Sachsen

100 Jahre Domowina : Tillich verspricht Sorben Unterstützung

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat der sorbischen Minderheit weitere Unterstützung versprochen. Auf dem Festakt zum 100-jährigen Bestehen des sorbischen Dachverbandes Domowina in Hoyerswerda gratulierte Tillich dem Verband und kündigte an, dass Sachsen auch über 2013 hinaus die Finanzierung der "Stiftung für das sorbische Volk" sicherstellen werde. Unterstützt werde der Freistaat dabei weiterhin vom Land Brandenburg und dem Bund.

100 Jahre Sorbischer Dachverband: Domowina-Festakt in der Lausitzhalle Hoyerswerda

Impressionen vom Festakt 100 Jahre Domowina in Dresden. Impressionen vom Festakt 100 Jahre Domowina in Dresden. Impressionen vom Festakt 100 Jahre Domowina in Dresden.

Mit einem Festakt in der Lausitzhalle Hoyerswerda hat der Sorbische Dachverband Domowina seine Gründung vor 100 Jahren gefeiert. Unter den 800 Gästen waren auch die Ministerpräsidenten Tillich und Platzeck. [Bilder]


Tillich will sich für mehr Geld einsetzen

Außerdem sagte Tillich nach Informationen von MDR 1 RADIO SACHSEN, dass er sich dafür einsetzen wolle, dass der Bund seinen Anteil um eine halbe Million Euro steigert, zugleich wolle er sich im sächsischen Landtag darum bemühen, dass das Land zusätzliche 357.000 Euro zur Verfügung stellt. Aktuell erhalten die Sorben insgesamt rund 17 Millionen Euro im Jahr vom Bund und den Ländern Sachsen und Brandenburg.

Bildergalerie: Die Sorben heute

Gründung der Stiftung für das sorbische Volk im Oktober 1991 in der Kirche von Lohsa (Łaz) bei Hoyerswerda Sorbischunterricht in der Grundschule Schleife (Slepo), 2008 sorbischer Kindergarten in Rohne, 2005

Die Lausitz ist die Heimat der Sorben, der kleinsten slawischen Nation und einer der ältesten Minderheiten Deutschlands. Ein Blick in den Alltag der Sorben. [Bilder]


Tillich: "Sorben gehören zur Vielfalt in Europa"

Tillich, der selbst Sorbe ist, sagte weiter, die Sorben seien ein unverzichtbarer Bestandteil der Vielfalt in Deutschland und Europa. Daher müsse das sorbische Volk "immer wieder neu den unbändigen Willen entwickeln", Kultur und Sprache am Leben zu erhalten.

Platzeck würdigt Domowina-Leistungen

Zu dem Festakt waren rund 800 Gäste in die Lausitzhalle gekommen, auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck. Er lobte den Einsatz der Domowina und sagte, der Verband vertrete "mit viel Energie und Engagement" die Interessen der Sorben. Zudem sei es ihm gelungen, unterschiedlichste Versuche der Vereinnahmung, Unterdrückung und des Verbots zu überstehen. Die Festansprache hielt der frühere Domowina-Chef Jan Nuck. Zudem gestaltete das Sorbische Nationalensemble, gemeinsam mit Laienkünstlern, ein Festprogramm, in dem zwölf Bilder aus der Geschichte der Domowina gezeigt wurden.

"Das Sorbische Museum ist wichtig, aber wir Sorben gehören nicht ins Museum."

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich

Domowina fehlt Geld

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Streit um die Finanzierung der sorbischen Vereine und Verbände gegeben. Die Sorben kritisieren, dass tarifliche Steigerungen nicht berücksichtigt sind. Der Domowina-Vorsitzende David Statnik befürchtet für das kommende Jahr finanzielle Engpässe. Nach seinen Worten fehlt rund eine Million Euro. Die Domowina stehe am Rande eines großen Loches. Beim Sorbischen Institut oder dem Nationalensemble gehe es um die schiere Existenz.

Sonderbriefmarke zum Jubiläum

Die Domowina vertritt die Interessen der slawischen Minderheit in der Lausitz. Der Dachverband hat mehr als 7.000 Mitglieder aus 18 Vereinen und Verbänden. Ziel ist es, Sprache und Kultur der Sorben zu erhalten und zu fördern. Die Domowina war am 13. Oktober 1912 in Hoyerswerda gegründet worden. Heute hat der Dachverband seinen Sitz in Bautzen. Derzeit leben in Sachsen und Brandenburg rund 60.000 Sorben. Zum 100. Jubiläum wurde eine Sonderbriefmarke herausgegeben. Sie zeigt Braut und Bräutigam einer Vogelhochzeit in sorbischen Trachten und damit einen in der Lausitz verbreiteten Brauch.

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2012, 13:39 Uhr

22. Steffi:
Er soll sich mal nen Kopp über die anderen regionen hier machen!!!!!!!!!!!!!!!!
16.10.2012
08:26 Uhr
21. Radyserb:
Naja, man muss dazu wissen, dass sich die sorbische Kultur am besten im katholischen Gebiet erhalten hat. Dort wird auch die sorbische Sprache, Identität und Tradition konsequent an den Nachwuchs weitergegeben und durchgehend im Alltag benutzt bzw. demonstriert, das ist in den protestantischen Gebieten viel weniger der Fall. Darum kann man die Betonung des Katholizismus schon verstehen (auch wenn sie mir als nicht-katholischen Sorben auch etwas gegen den Strich geht).
15.10.2012
17:41 Uhr
20. Fichtel:
Ja wenn Herr Tillich im Erzgebirge zu Hause wäre, dann würde es sich bestimmt dort richtig einbringen, oder wenn er ein Vogtlaender wäre, dann würde er diese Region nicht vergessen und nur zu Eroeffnungen und Baender durchschneiden kommen. Aber er ist nun mal Sorbe und noch dazu ein tiefglaeubiger Katholik. Da muss man schon in dieser Region, auch in Anbetracht der Wahlen 2013, ordentlich vorarbeiten und auf Stimmenfang gehen.
15.10.2012
13:20 Uhr
19. Barskalin:
ICh persönlich finde es richtig, dass man Kulturgüter erhält und finanziell unterstützt. ABER! Es muss gerecht verteilt werden. Es gibt zahlreiche Vereine die keine Unterstützung durch den Staat erhalten und auch zahlreiche Sportvereine (auch eine Art von Kultur in der Gesellschaft) die nichts bekommen. Das widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz. Ich persönlich gewinne den Eindruck, dass die Religion (katholische Kirche) hier einen gewichtigen Einfluss trägt. Traurig in einem Bundesland, dass mehrheitlich von nicht Gläubigen und wenn, von Protestanten bewohnt wird. Im übrigen bin ich Mitglied einer Studentenverbindung, die auch eine 200 jährige Kultur erhält - finanziert durch die Mitglieder, die bereit sind selbst dafür zu zahlen und ohne staatl. Unterstützung auskommt.
15.10.2012
07:23 Uhr
18. Reiner Arndt:
Ich kenne die Sorben recht gut und schätzt ihre Kultur. Mir fallen in den letzten Monaten allerdings zwei Dinge auf: Nicht nur, dass die Zahl der TV-Sendungen mit sorbischen Bezügen kampagnenartig hochgefahren wurde, sondern es wird jedesmal zuerst und besonders deutlich darauf hingewiesen, dass die in Sachsen lebenden Sorben von "festem katholischen Glauben" sind. Als sei das das Wichtigtste! Ist es das? Falls ja: Für wen und warum?
14.10.2012
18:43 Uhr
17. Dresdner:
Was sollte Herr Tillich anderes versprechen.Dort ist sein Wahlkreis .Und übrigens hat er uns schon soviel versprochen und dann .......????
14.10.2012
16:30 Uhr
16. Christina:
Hallo Danilo, Du als sorbischer Nachkomme hast sicher dafuer Interesse! Lieben Gruss, Tina
14.10.2012
14:40 Uhr
15. Heinz Faßbender:
Aber für die Bildung ist kein Geld da. Typisch Tilliches - Lobbyistengehabe im Geiste eines Staatsratsvorsitzenden.
14.10.2012
08:21 Uhr
14. Radyserb:
@H. Just: Ist Ihre Frage zum Schluss auf die sorbische oder die deutsche Sprache bezogen? Denk mal drüber nach ;) Weitere Punkte: 1. Die Stiftung für das Sorbische Volk erhält immernoch weniger Geld als allein das Cottbuser Staatstheater! 2. Wessen Gelder werden da hineingesteckt? Wohl auch diejenigen der sorbischen Steuerzahler! 3. Selbst wenn man auf deine "Argumentation" eingehen würde. Wer ist denn für den heutigen Minoritätszustand der Sorben verantwortlich? Zu einem großen Teil "die Deutschen". Daher sehe ich das nur als Ausgleichszahlungen. Geld allein erhält übrigens nicht die Sprache, aber ohne geht es auch nicht. Und der deutsche Staat/die Bundesländer müssen zahlen, weil es ja keinen sorbischen Staat bzw. sorbisches Bundesland gibt...
14.10.2012
00:04 Uhr
13. Wessie:
@ H. Just Was haben Sie da bloß für eine (braune) Logik? Da würd ich viel lieber Bundesligaspiele und Neonaziaufmärsche in Sachsen verbieten, da die dadurch benötigten Polizeieinsätze soviel Steuerzahlergelder verschlingen... Man man, Sie sind aber echt einer von den Ewiggestrigen...
13.10.2012
22:52 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK