Chinesische Flagge
China ist der wichtigste Exportmarkt für Sachsen. Eine Delegation um den scheidenden Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich besucht die Volksrepublik, um Wirtschaftskontakte zu pflegen und Kooperationen auszubauen. Bildrechte: dpa

Größte Delegation der Amtszeit Tillich reist ins Reich der Mitte

Chinesische Flagge
China ist der wichtigste Exportmarkt für Sachsen. Eine Delegation um den scheidenden Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich besucht die Volksrepublik, um Wirtschaftskontakte zu pflegen und Kooperationen auszubauen. Bildrechte: dpa

Am Mittwoch reist Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich nach China. Bei der einwöchigen Reise wird der scheidende Regierungschef von fast 90 Personen begleitet, teilte die Staatskanzlei mit. Dies sei die größte Delegation seiner Amtszeit. Die im Rahmen der zehnjährigen Partnerschaft mit der Region Hubei angesetzte Reise begleiten neben Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) und Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) auch 45 Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft.

Kontakte pflegen, Kooperationen ausbauen

Auf dem Programm der Reise stehen der Staatskanzlei zufolge Gespräche mit hochrangigen Politikern in Peking und Wuhan, der Hauptstadt von Sachsens Partnerprovinz Hubei. Neben der Pflege zahlreicher Kooperationen in Wirtschaft, Umweltschutz und Forschung soll dafür geworben werden, diese Zusammenarbeit weiter auszubauen. Zudem soll mit dem Besuch der Zugang zum chinesischen Markt für deutsche Unternehmen erleichtert werden.

Der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende im Sächsischen Landtag, Martin Dulig (l) und der Ministerpräsident von Sachsen, Stanislaw Tillich (CDU), unterhalten sich  nach den ersten Koalitionsverhandlungen für ein Regierungsbündnis im Ständehaus in Dresden (Sachsen).s
Neben Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft ist auch Wirtschaftsminister Martin Dulig Teil der Delegation. Bildrechte: dpa

"Die Zusammenarbeit mit China ist für Sachsen sehr wichtig", sagte Tillich vorab. In Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur seien diese Kontakte nicht mehr wegzudenken. "Besonders freue ich mich, dass inzwischen auch zahlreiche chinesische Investoren in Sachsen aktiv sind und hier zahlreiche Arbeitsplätze gesichert und geschaffen haben. Mit einigen von Ihnen werde ich Gespräche führen und hoffe, für ein weiteres Engagement werben zu können."

Ich erwarte, dass nach Reisen von Regierungsmitgliedern und Landtagsausschüssen mal genauer hingeguckt wird, was die Ausflüge in die weite Welt konkret für die Realität in Sachsen bewirken.

Rico Gebhardt Fraktionsvorsitzender Die Linke im sächsischen Landtag

Nicht China gegen Russland ausspielen

Angesichts der "Superlative in der Ankündigung durch die Staatsregierung" erwartet Rico Gebhardt, Vorsitzender der Linksfraktion, auch "Super-Ergebnisse". Ansonsten sei dies eine Verschwendung von Steuergeldern. Um einseitige Abhängigkeiten zu vermeiden sei es wichtig, einen möglichst großen Mix von Wirtschaftsbeziehungen anzustreben. Der Versuch, China gegen Russland auszuspielen, sei hier nicht die richtige Vorgehensweise. Darüber hinaus wünsche er sich, dass die Staatsregierung genauso viel Aufwand auch bei der Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren in Sachsen betreibt.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünenfraktion Gerd Lippold hofft, dass die Reise den Wirtschaftsteilnehmer den Einstieg in neue Kooperations- und Geschäftsbeziehungen dienen kann, und nicht zur Abschiedsreise des Ministerpräsidenten wird. Die Wirtschaftsreisen sollte Türen öffnen und Vertrauen aufbauen. Insofern sei es unglücklich, dass eine große Wirtschaftsdelegation nun von einem Ministerpräsidenten geführt wird, der bereits seinen Rücktritt erklärt hat.

China als wichtigster Partner Den Angaben zufolge ist China der wichtigste Exportmarkt für sächsische Firmen. 2016 seien Waren im Wert von 5,5 Milliarden Euro exportiert worden. Die Einfuhr von Waren aus China habe sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht. Kein anderes Bundesland handele so viel mit China wie Sachsen. Der sächsische Export nach China war 2016 genauso groß wie der Export von Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, dem Saarland und Bremen zusammen gewesen.

Aktuell gibt es zwischen Sachsen und China acht Städtepartnerschaften, elf Schulpartnerschaften und 84 Kooperationen im Hochschulbereich, teilte die Staatskanzlei mit. 3.200 chinesische Studenten seien die größte Gruppe unter den ausländischen Studenten im Freistaat. Zudem sollen mehr als 35.000 chinesische Touristen Sachsen im vorigen Jahr besucht haben

Quelle: dpa/MDR/mar

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Fernsehen: MDR SACHSENSPIEGEL | 15.11.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2017, 17:02 Uhr

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2 Kommentare

15.11.2017 11:45 Ja 2

da kenne ich so Einige, die auf solch fahrende Züge mit aufspringen und solche Reisen nutzen. Und dann ist für wichtige Dinge im Land kein Geld da. Hoffentlich hat Herr Tillich noch genügend Zeit nach der Reise all seine Ergebnisse offen zu legen.

14.11.2017 15:36 Na so was 1

"Der Regierungschef wird von fast 90 Personen begleitet."
Ich gehe mal hoch rein mit meinem Tipp, also 10 Personen von diesen 90 bringen vielleicht irgendeinen wichtigen Aspekt in die Gesprächsrunden mit ein. Die restlichen 80 werden nach der Rückkehr aus China sagen: Es war schön, wir haben Land und Leute kennengelernt. Und wir können sagen, das habt ihr aber gut gemacht mit unseren Steuergeldern, da wissen wir wenigstens, dass diesmal unsere Steuern irgendjemanden Freude gebracht hat.