Ein Mann markiert im Duden das Wort Demokratie.
Bildrechte: dpa

Zivilcourage gewürdigt Demokratiepreis in Dresden verliehen

Ein Mann markiert im Duden das Wort Demokratie.
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Zum zehnten Mal ist am Montagabend in der Staatsoperette Dresden der Sächsische Förderpreis für Demokratie verliehen worden. Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis geht an den RAA Hoyerswerda Ostsachsen e. V. und den RAA Sachsen e. V. Den undotierten Kommunenpreis erhält der Helferkreis der Stadt Meerane.

"Der Preis würdigt herausragendes Engagement von Initiativen und Kommunen, die sich ohne Wenn und Aber mit großem persönlichen Mut für die Sache der Demokratie und der Menschenrechte einsetzen", heißt es von der auslobenden Amadeu-Antonio-Stiftung. 56 Initiativen hatten sich für den Demokratiepreis beworben oder wurden vorgeschlagen. Aus den letztlich sechs Nominierten hat die 14-köpfige Jury nun die Gewinner ausgewählt.

Hilfe mit Herz

Die beiden prämierten RAA Netzwerke wurden Anfang der 1990er Jahre vor dem Hintergrund zunehmender rechtsextremer Gewalt im Freistaat gegründet. Bis heute unterstützen sie nicht nur Projekte die sich Opfern rechter Gewalt widmen, sondern auch jegliches anderes zivilgesellschaftliches Engagement. Mit dem Projekt "Hoyerswerda hilft mit Herz" unterstützt die RAA zum Beispiel seit vier Jahren Geflüchtete bei der Integration am neuen Wohnort. Neben Kinderbetreuung, Deutschkursen und gemeinsamem Kochen gibt es auch ein sogenanntes Möbelprojekt, das Geflüchteten eine Erstausstattung der neuen Wohnung zur Verfügung stellt.

Meerane als Vorbild kommunaler Zusammenarbeit

Beim Helferkreis der Stadt Meerane lobt Kollberg die beispielgebende Zusammenarbeit von Kommune und Bürgern bei der Aufnahme von Flüchtlingen. "In nur wenigen Fällen haben die Gemeinde so eng mit Politik und Verwaltung zusammengearbeitet", betont Kollberg. Der Helferkreis bestehe hier nicht nur aus Ehrenamtlichen, sondern auch aus städtischen Mitarbeitern.



Über 600 Bewerbungen in 10 Jahren

Der Sächsische Förderpreis für Demokratie ehrt seit 2007 jedes Jahr innovative Projektbeispiele aus der Zivilgesellschaft und das Engagement von Kommunen. Von über 600 Bewerbungen wurden 50 Projekte und drei Kommunen in den letzten zehn Jahren mit dem Demokratiepreis ausgezeichnet werden. Ausgelobt wird der Förderpreis unter anderem von der Amadeu-Antonio-Stiftung. Ziel der 1998 gegründeten Stiftung ist es, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Die Stiftung hat nach eigenen Angaben deutschlandweit bereits über 1.200 lokale Initiativen und Projekte in den Bereichen demokratische Jugendkultur, Opferschutz sowie Hilfsangebote für Aussteiger aus der Naziszene unterstützt.

Quelle: MDR/mar

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch in Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.11.2017 | ab 13:20 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 06.11.2017 | ab 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2017, 20:07 Uhr