Antisemitismus
Dresdner Synagoge mit Hakenkreuz beschmiert
Das Gemeindezentrum der Neuen Synagoge in Dresden ist in der Nacht zum Sonntag mit antisemitischen und antiisraelischen Parolen in englischer Sprache beschmiert worden. Nach Informationen von MDR 1 RADIO SACHSEN wurde auf die Außenmauer des Gotteshauses auch ein Hakenkreuz gezeichnet. Der Vorsitzende des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Sachsen, Heinz-Joachim Aris, zeigte sich entsetzt, dass eine solche Tat zum Jahrestag der Pogromnacht in Deutschland möglich sei.
Sonderkommission Rechtextremismus ermittelt
Nach Angaben von Paul Scholz, dem Chef des Landeskriminalamtes Sachsen, hat inzwischen die "Sonderkommission Rechtextremismus" (Soko-Rex) die Ermittlungen aufgenommen. Gegenwärtig würden Spuren gesichert und die angebrachten Schriftzüge bewertet. "Es ist etwas Übles, was die Täter gemacht haben. Wir zeigen deshalb, dass wird das nicht dulden und mit aller Kraft ermitteln", sagte Scholz MDR 1 RADIO SACHSEN. Die Neue Synagoge wird mit Video-Kameras überwacht, deren Aufzeichnungen will die Polizei so schnell wie möglich auswerten. Nach der Spurensicherung wurden die Schmierereien im Laufe des Tages beseitigt.
Die Neue Synagoge Dresden wurde im Jahr 2001 fertig gestellt. Sie befindet sich auf dem Grundstück der 1839/40 von Gottfried Semper errichteten Alten Synagoge. Das Gotteshaus war 1938 zerstört worden. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 hatte im Deutschen Reich die radikale Phase der Judenverfolgung durch das NS-Regime begonnen. Die Nationalsozialisten gingen zur offenen Gewalt gegen die jüdische Minderheit über. Nach Schätzungen von Historikern kamen während der Reichspogromnacht mehrere hundert Juden ums Leben. Die Mehrzahl der Synagogen und jüdischen Gebetshäuser ging in Flammen auf.
Zuletzt aktualisiert: 08. November 2009, 21:13 Uhr
