Stadtratsbeschluss : Operette und TJG sollen ins Kraftwerk Mitte ziehen
Der Dresdner Stadtrat hat beschlossen, dass Operette und Theater der Jungen Generation (TJG) in das frühere Kraftwerk Mitte umziehen sollen. Mit nur zwei Stimmen Mehrheit stetzten sich SPD, Grüne, Linke und Bürgerfraktion gegen den Widerstand von CDU und FDP durch. Diese hatten vor allem aus Kostengründen gegen den Umzug gestimmt. Das Areal am Kraftwerk müsste nämlich für 90 Millionen Euro komplett umgebaut werden.
Oberbürgermeisterin Helma Orosz hat die Kosten für den Doppelstandort als zu hoch kritisiert. Die CDU-Politikerin will nun einen Widerspruch prüfen. FDP-Fraktionschef Zastrow verwies darauf, dass das Vorhaben die Schuldenfreiheit der sächsischen Landeshauptstadt gefährde.
Orosz warb für billigere Kompromisslösung
In der Stadtratssitzung am Donnerstagabend warb Oberbürgermeisterin Orosz erneut dafür, eine kostengünstigere Kompromisslösung zu finden. Sie sprach sich dafür aus, für knapp 50 Millionen Euro lediglich die Operette ins zentrale Kulturkraftwerk zu integrieren. Das Theater der Jungen Generation solle am Cottaer Standort für etwa 20 Millionen Euro saniert werden. Die FDP plädierte dafür, die Operette, wie ursprünglich geplant, neben dem Hauptbahnhof zu bauen. Das würde 45 Millionen Euro kosten. Beide Vorschläge wurden von der Mehrheit im Stadtrat abgelehnt. SPD-Fraktionschef Peter Lames sagte, man habe jetzt die Chance zu einem großen Wurf. Auch Jan Kaboth von der Bürgerfraktion hielt dagegen, dass beide Bühnen einen angemessenen Platz im Zentrum brauchten. Die Theaterprovisorien aus den Jahren 1947 und 1949 sollten beseitigt werden.
Eine endlose Diskussion
Seit 2002 wird in Dresden über den Umzug der Operette und des Theaters der Jungen Generation diskutiert. Die Standorte beider Häuser sind dringend sanierungsbedürftig. Bereits 2008 hatte sich der Dresdner Stadtrat für einen Doppelstandort im ehemaligen Kraftwerk Mitte ausgesprochen. Doch gebaut wurde bis heute nicht. Stattdessen wird seit Jahren über verschiedene Varianten diskutiert, ohne zu einer Entscheidung zu kommen.
