausländischer Herkunft, beispielsweise aus Ägypten. Das bestätigte die Sächsische Staatskanzlei. Auch der Ausländerbeirat Dresden war vertreten. Für Interessenten, die bisher kein Losglück hatten, sind weitere Foren angekündigt. Sandra Jäschke, Sprecherin der Sächsischen Staatskanzlei, sagte MDR SACHSEN: "Wie das Format weiterentwickelt wird, und wer welche Rollen dann übernimmt, wird derzeit diskutiert."

Die Diskussionen wurden zunächst an 50 Tischen in kleinen Gruppen und später in großer Runde geführt. Die geäußerten Meinungen waren kontrovers, einige Teilnehmer gaben sich als Pegida-Demonstranten zu erkennen. Es wurden ebenso Vorbehalte gegen "Multikulti" geäußert wie die Frage nach der Perspektive der "eigenen Bevölkerung und Jugend" gestellt. Dazu kamen Forderungen nach Strafen für islamische Hassprediger. Andere Teilnehmer wiederum plädierten für mehr Hilfen bei der Integration von Ausländern, etwa durch mehr Sprachkurse sowie mehr Informationen der Bürger vor der Unterbringung von Flüchtlingen. Zum Teil wurde auch der Vertrauensverlust in die Politik für die Pegida-Demonstrationen verantwortlich gemacht.

Nach der 11. Pegida-Kundgebung am 5. Januar in Dresden hatten Sachsens Landespolitiker den Dialog mit den Bürgern gesucht. Petra Köpping hatte im MDR SACHSENSPIEGEL angekündigt, Diskussionsforen anzubieten. "Wir werden Diskussionsforen anbieten, wo der Ministerpräsident, der Innenminister und auch ich zugegen sind," sagte sie.

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2015, 16:15 Uhr

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2 Kommentare

22.01.2015 23:28 wanda 2

Es geht ganz gewiss nicht um Zuhören oder gar Aufklären wollen. Politik hat schwere strategische Fehler in der Zuwanderungs- und Flüchtlingspolitik betrieben und so muß die 1. Forderung lauten: Versagen eingestehen, nur so ist ein Weg zur Besserung gegeben. 2. Muß die von den Bürgern entdeckte Verschleierung und Vertuschung von Ausländergewalt eingestanden werden, hier wurden mitttels der ecri-Zensur verheerende Zustände in den MSM geschaffen, die von geschulten Medienkonsumenten durchschaut und als offensichtlicher Verdummungsversuch interpretiert werden. FAZIT: Eine schleunigste Umkehr weg von Merkels "Saubermann - und Vorbildstrategie" um jeden Preis sogar zum Schaden des eigenen Volkes, hin zum vernünftigen Mittelweg in der Zuwanderungsdebatte. Deutschland muß nicht in allem Vorreiter sein wenn das Volk definitiv Schaden nimmt!

22.01.2015 18:16 Kritischer Bürger 1

EIN GUTER ANFANG!!EIN LOB DEN BETEILIGTEN!! Nun sollte man aber auch nicht nur zuhören,sondern auch abwägen was umsetzbar ist,und wenn etwas nicht umsetzbar sein wird,dann auch begründen sowie nach Auswegen suchen.So etwas sollte nicht nur in Sachsen geschehen, sondern auch im hiesigen Land und vorsorglich auch dort wo Missstände vorhersehbar sind. Ich spreche da mal ganz deutlich an:Wie sieht es aus Herr Haseloff und Co. Man nehme sich ein Beispiel an unseren südlichen Nachbarn und vor allen,Landesregierungen sollten dies auch in vollem Umfang in den Bundesrat einbringen,damit auch dort die Klarheit der Worte und der Mangel am Vertrauen der Bürger den Bundespolitikern gegenüber wenigsten einmal,auch neben den entsprechenden Gehältern unserer Bürgervertreter,zur Sprache kommt und Handlungsansätze folgen!