Region Dresden

TU Dresden : Kein Chemieunfall an Dresdner Universität

Polizei und Hochschule haben Entwarnung gegeben: Bei dem vermeintlichen Chemieunfall in einem Labor ist kein Gas ausgetreten. Wie die Polizei mitteilte, ist die Untersuchung des Labors am Freitagmittag ergebnislos beendet worden. Es werde schwer sein, die genaue Ursache für die Geruchsbelästigung zu finden.

Das Labor der TU Dresden war am Donnerstagnachmittag geräumt worden, nachdem sich dort ein starker Knoblauchgeruch entwickelt hatte und außerdem ein 20-jähriger Student erbrach. Weil Schwindel und Übelkeit die ersten Symptome einer Arsenwasserstoff-Vergiftung sind und auch der Geruch auf dieses Gas hinwies, wurde das gesamte Gebäude geräumt. Insgesamt 97 Studenten und Mitarbeiter mussten wegen des Verdachtes auf eine Vergiftung vorsorglich in Krankenhäuser gebracht werden. Sie verbrachten dort die Nacht. Symptome einer Vergiftung wurden bei niemandem festgestellt, hieß es. Insgesamt waren 70 Polizeibeamte und rund 100 Mitarbeiter von Feuerwehr und Rettungskräften im Einsatz.

Professor räumt Experimente mit Arsenwasserstoff ein

Chemieprofessor Michael Ruck räumte im MDR ein, dass die Erstsemestler auch mit Arsenwasserstoff experimentieren. Zugleich schränkte er ein: "Damit das wahrnehmbar wird, muss eine große Menge davon genutzt werden – eine viel größere Menge, als wir zur Analyse ausgeben. Das muss Faktor Hundert, Faktor Tausend, Faktor Zehntausend sein. Deswegen scheint es mir im Moment sehr unwahrscheinlich, dass durch einen Unfall so etwas geschieht."

Studenten halten Scherz für möglich

Die Feuerwehr hält es nach eigenen Angaben für wahrscheinlich, dass Gas in geringer Konzentration ausgetreten ist. Es habe sich möglicherweise schnell wieder verflüchtigt und sei damit nicht mehr nachweisbar gewesen. Doch zumindest die Studenten vor Ort schließen auch eine weitere Möglichkeit nicht aus – einen Streich: So sollen vor einiger Zeit die Wände der Hochschule mit Knoblauch bestrichen worden sein, sagten Studenten dem MDR. Es sei ein leichtes, diesen auch in die Belüftungsanlagen zu bringen.

Zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2012, 21:01 Uhr

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Arsenwasserstoff

Arsenwasserstoff ist ein äußerst giftiges Gas. Im ersten Weltkrieg wurde es als Kampfstoff eingesetzt. Heute findet es in großen Mengen in der Halbleiterindustrie Verwendung.

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