Region Dresden

Kriegsmunition : Elf Bomben im Wald von Rabenau entschärft

In der Dippoldiswalder Heide ist am frühen Abend ein Großeinsatz zu Ende gegangen: In der Nähe der Kleinstadt Rabenau im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge entschärfte der Kampfmittelbeseitigungsdienst elf Bomben von jeweils 250 Kilogramm Gewicht und eine große Menge Kleinmunition aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Polizei sicherte den Einsatz in dem Naherholungsgebiet ab. Nach Angaben der Beamten verlief er ohne Komplikationen. Alle Bewohner des evakuierten Gebietes konnten in ihre Häuser zurückkehren, die Straßensperrungen wurden bis 18:30 Uhr größtenteils aufgehoben.

Einsatz dauerte zehn Stunden, die Schule fiel aus

Vier Bombenentschärfer und 150 Polizisten waren am Dienstag im Einsatz. 55 Menschen mussten ab 8 Uhr morgens ihre Häuser verlassen, auch ein Hotel war betroffen. Ab 9 Uhr wurde weiträumig abgesperrt, ab 9:30 Uhr fuhr kein Bus mehr. Die Bundesstraße 170 musste mehrere Stunden gesperrt werden. Eltern war freigestellt worden, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Pünktlich um 10 Uhr konnte der Einsatz beginnen.

War es ein Notabwurf?

Bürgermeister Rabenau Thomas Paul
Bürgermeister Thomas Paul: Rabenau trägt die Kosten für den Einsatz.

Bei einem Pressetermin am Freitag erklärte Thomas Lange von der Kampfmittelbeseitigung, er habe es noch nie mit einer solchen Menge Munition zu tun gehabt. Auch die Lage der Fundorte sei schwierig. Das Fundgebiet war den Bombenentschärfern bisher noch nicht als gefährliches Gelände bekannt. Die Funde von Kleinmunition durch Pilzsucher und Förster haben Langes Angaben zufolge allerdings in letzter Zeit zugenommen. Daher war im September eine private Firma mit dem Absuchen des 3,5 Hektar großen Gebietes betraut worden. Viele Anwohner machten Angaben und gaben Hinweise zu Fundorten. Die Bomben lagen demnach auf engem Raum kreuz und quer - was auf einen Notabwurf hindeutet. Ein Hobby-Historiker aus Pirna sei bei Recherchen auf einen Absturz zweier US-amerikanischer Flieger im April 1945 gestoßen, erklärte Lange.

Die Maschinen gehörten offenbar zu einem Geschwader, das im Anflug auf das bereit zerstörte Dresden war. Aufgrund schlechter Sicht mussten die Flugzeuge abdrehen. Bei diesem Manöver stießen zwei Maschinen zusammen und stürzten ab. Die Wracks wurden damals von der Rabenauer Bevölkerung gefunden. Die Bomben steckten jedoch bis zu zwei Meter tief im Boden.

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2013, 09:32 Uhr

13. alfons:
Wer den niknamen ,antirabenau trägt der will nur schlechtes für diese Stadt. Persönliche Probleme sollten sie nicht auf Kosten der dortigen Einwohner austragen. Hier ging es um eine bombenentschärfung die unsere Achtung gebührt. Danke an die mutigen bombenentschärfer.
13.11.2013
18:18 Uhr
12. Antirabenauer:
Die Stadt kassiert seit Jahren in ihren viel zu vielen Parkverbotszonen Bußgelder ohne Ende,da kann sie auch mal was Bezahlen. Und wer Beschwerd sich über die Einnahmen durch Tourismus.Kein mitleid mit diesem Dorf.
12.11.2013
21:13 Uhr
11. Ex-Hallenser:
@4. Jürgen: Ach, was wollen sie denn wissen? Die Feldpostnummern der bedauernswerten, knapp über 20-jährigen Besatzung? Was hilft ihnen das weiter? Zu ihrer Information: In den eng gestaffelten amerikanischen Combat-Boxes kam diese Sorte Unfall nicht selten vor, da es für den Piloten sehr anstrengend war, viele Stunden lang präzise die Position zu halten - auch ohne Jägern oder Flakbeschuss ausweichen zu müssen. Die beiden B17, die hier kollidiert sind, waren offenbar schon in Vorbereitung des Zielanfluges und hatten in ihrer Formation deshalb besonders eng aufgeschlossen. Vielleicht erfahren die Angehörigen nach so vielen Jahren jetzt genau, was mit ihren Söhnen geschehen ist - mehr gibt es da nicht zu Forschen...
12.11.2013
18:53 Uhr
10. Egon Hammerschmidt:
Eine Meisterleistung des Team von Thomas Lange! Große Klasse! Hochachtung und Anerkennung! Ich bin Stolz Truppführer der Kampfmittelräumung zu sein und Thomas zu kennen! Egon Hammerschmidt
12.11.2013
18:50 Uhr
9. KLAUS:
Hoffentlich ist es ein (übler) Karnevalsscherz, dass die Gemeinde Rabenau, die Kosten für die Bombenentschärfung tragen soll. Bei solchen Informationen glaubt man in der falschen Welt zu leben. Ich habe meinen Garten in der Nähe und denke mit Schrecken daran, in früheren jahren vielleicht beim Pilzesuchen auf Bomben herumgetreten zu sein.
12.11.2013
13:51 Uhr
8. Karl Wagner:
Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass die Gemeinden / Städte für die Beseitigung der Weltkriegsfunde aufkommen müssen. Das müsste unbedingt in die Zuständigkeit des Bundes übergehen. Solche Funde treten meistens in unmittelbarer Nähe der schon damals besonders vom Bombenhagel betroffenen Städte auf, die dann nochmals zur Kasse gebeten werden. So wurde z. B. ebenfalls im unmittelbaren Bereich von Gießen ein Bombenfund rein zufällig registriert, da der Zünder der Bombe nach mehr als 68 Jahren seiner Bestimmung nachkam und die Bombe explodieren ließ. Gießen wurde am Nikolaustag 1944 in Schutt und Asche gelegt.
12.11.2013
12:54 Uhr
7. Alfons:
Mir ist unverständlich das das kleine rabenau die gesamten Kosten des Einsatzes Tragen muss. Alles gute und viel Glück bei der Entschärfung.
12.11.2013
11:15 Uhr
6. Marion Gööck:
Auch ich wünsche allen an der Aktion beteiligten Helfer viel Erfolg. Habe es soeben erst erfahren. Toi toi toi!!! Meine gesamte Familie aus Leipzig drückt morgen die Daumen, dass wir alle wieder unbesorgt in dieser schönen Umgebung wandern und Pilze sammeln können.
11.11.2013
21:54 Uhr
5. Brunhilde Nitsche:
Ich wünsche allen Beteiligten an diesem Einsatz viel Erfolg und alles Gute. Jungs, bleibt gesund !
11.11.2013
20:45 Uhr
4. Jürgen:
Ich würde mir wünschen das jemand alles genau dokumentiert und im Nachgang rekonstruiert wird was genau passiert ist. Sowohl beim Absturz des Bombers als auch beim Rückzug der Wehrmacht. Für mich als militärisch Interessierten wäre das sehr wichtig da mich natürlich besonders die Ereignisse der letzten Tage das 2. Weltkrieges in meiner Heimat interessieren. Viel Erfolg für Herrn Lange und Team!
11.11.2013
18:23 Uhr

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