Dresden

Tatverdächtiger nach Synagogen-Schmiererei ermittelt

Zwei Wochen nach der Schändung der Dresdner Synagoge hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mitteilten, handelt es sich um einen 39-jährigen Algerier. Der in Dresden lebende Mann sei bisher noch nicht mit politisch motivierten Straftaten in Erscheinung getreten. Nach Informationen von MDR 1 RADIO SACHSEN wurde gegen den Mann kein Haftbefehl beantragt. Die Staatsanwaltschaft sehe keine Fluchtgefahr.

Überführt wurde der mutmaßliche Täter nach Angaben der Ermittler mit Hilfe von Videoauswertungen sowie Zeugenaussagen. Gegen ihn wird wegen Volksverhetzung und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt. Er soll am 7. November die Außenmauer des Gemeindezentrums der Jüdischen Gemeinde mit antisemitischen und verfassungsfeindlichen Parolen beschmiert haben.

Synagoge Dresden
Die Dresdner Synagoge war am Vorabend des 9. No- vember beschmiert worden.

Videokamera filmte die Tat

Bereits zwei Tage nach der Tat hatte die Polizei mitgeteilt, nach einem Einzeltäter zu suchen. Eine Überwachungskamera hatte gefilmt, wie der Mann im Vorfeld des Gedenkens an die Reichspogromnacht die Mauer auf etwa neun Metern Länge mit Hakenkreuzen und antisemitischen Parolen beschmierte. Anschließend war er mit einer Straßenbahn in Richtung Hauptbahnhof gefahren. Polizisten waren die Schmierereien erst am Morgen des 8. November aufgefallen. An dem jüdischen Gotteshaus patrouillieren normalerweise Streifen.

Die Tat unmittelbar vor dem 71. Jahrestag der Pogromnacht hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Die Neue Synagoge Dresden wurde im Jahr 2001 fertiggestellt. Sie befindet sich auf dem Grundstück der 1839/40 von Gottfried Semper errichteten Alten Synagoge. Das Gotteshaus war in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 auf Betreiben der Nationalsozialisten zerstört worden.

Zuletzt aktualisiert: 23. November 2009, 13:14 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

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