Region Dresden

Einsatzpläne vorgestellt : Knapp 3.000 Polizisten am 13. Februar in Dresden

Angesichts der angekündigten Proteste gegen einen Aufmarsch von Neonazis wird die Polizei am 13. Februar in Dresden mit einem Großaufgebot aufwarten. Wie Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll am Freitag in Dresden erklärte, werden 29 Hundertschaften vor Ort sein, um die Gedenkveranstaltungen für die Opfer der Bombenangriffe in der kommenden Woche abzusichern. Damit werde nahezu jeder vierte bundesweit verfügbare Polizist am 13. Februar in Dresden eingesetzt. Die Polizisten kommen laut Kroll aus zehn Bundesländern sowie von der Bundespolizei. Die meisten von ihnen würden ab Mittwochmittag im Einsatz sein. "Die Polizei versteht sich in ihren Einsatz als neutraler Garant für die Versammlungsfreiheit", sagte Kroll.

Polizei verzichtet auf Hubschrauber

Die meisten Sperrungen wird es laut Polizei in den Dresdner Stadtteilen Pirnaische Vorstadt, Seevorstadt und Johannstadt geben. Polizeisprecher Thomas Geithner erklärte, die Sperrungen sollten jedoch so spät wie möglich und nur für einen relativ kurzen Zeitraum gelten. Wie im Vorjahr würden auch wieder Anti-Konflikt-Teams der Polizei im Dresdner Stadtgebiet eingesetzt. Sie sollen helfen, durch Gespräche mit Demonstranten mögliche Spannungen schon im Vorfeld abzubauen. Deshalb plane die Dresdner Polizei in diesem Jahr auch keinen Hubschrauber-Einsatz, sagte Geithner dem MDR SACHSENSPIEGEL: "Der Hubschrauber ist ein psychologischer Effekt. Die Menschen fühlen sich mitunter unter Druck gesetzt. Die friedfertige Stimmung, auf die wir setzen, könnte dadurch beeinträchtigt werden."

Weiße Rosen auf dem Heidefriedhof

In Dresden werden am kommenden Mittwoch etwa 1.000 Rechtsextremisten zu einem von ihnen sogenannten Trauermarsch erwartet. Die Polizei geht zudem von 10.000 Gegendemonstranten aus. Am Freitag riefen noch einmal Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zum friedlichen Gedenken der Zerstörung Dresdens vor 68 Jahren auf. "Ich wünsche mir, dass sich viele Menschen an den zahlreichen Mahnwachen und der Menschenkette in der Stadt beteiligen", erklärte Tillich. Der DGB erklärte, Naziaufmärsche dürften nicht ungehindert hingenommen werden. Helma Orosz rief zu einem Gedenken der Kriegsopfer aller Nationen auf dem Heidefriedhof auf. "Lassen Sie uns weiße Rosen niederlegen für die Opfer des Krieges und der Bombenangriffe auf Dresden."

Zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2013, 09:55 Uhr

57. Rosa Luxemburg:
@H...(#56). Zehntausende Demokraten haben heute sichtbar dem Missbrauch der Erinnerung an getötete Zivilisten durch Neonazis zu Propagandazwecken entgegengewirkt. Niemand heißt Gewalt von welcher Seite auch immer gegen Zivilisten gut. Gewalt von Nazitruppen gegen die ganze Menschheit diente zur Erniedrigung, Unterdrückung und Vernichtung jeglicher Menschlichkeit, die Anwendung militärischer Gewalt durch die Aliierten erfolgte zur Abwehr der real drohenden Gefahr einer nazideutschen Gewaltherrschaft in ganz Europa. Nazideutschland begann den Krieg, Nazideutschland begann die Bombadierung von Wohngebieten, nur so konnten Städte in Nazideutschland überhaupt zum Ziel aliierter Luftangriffe werden. Der Kalten Krieg verhinderte sehr lange eine angemessene Erinnerung an Opfer des Krieges in Deutschland. Heute erinnert man an die Toten, verantwortunggsvolle Demokraten überlassen die Erinnerung an Zivilopfer des Krieges Nazis nicht als Bühne für deren verbrecherisch intendierte Propaganda.
14.02.2013
02:44 Uhr
56. HAL9000:
@55. Rosa Luxemburg: Ein Stadtzentrum muss ich nicht "auszirkeln", auch wichte ich keine Bombenangriffe, erst recht sage ich nicht "allierte Bomben = GUT, deutsche Bomben = BÖSE. Krieg ist immer scheiXe, die Menschen sterben auch ohne ihn, das ist eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache. Auffallend ist bei Ihnen nur eine Geißelung, die eigentlich nur durch eine freiwillige Abgabe der Staatsbürgerschaft geheilt werden könnte in Verbindung mit dem Verlassen dieses Landes. Denn ... wenn "die Deutschen" ja ach so böse waren, sind und bleiben werden (welcher Deutsche ist Ihrer Meinung nach für die Ausrottung der Dinosaurier veranrwortlich? Ach ja, mein Vater!) dann scheint ja das Verbleiben Ihrer Person in Verbindung mit der Gesellschaft solcher Art von Mitmenschen eine unzumutbare Härte zu sein. Oder?
13.02.2013
18:15 Uhr
55. Rosa Luxemburg:
@H...000 20:28Uhr (kommentar #37): Sie zirkeln also immer noch die Abstände von Waffenfabriken und Bombentreffern in Wohnvierteln aus? Die Deutsche Luftwaffe hat als Erste zivile Ziele ausserhalb der Gebiete der sog. Achsenmächte bombadiert. Ob man Coventry als Anfang annimmt oder, falls Sie es schon vergessen haben, in Spanien durch sog. "Legion Condor" Guernica 1937, weit vor dem 1. Sep. 1939. Wer Nazis Macht über sich gibt, der riskiert nicht nur das Leben anderer, sein Leben, sein Hab, sein Gut, der riskiert auch Weltenbrände. Dresdens Bombadierung war ein Fanal, zu einem Zeitpunkt, als bereits ganz Europa mehr oder weniger in Trümmern lag, und überall Leichenberge von mehreren 10 Millonen Opfern die Wege der Nazitruppen säumten. Wieviele Zirkel benötigen Sie denn nun bitte um die globale Schuld Deutschlands mit irgendeinem lokalen Ereignis in welche Beziehung auch immer zu setzen?
13.02.2013
13:33 Uhr
54. gerd:
"43. kalle haarig: also manche kommentare sind ja mal wieder typisch deutsch immer in die opfer rolle stellen oh was haben wir denn nur getan das die bösen alleierten" Ja was haben SIE getan, dass die guten "alleierten" die IG-Farben Bitterfeld-Wolfen vollständig verschont hatten? War die Reichweite der "alleierten"-Bomber zu kurz so das die "alleierten"-Bomben leider über die Arbeiterwohngebiete in Dresden abgeworfen werden mussten?
13.02.2013
11:36 Uhr
53. @Uwe Dehner:
"Es gab auch Kriegsverbrechen der Gegner Deutschlands." Ja, natürlich. Aber meist wird doch auf die Kriegsverbrechen der Alliierten nur hingewiesen, um revanchistisch einen Teil der eigenen Schuldgefühle auf andere ablasten zu können. Ist es nicht merkwürdig, dass Dresden der Opfer eines einzigen alliierten Bombenangriffes mit all dem Pomp und der geballten Politprominenz des Freistaats Sachsen gedenkt; all der anderen, direkten Opfer des Hitlerfaschismus jedoch nur mit einem netten Abend an der Semperoper im Beisein des stellvertretenden Oberbürgermeisters? Damit ist bereits ein gefährlicher Weg eingeschlagen, der zu so absurden Äußerungen führt wie: "Es ist nur traurig für dieses Land das alles nationale Denken gleich in die rechte Ecke gestellt wird." Nationalismus ist in einer globalisierten Welt qua Definition rechts.
13.02.2013
10:12 Uhr
52. Ossi aus Köln:
Aus aus welchen Gründen das Gedenken an die Zerstörrung im Zweiten Weltkrieg in Dresden so zentral in der eigenen Identität verankert ist. Liegt es daran, dass in Dresden besonders viele Menschen getötet und ermodert wurden? Warum ist dann aber der Umgang mit einem solchen Datum in Dresden so anders als bspw. in Hamburg? Dass Dresden vor dem Krieg eine so prächtige und wunderschöne Stadt war? Warum wird dann aber bspw. in Kassel ganz anders mit einem solchen Datum umgegangen? Dass Dresden vor dem Krieg eine der wichtigsten Städte in Deutschland war, und nach dem Krieg diesen Stellenwert nicht mehr hat erhalten können? Trifft dies nicht auch auf Nürnberg zu? Dass in der DDR ein Gedenken an deutsche Opfer des krieges noch schwieriger war als in der BRD? Könnte diese Erklörung evtl. auch für Magedburg herangezogen werden?
13.02.2013
09:35 Uhr
51. Blackstar2013:
1.) Die deutsche Verfassung schützt die Demonstrations- und Meinungsfreiheit grundsätzlich, also jede Demo am gleichen Tag, egal wie viele es sind. Der Staat hat lediglich die Aufgabe dafür zu sorgen, das sich die Demos soweit wie möglich nicht gegenseitig behindern und mit Augenmaß Gesetzesverstöße (Hitlergruß, Sitzblokaden) zu verfolgen. 2.) Das Gedenken an die zivilen Opfer der Bombennacht ist legitim und soll als Mahnung vor Nationalsozialismus dienen. Die Bombennacht war eine direkte Folge der Naziherrschaft mit der Terrorangriffe auf England und dem millionenfachen Mord an Zivilisten. 3.) Angesichts weltweiter Wirtschaftsströme, dem Zusammenrücken der Menschen weltweit und "rassisch" inhomogene Nationen wird sich das Prinzip des Nationalstaates in wenigen Generationen haben. Damit wird auch rechtes Gedankengut im Abfalleimer der Geschichte landen.
13.02.2013
09:17 Uhr
50. Philippe:
@Schnick: NEIN, es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen einer rechten Meinung und einem NeoNazi, der der Hitlerideologie nacheifert und den Hitlerkult pflegt. Ich habe nichts gegen eine gesunde Portion Rechtsorientierung, aber ich habe was gegen Neos, die dem Antisemithismus nacheifern und die Würde des Menschen im Dauerakkord antasten. Und die rechte Szene in Deutschland ist nichts anderes als eine Vereinigung, die dem grössten Massenmörder nacheifern, eine Sekte sozusagen. Ist es gut eine Gruppe zu erlauben, die dem grössten Schwein der Welt nacheifert und so ein TOLLES Gesicht für Deutschland darstellt? Ihr seid so kompliziert was NeoNazis angeht, was auch wieder zu denken gibt. Wollt ihr die Nazis garnicht weg haben?
13.02.2013
09:09 Uhr
49. Seelenleiche:
@schweinchen schlau: Erst Denken, dann Schreiben! Kassel hat mit Kassel-Wilhelmshöhe einen großen ICE-Bahnhof. Außerdem war Kassel im 2. Weltkrieg aus drei Gründen vermehrt bombardiert worden. Erstens: Viel Rüstungsindustrie. Zweitens: Viele Militäranlagen und Kasernen. Drittens: Zentrale Lage und Verkehrsknotenpunkt.
13.02.2013
08:33 Uhr
48. August Bebel:
Dem Kommentar von Rosa Luxenburg ,Block 25,kann ich mich voll und ganz anschließen!Leider muß man feststellen,daß das politische Bewußtsein gerade auch der sogenannten deutschen Eliten,die ja wohl an Gymnasien herangebildet werden und die Hochschulreife erreichen, miserabel ist!!Geschichtliche,Soziale und Ökonomische Zusammenhänge werden so gut wie nicht erkannt.Damit besteht nach wie vor die Gefahr rechter,kapitalistischer Politik!!
13.02.2013
08:09 Uhr

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Einsatzplan der Polizei am 13. Februar in Dresden

29 Hundertschaften der Polizei werden am 13. Februar die Gedenkveranstaltungen für die Opfer der Bombenangriffe vom 13./14. Februar 1945 absichern. Die Beamten kommen aus Berlin, Brandenburg, Hamburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen,
Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen und von der Bundespolizei. Eingesetzt werden zudem die Anti-Konflikt-Teams aus Hamburg, Niedersachsen, Berlin und Schleswig-Holstein.

Für die Bürger ist ab Montag ein Service-Telefon unter 0351/4833000 geschaltet.

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