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Otto Dix : In Dresden geht wieder die Sonne auf

Der "Sonnenaufgang" von Otto Dix kehrt nach 80 Jahren wieder nach Dresden zurück. Wie die städtischen Kunstsammlungen mitteilten, konnte das spätimpressionistische Gemälde noch vor seiner Versteigerung im November 2012 zurückgekauft werden. Das Werk sei wie kaum ein anderes Gemälde mit der städtischen Kunstsammlung, der Stadt und der jüngeren deutschen Geschichte verbunden. Otto Dix habe seine wichtigsten Lebens- und Schaffensjahre in der Kunststadt an der Elbe verbracht.

Sonderausstellung zu Ehren der Rückkehr

Das Gemälde "Sonnenaufgang" von Otto Dix
Otto Dix schuf das Gemälde "Sonnenaufgang 1913.

Um das Gemälde nach seiner Rückkehr angemessen zu präsentieren, haben die städtischen Sammlungen eine kleine Sonderausstellung in die aktuelle Dauerausstellung integriert. Wie das Museum mitteilte, haben die Städtischen Sammlungen Freital dafür das Dix-Gemälde "Selbstbildnis als Mars" aus dem Jahr 1915 zur Verfügung gestellt. Zu sehen ist außerdem ein frühes Selbstporträt aus dem Jahr 1912, das bereits im Besitz der Städtischen Galerie ist. Ein Aquarell von Christoph Voll ergänzt die Schau.

"Der 'Sonnenaufgang' von Otto Dix symbolisiert eine Vorahnung der apokalyptischen Ereignisse des Ersten Weltkrieges (…). Durch die Beschlagnahme und durch die Diffamierung als 'entartet' repräsentiert das Gemälde exemplarisch die Geschichte vieler weiterer Kunstwerke der Klassischen Moderne und deren Schicksal im Dritten Reich."

Quelle: Städtische Galerie Dresden

Wie der "Sonnenaufgang" wieder nach Dresden kam

Otto Dix, 1947
Der Maler und Grafiker Otto Dix am 4. Februar 1947.

1920 schenkte Dix seinen "Sonnenaufgang" dem damaligen Museumsdirektor der städtischen Kunstsammlungen Paul Ferdinand Schmidt. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden insgesamt 498 Kunstwerke des Museums beschlagnahmt, auch der "Sonnenaufgang" von Dix. Die Werke wurden von den Nationalsozialisten diffamierend präsentiert und sogar in der Münchner Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. Später lagerte das Dix-Gemälde im Depot des Berliner Reichspropagandaministeriums und gelangte 1943 nach Güstrow zum Kunsthändler Bernhard A. Böhmer. Nach dessen Tod 1945 wurde es nach Westdeutschland überführt und war von da an in verschiedenen privaten Sammlungen.

Zuletzt sollte es auf der Herbstauktion der Villa Grisebach im November 2012 in Berlin versteigert werden. Dank der Unterstützung vierer namhafter Stiftungen konnte die Städtische Galerie Dresden die Auktion verhindern und das Werk zurückkaufen.

Viele der 1933 beschlagnahmten Werke gelten bis heute als verschollen. Nur wenige gelangten in nationale und internationale Museen.

Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2013, 16:08 Uhr

3. Karolus:
@hmüller Da besagter Kunsthändler Müller 1945 verstorben war - dies steht im Text der Meldung -, war er 1946 nicht mehr in der Lage, das Bild zurückzugeben.
31.01.2013
09:14 Uhr
2. hmüller:
Verstehen kann ich den Ankauf einer Hehlerwre nicht. Denn Otto Dix hat das Bild doch nicht Böhmer geschenkt sondern den Kunstsammlungen. Wieso hat es Böhmer nicht 1946 zurückgegeben?
29.01.2013
19:33 Uhr
1. RolandNarius:
Rückkaufen ??? Das Bild war doch eindeutig Museumsbesitz!!! und auserdem so bekannt, das jeder Besitzer den Lebensweg des Bildes kannte.
29.01.2013
18:46 Uhr

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Der "Sonnenaufgang" von Otto Dix

Das spätimpressionistische Gemälde "Sonnenaufgang" von Otto Dix zeigt eine Winterlandschaft. Eine Schar Krähen fliegt über ein Feld, schmutzig gelbe Sonnenstrahlen brechen durch die Wolken. Das Ölgemälde stammt aus dem Jahr 1913 und zählt zu den
Schlüsselgemälden aus dem Frühwerk des Künstlers.

Städtische Galerie Dresden – Kunstsammlungen

Wilsdruffer Straße 2
Eingang Landhausstraße
01067 Dresden

Öffnungszeiten

Dienstag-Donnerstag und am Wochenende
10-18 Uhr
Freitag
10-19 Uhr

Kurzbiografie: Otto Dix

Otto Dix wurde am 2. Dezember 1891 im heutigen Geraer Stadtteil Untermhaus geboren. Das Arbeiterkind machte nach der Volksschule eine Lehre als Dekorationsmaler und besuchte ab 1910 die Kunstgewerbeschule in Dresden.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldete er sich freiwillig als Soldat. Seine Erlebnisse verarbeitete er in beeindruckenden Bildern, die Anklagen gegen Krieg und Militarismus sind. Den Nationalsozialisten galt seine Kunst als "entartet", weshalb er 1933 seine Professur an der Dresdner Kunstakademie verlor.

Seit 1936 lebte Dix zurückgezogen in Süddeutschland. Hier bestimmten Landschaftsbilder, aber auch religiöse Motive sein künstlerisches Schaffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er in Ost und West gleichermaßen geehrt. Dix starb am 25. Juli 1969 in Singen am Bodensee.

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