Landgericht Dresden : Mutmaßlicher Anabolika-Händler legt Geständnis ab
Weil er in großem Stil mit Anabolika gehandelt haben soll, muss sich ein 32-Jähriger seit Freitag vor dem Landgericht Dresden verantworten. Dem Mann aus Dresden wird Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz vorgeworfen. Er soll zwischen 2008 und 2010 in Dutzenden Fällen die Präparate beschafft und an Fitnessstudios weiterverkauft haben. Insgesamt setzte er laut Anklage mehr als eine Million Euro um.
Angeklagter wollte sich etwas dazuverdienen
Zum Prozessauftakt legte der gelernte Versicherungskaufmann ein Geständnis ab. Er ließ über seinen Anwalt erklären, sämtliche Vorwürfe träfen "in vollem Umfang" zu. Als Motiv gab der Angeklagte an, er habe sich auf diese Weise "etwas dazuverdienen" und den Lebensunterhalt seiner Familie sichern wollen. Zu dem Zeitpunkt habe er lediglich eine Halbtagsstelle gehabt.
Eigenen Angaben zufolge hat er über das Internet Kontakt zu Lieferanten aufgebaut und sich die Substanzen an verschiedene Adressen sowie an Paketstationen in Dresden liefern lassen. Die Sendungen habe er in einer Garage und in angemieteten Räumen gelagert, abgepackt und an rund 100 Stammkunden bundesweit versandt. Die Medikamente stammten demnach aus verschiedenen Quellen in Serbien, Pakistan und dem Iran.
Mittel waren teilweise erheblich leberschädigend
Nach Angaben der sächsischen Ermittlungsbehörden handelt es sich um einen der größten Fälle illegalen Medikamentenhandels in den neuen Ländern. Unter den Präparaten seien auch "erheblich leberschädigende Mittel" gewesen, die in Deutschland nicht verschreibungsfähig seien, erklärte die Vertreterin der Staatsanwältin. Der Bruder des Angeklagten wurde wegen Beihilfe bereits vor vier Wochen vom Dresdner Amtsgericht zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.
Fitness-Sportler nutzen Anabolika, um den Muskelzuwachs zu beschleunigen und zu verstärken. Der Gebrauch ist legal. Allerdings fallen anabole Steroide in Deutschland unter das Arzneimittelgesetz und müssen vom Arzt verordnet werden. Wegen möglicher heftiger Nebenwirkungen verschreiben Mediziner nur in Ausnahmefällen Anabolika.

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