Sehnsucht nach Frieden 17.000 Menschen bei Christvesper in Dresden

 Besucher der 24. Weihnachtlichen Vesper feiern am 23.12.2016 vor der Frauenkirche in Dresden (Sachsen).
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Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat vor Heiligabend zu Solidarität, Respekt und Offenheit gegenüber anderen Menschen und anderen Kulturen aufgerufen. "Gerade jetzt geht es um ein friedliches Miteinander in unserem Land", sagte er am Freitag bei der Weihnachtlichen Vesper an der Dresdner Frauenkirche. "Lassen wir nicht zu, dass das Jahr 2016 Wunden in unserer Gesellschaft hinterlässt", appellierte er. Es gelte, zusammenzustehen für die friedliche Demokratie. "Aufgabe von uns allen ist es, uns immer und überall von Mitmenschlichkeit leiten zu lassen."

"Wir müssen uns selbst begrenzen"

Nach Angaben der Stiftung Frauenkirche hatten sich rund 17.000 Menschen zu der seit 1993 traditionellen Veranstaltung versammelt. Sie gedachten gemeinsam der Opfer des Terroranschlags auf dem Berliner Weihnachtsmarkt. Landesbischof Carsten Rentzing mahnte angesichts von Maßlosigkeit auch in Kritik und Zorn zu Selbstbegrenzung und Bescheidung. Dieser Weg führe nicht zum Gewinn. "Wir müssen uns selbst begrenzen, wenn wir nicht uns selbst, den gesellschaftlichen Frieden und das Wohl dieser Welt gefährden wollen."

Die Weihnachtliche Vesper wurde 1993 noch vor dem kurz zuvor aus den Trümmern freigelegten Altar des im Zweiten Weltkrieges zerstörten Gotteshauses begründet. Sie wird von der früheren Wiederaufbau- und jetzigen Fördergesellschaft gemeinsam mit der Stiftung organisiert. Das musikalische Programm wurde unter anderem von Gunther Emmerlich, dem Dresdner Motettenchor, Trompeter Ludwig Güttler und seinem Blechbläserensemble sowie Solisten gestaltet. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden nach dem Attentat in Berlin noch einmal erhöht.

Über dieses Thema berichtete MDR SACHSEN auch im Radio MDR 1 RADIO SACHSEN | 23.12.2016 | Hörfunknachrichten um 17:00, 17:30, 18:00 und 18.30 Uhr sowie in mehreren Live-Einblendungen

Zuletzt aktualisiert: 23. Dezember 2016, 21:30 Uhr

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42 Kommentare

25.12.2016 21:12 UL.. . . auch ohne Durchgezählt , eine schöne Veranstaltung 42

@ ". . . Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat vor Heiligabend zu Solidarität, Respekt und Offenheit gegenüber anderen Menschen und anderen Kulturen aufgerufen. . . . ."
Wäre es nicht fairerweise und auch sinniger gewesen, zur Solidarität, Respekt , oder Offenheit gegenüber auch den Menschen im eigenen Land und der eigenen Kultur zu fabulieren.? Immerhin wurde Herr Tillich von den Sachsen gewählt und nicht von anderen Völkern.
Trotzdem finde ich eine solche Veranstaltungen super toll. Noch schöner aber wäre diese gewesen, wenn dort Landespolitiker und Behördenvorsteher als Zuschauer und nicht als Initiator oder "Vorbeter" auftreten würden, zumal sie mit einer parteilichen Bindung belastet sind. Man könnte sonst den Eindruck gewinnen, hier will sich jemand mit fremden Federn schmücken. Oder etwas "brutaler" ausgelegt : Die Geburt Jesu hat doch nun wirklich nichts mit Solidarität, Offenheit oder Toleranz zu tun. Maria und Josef waren schließlich nicht auf der Flucht.

25.12.2016 12:33 Bernd 41

@34/37 sehr schön wie Sie ausgewogen kommentieren, es hebt sich ab von den bekannten " Äußerungen " aus einer Ecke die alles was anders denkend/- seiend ist ausgrenzt. Liebe Grüße

25.12.2016 11:38 Bernd 40

@38 schön das Sie zweimal auf einen Post antworten und diesen, zugegebenermaßen ist er sehr differenziert und zeigt Wertkonservatismus, zitieren. Ihre " frage" habe ich sehr wohl beantwortet, da war meine Antwort wohl nicht in Ihrem Sinne. "Schaum vor dem Mund "? Habe ich nicht, ich lebe ( Sie?) die demokratische Diskussionskultur, Tatsachen basiert. Leider gehen Sie nicht darauf ein, sondern beschränken sich auf nebulöse Andeutungen/ Beschimpfungen. Das hat "Ekki Kohlfeld " hier schon mal probiert, Nunja, contrafaktische Sichtweisen sind nicht individualisiert.

25.12.2016 09:17 Detlef Dillner 39

Auf Euch kann Deutschland stolz sein.
Vielen Dank und allen ein endlich friedliches Weihnachtsfest.

25.12.2016 07:31 ein enttäuschter Sachse an @32 Bernd 38

Hallo Herr Bernd
Sie haben meine Frage nicht beantwortet. Konnten Sie ja auch nicht, weil Sie nicht einen Beweis für Ihre Behauptungen haben. Stattdessen unterstellen Sie mir mit Schaum vor dem Mund Hass. Ich weiß gar nicht, wie Sie daraufkommen. Sie kennen mich doch gar nicht. Also Herr Bernd Mund abwischen und nach Ihrem Motto handeln. Ich zitiere Sie aus @29" Friedfertigkeit, einstehen für alle! Menschen, das Anerkennen der Individualität eines jeden Einzelnen - Fremdwörter für Sie?" Oder haben Sie hier eine Falschaussage getan und meinten vielleicht sich. Es ist doch so einfach Ihnen den Spiegel vors Gesicht zu halten. Vielen Dank dass Sie sich selbst entlarvt haben.

24.12.2016 23:56 Dave 37

Danke Dresdener...
Es ist wirklich schön, zu lesen, dass es nicht nur vorbestrafte Typen mit rechtsradikaler Weltsicht schaffen, tausende Menschen zu mobilisieren.
Es wird das Bild, dass Deutschland mittlerweile von Dresden hat, nicht nachhaltig verbessern, aber es ist ein Anfang. Frohes Fest wünsche ich allen...

24.12.2016 23:35 Mediator an Gretchen (33) 36

Von was schwadronieren Sie bitte? Von den 75% Konfessionslosen in den Neuen Bundesländern zahlt doch eh keiner Kirchensteuer und die anderen tun es wohl aus Überzeugung.

Irgendwie erinnert mich ihre Kritik an den GEZ Unsinn. Jeder will vernünftiges Fernsehen, aber selbstverständlich soll es umsonst sein. Was man für umsonst kriegt, dass wird dann im Dschungel ausgesetzt oder in einer Berliner Tatoo WG kaserniert.
Umsonst ist es selbstverständlich auch nur, solange man diese Sender nicht in HD empfangen will. Wenn es nur noch HD gibt, dann werden wir für diese Formate ebenfalls bezahlen müssen.

Vielleicht hören Sie sich die Weihnachtspredigt noch einmal an - der Inhalt war eigentlich gut verständlich.

Frohe Weihnachten.

24.12.2016 23:18 @ 33 und @ 31 35

@ Gretchen: Ja, die Kirche bezieht Kirchensteuer - davon werden u.a. Kindergärten, Krankenhäuser, Beratungsstellen, freie Schulen ... - und nicht zu vergessen - Friedhöfe finanziert. Das dient nicht nur Gemeindegliedern, sondern der ganzen Gesellschaft.
@ enttäuschter Sachse: Ja, die Kirche hat in den vergangenen Jahrhunderten einiges falsch gemacht - aber wir leben im hier und jetzt. Und die Kirche heute spricht und handelt vielerorts von einer ihrer ureigensten Botschaft: Liebe deinen Nächsten.

24.12.2016 16:45 andererseits 34

Dresden hat seine freundliche, offene und humane Seite gezeigt, auch durch diese Vesper. Einige haben mir vorgeworfen, ich würde selber spalten (16). Das ist nun oft genug als "kalter Kaffee" entlarvt, diese Retourkutsche, sobald man den latent oder manifest fremdenfeindlichen und nationalistischen Kommentaren widerspricht. Der Gipfel ist dann, den Kritikern intoleranter Positionen wegen der Kritik selber Intoleranz vorzuwerfen... Und - stellen Sie sich vor: auch ich mache mir Sorgen um die Zukunft unserer Gesellschaft z.B. beim Thema "Integration"; allerdings erlebe ich die Integration von Menschen, die zu uns geflüchtet sind, oft als einfacher (und herzlicher) als die Integration von Menschen und Gruppen am rechten Rand.

24.12.2016 15:26 Gretchen 33

Da sagt der Landesbischof etwas ganz Richtiges: Selbstbegrenzung.
Dies gilt natürlich nicht für die Kirchensteuer und alle anderen Gelder, die die Kirche eintreibt. Da darf einfach es keine Selbstbegrenzung geben. Nie und nimmer.
Waren solche Menschen eigentlich Pharisäer? Auf diesem Ohr sind die Kirchenoberen ganz schön taub.