Region Dresden

Sonderausstellung im Albertinum Dresden : Real bis abstrakt - deutsch-deutsche Kunst im Vergleich

Die deutsche Nachkriegs- und Gegenwartskunst steht seit Dienstag in der Galerie Neue Meister Dresden im Mittelpunkt. Unter dem Titel "geteilt | ungeteilt Kunst in Deutschland 1945 bis 2010" sind rund 120 Gemälde, Skulpturen und Plastiken sowie Fotografien und Videoarbeiten zu sehen. Galeriedirektor Ulrich Bischoff sagte bei der Eröffnung, rund ein Drittel der Objekte würden erstmals in Dresden gezeigt. Sie veranschaulichten exemplarisch die Kunst in Ost- und Westdeutschland. Die Schau wurde überwiegend mit Werken aus dem eigenen Bestand gestaltet.

Bildergalerie: "geteilt | ungeteilt Kunst in Deutschland 1945 bis 2010"

Wilhelm Lachnit: Der Tod von Dresden, 1945 Harald Hakenbeck: Peter im Tierpark, 1960 Wolfgang Koethe: Die Kleine Freiheit, 1988-91

Die Galerie Neue Meister widmet sich erstmals der deutsch-deutschen Kunst zwischen 1945 und 2010. Bis Ende Januar werden die verschiedenen Strömungen in Ost- und Westdeutschland gegenübergestellt. [Bilder]


Sonderausstellung bis Januar 2013

Zu sehen sind Bilder wie Wilhelm Lachnits "Tod von Dresden", Walter Womackas Gemälde "Am Strand", das einst eine DDR-Briefmarke zierte, ein expressiv-abstraktes Frühwerk von Karl Otto Götz oder A.R. Pencks Plastik "Denkmal für das geteilte Deutschland". Auch Hans Grundig, Wols, Rupprecht Geiger, Hermann Glöckner, Max Uhlig, Eberhard Göschel, Annette Schröter, Cornelia Schlieme, Rosemarie Trockel oder Eberhard Havekost sind vertreten. Im Wechsel sollen weitere Kunstwerke gezeigt werden, die die Galerie in den vergangenen Jahren erworben hat. Die Sonderausstellung ist bis Januar 2013 zu sehen.

Der Osten malt sachlich, der Westen abstrakt

Eigenen Angaben zufolge hat die Galerie den 50. Jahrestag des Mauerbaues im vergangenen Jahr zum Anlass genommen, erstmals eine große deutsch-deutsche Schau zu entwickeln. "Das Albertinum ist hierfür der prädestinierte Ort", erklärte sie in einer Mitteilung. "Fanden doch hier bis 1988 die großen Übersichtausstellungen zur Kunst in der DDR statt, aus denen auch zahlreiche Werke für das Museum erworben wurden." Unter dem Eindruck der Zerstörung der Dresdner Altstadt im Februar 1945 beginne der Rundgang mit Bildern, die die Situation nach dem "Tod von Dresden" von Wilhelm Lachnit und den Neuanfang zur Erscheinung bringen. In den weiteren Räumen werde das künstlerische Spannungsfeld der beiden deutschen Staaten deutlich. Während in Westdeutschland neben realistischen Tendenzen hauptsächlich abstrakt gemalt worden sei, dominierten in der DDR vor allem realistische Darstellungsweisen. Nach 1989 hätten sich die Bildtraditionen "überlagert" und mit internationalen Kunstströmungen vermischt.

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2012, 10:39 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2012 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK