100 Jahre Domowina : Tillich verspricht Sorben Unterstützung
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat der sorbischen Minderheit weitere Unterstützung versprochen. Auf dem Festakt zum 100-jährigen Bestehen des sorbischen Dachverbandes Domowina in Hoyerswerda gratulierte Tillich dem Verband und kündigte an, dass Sachsen auch über 2013 hinaus die Finanzierung der "Stiftung für das sorbische Volk" sicherstellen werde. Unterstützt werde der Freistaat dabei weiterhin vom Land Brandenburg und dem Bund.
Tillich will sich für mehr Geld einsetzen
Außerdem sagte Tillich nach Informationen von MDR 1 RADIO SACHSEN, dass er sich dafür einsetzen wolle, dass der Bund seinen Anteil um eine halbe Million Euro steigert, zugleich wolle er sich im sächsischen Landtag darum bemühen, dass das Land zusätzliche 357.000 Euro zur Verfügung stellt. Aktuell erhalten die Sorben insgesamt rund 17 Millionen Euro im Jahr vom Bund und den Ländern Sachsen und Brandenburg.
Tillich: "Sorben gehören zur Vielfalt in Europa"
Tillich, der selbst Sorbe ist, sagte weiter, die Sorben seien ein unverzichtbarer Bestandteil der Vielfalt in Deutschland und Europa. Daher müsse das sorbische Volk "immer wieder neu den unbändigen Willen entwickeln", Kultur und Sprache am Leben zu erhalten.
Platzeck würdigt Domowina-Leistungen
Zu dem Festakt waren rund 800 Gäste in die Lausitzhalle gekommen, auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck. Er lobte den Einsatz der Domowina und sagte, der Verband vertrete "mit viel Energie und Engagement" die Interessen der Sorben. Zudem sei es ihm gelungen, unterschiedlichste Versuche der Vereinnahmung, Unterdrückung und des Verbots zu überstehen. Die Festansprache hielt der frühere Domowina-Chef Jan Nuck. Zudem gestaltete das Sorbische Nationalensemble, gemeinsam mit Laienkünstlern, ein Festprogramm, in dem zwölf Bilder aus der Geschichte der Domowina gezeigt wurden.
Domowina fehlt Geld
In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Streit um die Finanzierung der sorbischen Vereine und Verbände gegeben. Die Sorben kritisieren, dass tarifliche Steigerungen nicht berücksichtigt sind. Der Domowina-Vorsitzende David Statnik befürchtet für das kommende Jahr finanzielle Engpässe. Nach seinen Worten fehlt rund eine Million Euro. Die Domowina stehe am Rande eines großen Loches. Beim Sorbischen Institut oder dem Nationalensemble gehe es um die schiere Existenz.
Sonderbriefmarke zum Jubiläum
Die Domowina vertritt die Interessen der slawischen Minderheit in der Lausitz. Der Dachverband hat mehr als 7.000 Mitglieder aus 18 Vereinen und Verbänden. Ziel ist es, Sprache und Kultur der Sorben zu erhalten und zu fördern. Die Domowina war am 13. Oktober 1912 in Hoyerswerda gegründet worden. Heute hat der Dachverband seinen Sitz in Bautzen. Derzeit leben in Sachsen und Brandenburg rund 60.000 Sorben. Zum 100. Jubiläum wurde eine Sonderbriefmarke herausgegeben. Sie zeigt Braut und Bräutigam einer Vogelhochzeit in sorbischen Trachten und damit einen in der Lausitz verbreiteten Brauch.
Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.






